Warum uns jetzt Gemüse aus dem Internet anbrüllt
Wie lagert man Obst richtig? Woran erkennt man eine reife Orange? Auf Social Media gibt es gerade einen neuen Trend: Lebensmittel werden animiert, bekommen Stimmen und geben Ratschläge.
Nichtsahnend scrollt man durch Social Media – und wird plötzlich von einer Karotte angeschrien. Eine Tomate erklärt einem ungefragt das Leben. Ein Brokkoli blickt streng in die Kamera und sagt Dinge wie: »Ich bin Brokkoli und ich brauche Geduld; schneid mich klein und lass mich vierzig Minuten liegen. Das aktiviert meine gesunden Nährstoffe.« Willkommen in einem neuen Kapitel der Internetkultur.
Vom Foodporn zur Food-Predigt
Gemüse hatte es im Internet oft nicht leicht. Entweder lag es dekorativ auf Bowls (Foodporn) oder wurde als gesunder, aber langweiliger Pflichtdarsteller behandelt. Jetzt hat es eine Stimme – und die ist erstaunlich laut. Möglich macht das seit kurzem eine Mischung aus KI-Bildanimation, Text-to-Speech und der unerschöpflichen Lust des Internets, Alltagsgegenstände zu beseelen. Was dabei entsteht, ist eine Art digitaler Alltags-Ratgeber, nur eben in animierter Lebensmittel-Form. Nicht nur Gemüse, sondern auch Obst, Hüttenkäse, Ketchup oder sogar ein Burger können plötzlich sprechen – und geben häufig Tipps über sich selbst. Ein Apfel erinnert daran, wie man ihn am besten lagert, ein Hüttenkäse erklärt, wann man ihn optimal isst, der BigMac ruft: »Ich bin ein Herzinfarkt in einer Schachtel.«
Wissen für jeden Tag
Mittlerweile hat das Ganze Meme-Status erreicht: kurze Clips, die einem Alltagsweisheiten servieren. Ernährung, Lagerung und Zubereitung – alles verpackt in blinkende, zwinkernde Animationen. Die Clips verbinden Humor mit nützlichen Tipps. Man muss schon schmunzeln bei dem Anblick der oft wütenden Lebensmittel – und lernt aber gleichzeitig etwas für den Alltag. Wer hätte gedacht, dass ein Burger oder ein Stück Zuckerwürfel einmal zu Lehrern werden könnten?