Früher Start in die Spargelsaison: Erste Ernte schon im März erwartet
Der milde Start in den Frühling bringt Bewegung auf die Spargelfelder. In einigen Regionen Deutschlands könnte das erste heimische Edelgemüse bereits Mitte März erhältlich sein – rechtzeitig vor dem Osterfest.
Der Startschuss für die deutsche Spargelsaison fällt in diesem Jahr früher als gewohnt. Nach Einschätzung des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer könnten im Südwesten bereits Mitte März die ersten Stangen gestochen werden. Spürbare Erntemengen werden um den 20. März erwartet. Auch in Teilen Nordwestdeutschlands dürfte zu diesem Zeitpunkt der erste Spargel verfügbar sein – abhängig davon, wie stark die Felder vorgewärmt wurden.
Die Voraussetzungen auf den Feldern gelten als vielversprechend. Ein trockener Herbst und mehrere kalte Wintertage hätten den Pflanzen geholfen, ausreichend Energie zu speichern. Mit den nun deutlich steigenden Temperaturen reagiert der Spargel entsprechend schnell. »Mit dem gefühlten Sprung vom Winter in den Sommer treiben die Spargelstangen nun üppig aus«, sagte Anbauberater Ludger Aldenhoff gegenüber der dpa. Durch die rasche Erwärmung der Spargeldämme sei sogar ein besonders dynamischer Saisonauftakt möglich: »Wenn es mit der Ernte losgeht, dann wird es richtig losgehen. Zu Ostern erwarten wir ausreichend Spargel für alle.«
Stabile Preise im Spargelland
Auch die Qualität dürfte stimmen. »Nach unseren Erfahrungen der letzten Jahre wird die Qualität der Spargelstangen unter den Witterungsbedingungen sehr gut sein«, erklärte Verbandsgeschäftsführer Simon Schumacher gegenüber der dpa.
Für Verbraucher bedeutet das voraussichtlich stabile Preise. Laut Schumacher soll der Spargel zum Saisonbeginn moderat kalkuliert werden. Besonders bei Direktvermarktern gebe es weiterhin unterschiedliche Preisstufen: Bruch- oder Suppenspargel sei teils schon für unter zehn Euro pro Kilogramm erhältlich, während Spitzenqualität traditionell deutlich darüber liege – allerdings voraussichtlich unter 20 Euro pro Kilo.
Unter Druck stehen die Betriebe dennoch. Höhere Lohnkosten durch den gestiegenen Mindestlohn sowie teurere Energie und Treibstoffe belasten viele Höfe. Gleichzeitig lassen sich höhere Verkaufspreise im Handel nur begrenzt durchsetzen, da sonst die Nachfrage sinken könnte.
Deutschland bleibt dennoch ein Spargelland: Rund 1.350 Betriebe bauen das Frühlingsgemüse hierzulande an. 2025 wurden laut Statistischem Bundesamt knapp 105.000 Tonnen geerntet – überwiegend weißer Spargel.