Wird es pünktlich zu Ostern Spargel geben?
Kaum hat sich der Winter verabschiedet, scheint sich der Spargel mit Nachdruck zu melden – und mit ihm die große Frage: Reicht es rechtzeitig fürs Fest? Die Antwort fällt überraschend eindeutig aus.
Wer in Deutschland kulinarisch über Ostern spricht, meint selten nur Eier und Lamm. Auch feinster Spargel gehört in vielen Regionen am Osterwochenende auf den Tisch. Und 2026? Kann in diesem Jahr mit einer pünktlichen Ernte gerechnet werden? Immerhin fällt der Ostersonntag früher als in den letzten Jahren auf den 5. April. Doch Genießer:innen können beruhigt sein.
Schon Mitte März zeichnen sich im Südwesten die ersten Stangen ab, nennenswerte Mengen werden ab etwa dem 20. März erwartet. Je nach Anbauart und Verfrühungsgrad ist auch im Nordwesten Deutschlands bereits in diesem Zeitraum der erste Spargel zu erwarten. Der frühe Saisonstart ist das Ergebnis einer in diesem Fall vorteilhaften Abfolge: ein trockener Herbst, gefolgt von frostigen Wintertagen und einem abrupten Temperaturanstieg, der eher an Mai als an März erinnert. Branchenvertreter sprechen von einem »Turbostart«. Die Pflanzen haben ausreichend Energie gespeichert, die sie nun in einem regelrechten Wachstumsschub freisetzen. Oder, anders gesagt: Der Spargel hat es eilig.
Ein Fest ohne Verzicht – zumindest beim Spargel
Konsument:innen können somit zuversichtlich sein. Zu Ostern wird es voraussichtlich ausreichend Spargel geben, und Engpässe oder leere Regale sind nach aktuellen Einschätzungen nicht zu erwarten. Auch die Qualität der Stangen soll in diesem Jahr gut sein, da die Pflanzen ausreichend Kraft für gleichmäßiges und aromatisches Wachstum angesammelt haben.
Und noch eine gute Nachricht gibt es: Bei den Preisen ist keine deutliche Veränderung zu erwarten. Bruch- oder Suppenspargel kostet in der Regel unter zehn Euro pro Kilogramm, Spitzenware bis etwa 20 Euro. Auch wenn die Betriebe durch steigende Mindestlöhne, höhere Energie- und Treibstoffkosten zunehmend unter Druck stehen, soll trotzdem bei den Direktvermarktern für jeden Geldbeutel etwas dabei sein. Der Grund: Die Spielräume für Preiserhöhungen sind begrenzt – zu groß ist die Sorge, die Akzeptanz der Kundschaft zu verlieren. Der Spargel gehört eben nach wie vor zu den emotional aufgeladensten Gemüsesorten – vor allem in Deutschland.