Vom ruhigen Villacher Hügel an den lebhaften – und dank Sportboliden-Fehlzündungen bisweilen auch ziemlich lauten – Corso von Velden. Diesen Ortswechsel müssen die Stammgäste der »freindal Wirtschaft« erst einmal verkraften. Marcus Kubinec und Christoph Terschan betrieben neun Jahre lang ihr Lokal im rustikalen Ambiente eines alten Hauses auf der Johanneshöhe bei Villach. Als man ihnen das seit zwei Jahren leerstehende »Caramé« in Velden anbot, gab es nicht viel zu überlegen. Die Adresse hat seit geraumer Zeit einen Ruf als Ort gepflegter Kulinarik, 2005 startete Platzhirsch Hubert Wallner hier seine Karriere. Nach Renovierung und Auffrischung des Ambientes versuchen die zwei jungen Herren dort ihr Glück – nicht nur gegenüber vom Casino, denn das ganze Haus samt Lokal gehört auch den Casinos Austria. Speise- und Weinkarte gibt’s nur elektronisch, die Küche Terschans oszilliert zwischen Asien, Mittelmeer und Grilladen aus großen Cuts vom Rind, die am Holzbrett bei Tisch begutachtet werden können. Rinder-Tataki wird auf einem bootsförmigen Teller angerichtet –
mit Asiasalat, Chili, Koriander, Minze, Sesam und Limette ein exzellent abgeschmecktes Sommergericht. Es geht weiter mit dichter Aromatik, etwa bei Bucatini mit sämig-tomatiger Krustentiersauce, saftigen Hummerstücken und Pimpinelle. Oder Tuna-Asiacurry mit Reisnudeln, Pak Choi, Pimientos de
Padròn – mit dünnen Thunfisch-Tataki-Scheiben obendrauf. Das Gros der Weinkarte ist ortsunüblich günstig kalkuliert, Champagner ab 79 Euro findet man hier nicht überall. Und ein paar Ausreißer für Casino-Gewinner sind auch da – in Pol Roger »Winston Churchill«, »Solaia« oder
»Batonnage« ist das Geld gut investiert.