Nach dem Champagner-Apéro auf der Terrasse geht es hinein ins «1913», das Gourmetrestaurant des Hotels «Villars Palace». Die atemberaubende Aussicht auf das Alpenmassiv hat der Gast auch von hier aus, zudem den Blick in die weitgehend offene Küche. Die unspektakulären Snacks zum Start lassen nicht vermuten, welch feine Klinge Chef Christian Bertogna danach führen wird. Sommelier Vasili Abodzich Karalko kredenzt den Coteau de Verschiez 2023 von Bernard Cavé, einen überraschend expressiven Chasselas, und erklärt sogleich, weshalb sich dieser schon im jungen Alter derart ausdrucksstark zeigt. Dazu gibt es ein angenehm temperiertes Carpaccio vom Gambero Rosso aus Sizilien an Zitrus und Tannenmarinade. Das Dillsorbet dazu erfrischt. Für den Hauptgang empfiehlt der Chef überraschenderweise sein Risotto: Aquarello-Reis in Tomatenwasser gekocht, Straciatella, Basilikum. Mamma mia! Ein derart perfektes Risotto kriegt man in der Schweiz ganz selten serviert. Schöner Biss, schlotzig, sanftes Aromenspiel mit fruchtiger Säure vom Tomatenwasser. Dazu ein Glas Pinot Noir Les Cailloutis 2021 von der Neuenbuger Domaine des Landions: elegant, ein wenig wild, gross. Zuletzt vermählt Bertogna grünen Apfel mit Sellerie und geeistem Basilikum. Auch das gelingt. Eine Küche, die den Ton des Hotels trifft: sehr hochwertig, aber stets entspannt, nie abgehoben. Tipp für Gourmets: Übernachten und sich am nächsten Morgen am spektakulären Frühstücksbuffet verköstigen, wo die Breite des Angebots, aber auch die Qualität verblüfft.