In den Loungesesseln im «Hotel und Restaurant Fiescherblick» wird uns ein Glas Blanc de Blanc vom ältesten Champagnerhaus Frankreichs, Abelé 1757, serviert. Von den jährlich 2.500 produzierten Flaschen gehen stolze 700 ins Fiescherblick. Dazu werden drei vorzügliche Häppchen gereicht: Radicchiotartelette, Custard mit Kimchirüebli und Hirtenkäse sowie ein Minitaco mit gedämpfter Schweinebacke und Weisskrautsalat. Danach führt uns der zuvorkommende Service an den Tisch im offenen Restaurant – mit Blick auf den Eiger. Es folgen zwei Amuse-Bouches: Linsensalat mit Kohlrabi und Granny-Smith-Kugeln sowie Shiitake-Gyoza mit Beurre blanc, die mittlerweile als Signature-Dish gelten. Ersteres überzeugt uns mehr. Es folgt ein Gericht, das an Sushi erinnert, jedoch von delikatem Schweizer Lachs statt Algen ummantelt ist, getoppt mit Kräutersalat, Felchenrogen, Kräutersorbet und Shiso-Dashi-Sauce. Küchenchef Aurélien Mettlers Vorliebe für die japanische und französische Küche – und für Säure – ist deutlich spürbar. Nach den zart geschmorten Kalbsbäggli überrascht ein kreativer No-Waste-Dish rund um Spitzkohl, Frühlingszwiebelpesto, fermentierte Kohlblätter, Federkohlchips und Kohlsauce, eine wahre Geschmacksexplosion. Der Hauptgang, Dry-aged-Rind-Entrecôte mit Schwarzwurzelvariaton, wird vom Kohlgericht in den Schatten gedrängt. Dafür glänzt das Predessert: Joghurt-Espuma, Yuzusorbet, Meringue und Quittensuppe bilden eine erfrischende Kombination. Das Hauptdessert setzt noch einen drauf: Honigdrills und Honig-Espuma harmonieren mit Buchweizensalat, Ingwerglace, Ingwergel und kandiertem Ingwer. Ein wunderbarer Abschluss.