Der große Supplement Guide
Longevity ist aktuell in aller Munde und Supplements ergänzen mittlerweile wie selbstverständlich den täglichen Menüplan. Viele Gesundheitsapostel kochen bei diesem Thema mit, aber welche Supplements braucht es wirklich? Eine Spurensuche nach Mineralien, pflanzlichen Wirkstoffen und neuen Erkenntnissen.
Omega 3
Versierte Longevity-Laiinnen und -Laien wissen: Die »Hallmarks of Aging« sind signifikante Marker für unsere Alterung. Zwölf Kennzeichen wurden von den besten Köpfen der Welt ausgeforscht, die unsere Alterung beschleunigen. Nebst epigenetischen Veränderungen, veränderter Autophagie (»Zellmüllabfuhr«) und Stammzellenerschöpfung gehören auch stille Entzündungen in diesen unlustigen Reigen. Während diese in den letzten Jahren ex aequo mit den anderen Kennzeichen behandelt wurden, weiß man heute: Stille Entzündungen sind der Gamechanger in unserem Alterungsprozess! Einfach ausgedrückt? Stille Entzündungen schlummern so lange in unseren Körpern, bis sie laut werden, oft in Form von Krebs – und da kann es dann häufig schon zu spät sein.
Aber was bedeutet eine stille Entzündung für unseren Körper? Ganz einfach: Entzündungsmacher wie Stress, Zucker und Transfette halten uns permanent auf Trab und signalisieren unserem Körper, dass wir in Gefahr sind – ohne, dass wir es merken. Das Ergebnis? Wir altern schneller, bestenfalls, im schlechtesten Fall entsteht aus der leisen eine laute Entzündung und wird, vereinfacht ausgedrückt, zu Krebs.
Nun könnten wir zugunsten unserer Langlebigkeit zu Einsiedler:innen werden, die irgendwo in den Bergen fernab der Zivilisation autark hausen. Das müssen wir aber nicht. Es gibt ein wunderbares Mittel gegen stille Entzündungen. Die gute Nachricht zuerst: Omega-3-Fettsäuren wirken nachweislich entzündungshemmend, indem sie die Bildung von entzündungsfördernden Botenstoffen im Körper reduzieren und stattdessen entzündungsverringernde Signalstoffe fördern! Die schlechte Nachricht: Die meisten Menschen haben einen Omega-3-Mangel, weil sie zu wenig fetten Fisch essen und zu viel Omega 6 zuführen. Durch verarbeitete Produkte und Öle wie Sonnenblumenöl nehmen wir davon zu viel zu uns und befeuern ein Perpetuum mobile des Wahnsinns. Um zu verstehen, was das mit unserem Organismus macht, muss man etwas ausholen. Der Wiener Longevity-Experte Dr. Patrick Bantsich erklärt: »Beide Fettsäuren greifen zur Verarbeitung in unserem Körper auf die gleichen Enzyme zu. Haben wir einen Überschuss an Omega 6, kann Omega 3 nicht mehr verarbeitet werden. Unser Körper mag zwar beide Fettsäuren benötigen, aber unsere moderne Lebensweise verschiebt das Gleichgewicht in Richtung Omega 6 und damit in einen entzündungsfördernden Zustand.«
Aber nicht nur das: Omega-3-Fettsäuren (ALA, EPA und DHA) wirken sich auch positiv auf unsere Herzgesundheit aus, befeuern unsere kognitiven Leistungen und schützen unsere Augen. Die positiven Benefits und unsere unausgewogene Ernährung legen also nahe, dass wir dies supplementieren. Täglich und für den Rest unseres Lebens. Um das aber richtig zu machen, sollten man zuerst seinen Index erheben. Ein guter Wert liegt zwischen acht und zwölf Prozent. Wer unter fünf Prozent liegt, muss sich nicht erschrecken: Damit liegt sie oder er im Schnitt der allermeisten Menschen!
Tipp: Als Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt sich ein Kombipräparat, das 250 bis 500 Milligramm EPA und DHA beinhaltet. Achten Sie auf den TOTOX-Wert, das ist ein wichtiger Indikator bei einem Produkt, da es Auskunft darüber gibt, wie oxidiert das Öl ist! Der Wert sollte niedrig sein, zwischen 10 und 15, sonst ist es »ranzig«.
Vitamin D
Vitamin D ist bei vielen Ärzt:innen ein wunder Punkt: Es ist zwar populärmedizinisch in aller Munde, aber so richtig empfehlen tun es die wenigsten. Noch immer mahnen viele ob einer Überdosierung. Dabei kann, salopp ausgedrückt, eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung Leben retten. Wie das? Ganz einfach: Ein Mangel an Vitamin D führt direkt zu Osteoporose, die wiederum als stille Volkskrankheit Nummer eins gehandelt wird und nicht nur Frauen betrifft, sondern auch immer mehr Männer. Das Risiko für Knochenbrüche klettert dadurch frappant in die Höhe – und damit die einhergehenden Todesfälle!
Aber nicht nur das: Das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg publizierte 2022 die Ergebnisse einer aufrüttelnden Studie: »Würden all Länder Lebensmittel mit angemessenen Mengen Vitamin D anreichern, könnten nach unseren Modellrechnungen etwa 130.000 beziehungsweise etwa neun Prozent aller Krebstodesfälle in Europa verhindert werden«, so Studienleiter Hermann Brenner. Dies wird durch weitere Erhebungen untermauert, die zum Beispiel belegen, dass 98 Prozent der Österreicher:nnen nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, die Hälfte sogar in einer gravierenden Unterversorgung steckt. Wir sind also weit weg von einer vermeintlichen Überdosierung. Die Angst davor darf man getrost beiseiteschieben und gegen eine umfassende Supplementierung eintauschen. Letzte Zweifel räumt Arzt und Autor Dr. Johannes Huber aus dem Weg: »Neueste Studien beweisen, dass ein Zuviel an Vitamin D einfach wieder ausgeschieden wird. Die Überdosierung ist eine Mär.«
Tipp: Für eine präzise Empfehlung sollte man dennoch unbedingt zuvor einen Bluttest machen. Das gilt übrigens für jegliche Supplementierung. Dr. Bantsich empfiehlt dazu folgende simple Regel: »Messen, machen, abgleichen.«
Magnesium
Viele von uns verknüpfen Magnesium mit Sportler:innen, die versuchen, nach einem intensiven Work-out durch die Einnahme entstehende Mängel auszugleichen aka Muskelkater vorzubeugen. Dabei kann Magnesium viel mehr als das: Tatsächlich sollte es für uns alle ein täglicher Begleiter sein und nicht nur punktuell eingenommen werden. So hat es nicht nur positive Auswirkungen auf unsere Muskeln, sondern auch auf Energieproduktion, Nerven und Knochenstoffwechsel.
Unsere gestresste Gesellschaft befindet sich im Magnesiummangel. Ein Grund mehr, das Must-have für Wohlbefinden und langfristige Gesundheit zu supplementieren: Chronischer Stress, Alkohol und Sport entziehen unserem Körper diesen wertvollen Mineralstoff, den wir heute ohnehin zu wenig zuführen. Moderne Zubereitungsarten und unsere magnesiumarme Nahrung, aber auch stille Magnesiumfresser wie etwa Magenschutz verstärken das Ungleichgewicht noch. Die logische Konsequenz? Eine ausgewogene Supplementierung, die bestmöglich aus einem Breitbandkomplex besteht. Viele verschiedene Magnesiumverbindungen erhöhen die Bioverfügbarkeit, die ausschlaggebend dafür ist, wie gut unser Körper das Magnesium (und jeden anderen Stoff) aufnehmen kann. Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte die Magnesiumzufuhr außerdem über den ganzen Tag verteilen, da die Aufnahmetransporter unseres Körpers irgendwann übersättigt sind und nichts mehr speichern können. Wenn das passiert, wird Magnesium zum Durchlaufposten: Wir scheiden es einfach wieder aus.
Tipp: Finger weg von Brausetabletten! Sie beinhalten zu viel Natrium – meist sogar mehr als die empfohlene Tagesration.
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Hochdosierter Safran- Extrakt mit 900 µg Crocin und 600 µg Safranal pro Kapsel. 60 Kapseln um
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Neue Inhaltsstoffe
Berberin
So manch einer kennt Berberitze aus orientalischen Gerichten: Dort wird Reis oft mit den kleinen, roten Früchten verfeinert. In getrockneter Form erinnern sie an Rosinen, sind aber unvergleichlich vielschichtiger im Geschmack. Die gewöhnliche Berberitze hingegen ziert so manch einen Garten in mitteleuropäischen Gefilden ob seiner robusten Natur. Nun erobern aber immer mehr Produkte mit Berberin, einem Inhaltsstoff der Berberitze, den Nahrungsergänzungsmittelsektor – und werden von Expert:innen frenetisch gefeiert. Tatsächlich kommt der bioaktive Pflanzenstoff auch in anderen Heilpflanzen wie Goldsiegelwurzel und Gelbwurzel vor, den Namen verdankt es aber der Berberitze. Kaum verwunderlich also, dass man es automatisch damit verbindet, nun auch unter völlig neuen Vorzeichen: Zwar findet das leuchtend gelbe Pflanzenpigment bereits seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Lehre seine Verwendung, aber erst neueste Studien legen Erstaunliches zutage: Berberin hat positive Effekte auf unseren Blutzucker! Die Wirkung von Berberin bei Diabetes wurde in zahlreichen klinischen Studien untersucht und es wurde bewiesen, dass es ähnlich wie gängige Diabetesmedikamente den Blutzuckerspiegel senken kann. Aber nicht nur das: Berberin hemmt auch die Neubildung von Fett im Körper und senkt nachweislich das LDL-Cholesterin, umgangssprachlich auch als »schlechtes Cholesterin« bekannt. Ein echter All-Star demnach? Durchaus! Wirkt es doch zusätzlich noch antimikrobiell, antioxidativ und entzündungshemmend – ein echter Longevity-Booster also!
Tipp: Die Einnahme sollte unbedingt mit einer Ärztin oder einem Arzt abgeklärt werden, da die Tageszeit für die Wirkung entscheidend ist!
Safran
Auch ein anderer Orientale erlebt gerade einen Hype: das Gewürz Safran. Die stimmungsfördernden Effekte von Safran sind dank mehrerer aktueller klinischer Studien belegt und zeigen: Safran-Extrakt kann bei der Behandlung von leichten bis moderaten Depressionen unterstützend wirken, tatsächlich kann es sogar depressive Verstimmungen signifikant lindern. Aber auch gesunde Menschen profitieren von Safran: So steigert dessen Einnahme die Stressresistenz, da es den Cortisolspiegel senkt und zeitgleich positiv auf unsere Glückshormone Serotonin und Dopamin wirkt!
Tipp: Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird von der Einnahme abgeraten, das gilt auch bei Allergien und vorliegenden Diagnosen! Bei gesunden Personen hat es keine Nebenwirkung, es kann aber Wechselwirkung mit Medikamenten haben und sich etwa auf den Blutdruck auswirken.
Trend: Green Drink
Sie schauen gesund aus und schmecken im besten Fall noch lecker: Aktuell schwemmen sogenannte »Green Drinks« den Nahrungsergänzungsmittelmarkt. Man trinkt sie morgens zum Frühstück, um die Verdauung anzukurbeln oder den Elektrolythaushalt auszugleichen (ja, auch nach einer durchzechten Nacht machen viele davon viel Sinn), oder einfach, um mit einem Produkt die gesamte Basisversorgung zu garantieren. Dementsprechend teuer sind die grünen Saftkuren auch. Aber wirken sie wirklich? Fakt ist, dass eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung Grundvoraussetzung für ein langes, gesundes Leben ist. Die wenigsten von uns schaffen zum einen die empfohlene Menge (fünf Portionen oder 400 Gramm) Gemüse pro Tag, zum anderen verfügen herkömmliche Supermarktlebensmittel über eine geringe Nährstoffdichte. Deshalb macht ein Green Drink viel Sinn, vor allem wenn er mit Präbiotika ergänzt ist. Aber: Green Drinks decken in der Regel viel, aber nicht alles ab! Das bereits erwähnte »Trium-virat der Gesundheit« ist meist nicht inkludiert. Dementsprechend muss man selbst entscheiden, ob man den teuren Luxus wählt oder doch vielleicht mehr in Biogemüse investiert. Am Ende wird die Rechnung wohl ausgeglichen sein.
Tipp: Achten Sie beim Green Drink genau auf die Inhaltsstoffe und vermeiden Sie Süßstoff und künstliche Aromen – das ist ein erster Indikator für mangelnde Qualität!