Energiearbeit: Happy Life im Talk mit Alva Sokopp
Mentale Gesundheit steht in der Medizin vermehrt im Fokus. Die moderne westliche Schulmedizin integriert diesen Bereich seit geraumer Zeit im Sinne eines holistischen Begriffs des menschlichen Wesens. Neben traditionellen Therapieansätzen boomt der Bereich der alternativen Energiearbeit. Happy Life sprach mit der Wiener Autorin und Energetikerin Alva Sokopp.
Östliche Heillehren, wie die Traditionelle Chinesische Medizin oder das Ayurveda, haben Geist und Körper des Menschen nie getrennt, sondern ihn seit jeher als Einheit betrachtet. Die westliche Schulmedizin hat sich lange von dieser holistischen Sichtweise verabschiedet. In den letzten Jahrzehnten kam es vermehrt zum Umdenken. Infolge hielten Elemente aus den östlichen Lehren, wie Yoga, Meditation oder spezielle Ernährungsweisen, Einzug in unseren Alltag. Heute sind diese alternative Methoden und Heilansätze aus dem gesellschaftlichen Gesundheitsdiskurs nicht mehr wegzudenken. Parallel dazu trat, ausgehend vom anglo-amerikanischen Raum, der Fokus auf die mentale Gesundheit (»mental health«) seinen globalen Siegeszug an. Im Bereich der psychischen Gesundheit ist die Nachfrage nach alternativen Therapieformen stark gestiegen - und wird heiß diskutiert, denn das Thema polarisiert. Was die einen als heilsbringend empfinden, ist für andere esoterische Wahrsagerei. Happy Life sprach mit der Wiener Autorin und Energetikerin Alva Sokopp.
Happy Life Sie arbeiten in Wien als Energetikerin, für jemand, der mit diesem Thema noch keine Berührungspunkte hatte: Wie kann man Ihre Tätigkeit beschreiben?
Alva Sokopp Ich arbeite in meiner Praxis grundsätzlich auf drei Ebenen, weil ich überzeugt davon bin, dass diese drei sich nicht trennen lassen. Ich berücksichtige die körperliche, die mentale und eben auch die oft umstrittene, energetische Ebene. Die energetische Seite befasst sich stark mit Energieblockaden, die im Energiekörper aufgespürt werden können und im Zusammenspiel mit dem Körper und dem Kopf gelöst werden können. Es ist viel weniger »Hokuspokus«, als viele denken.
Warum ist Energiearbeit so wichtig?
Energiearbeit ist genauso wichtig wie Psychohygiene und auf den Körper zu achten, weil es sonst das Zusammenspiel der drei Komponenten ins Ungleichgewicht bringt. Alles hat eine eigene Energie. Menschen, Räume, etc. und die sind für die meisten spürbar. Nur nicht immer sind diese Gefühle oder sogar körperlichen Reaktionen zuordenbar. In meiner Praxis lernt man sich wieder mehr zu spüren, zu vertrauen und eben diesen Gefühlen und der inneren Stimme Raum zu geben. Denn in den meisten Fällen führt uns genau diese innere Stimme, unsere Intuition, zu einem ehrlicheren, entspannteren und leichteren Umgang mit Situationen oder Menschen.
Wie kam es zu der Berufswahl? Was hat Sie dazu bewogen, sich mit einer Praxis selbstständig zu machen?
Meine jetzige Berufswahl war ein Weg aus vielen Zufällen und einer Suche nach Verstehen. Ich habe im Umgang mit Menschen oft bemerkt, dass ich feine Sensoren habe und auch Menschen, die sich mit Sprache schwer tun »hören« kann. Zuerst habe ich eine craniosacrale Ausbildung zusätzlich zum Studium gemacht, um auch den Körper miteinzubeziehen. Dann kam die psychosoziale Beratung dazu und viele Bücher und auch ein paar Ausbildungen zum Thema Energie. Gerade hier habe ich aber bemerkt, dass alles irgendwie ähnlich ist, nur mit unterschiedlichen Zugängen. Und die Intuition dabei das allerwichtigste ist. Immer mehr habe ich beim Arbeiten wahrgenommen, dass vieles auf einer sehr unterbewussten Ebene passiert. Und man in diesem Bereich sehr viel mit den Händen spüren kann bzw. wenn man sehr achtsam ist, auch hören kann. Jeder Mensch ist unterschiedlich, jeder Mensch braucht etwas anderes, darum ist jede Stunde sehr intuitiv geführt. Am Anfang habe ich alles an Freunden und Freunden von Freunden ausprobiert. Doch irgendwann war die Nachfrage so groß, dass ich beschlossen habe eine eigene Praxis zu eröffnen und mein Hobby zum Beruf zu machen.
Warum haben Deiner Meinung nach Menschen oft Angst vor ihrer spirituellen Seite?
Menschen haben vor allem Möglichen Angst. Ganz oft ist es die Angst vor dem Kontrollverlust. Angst ist immer daran beteiligt, wenn wir uns nicht bewegen, Dinge nicht klar wahrnehmen können oder eben auch die Weigerung uns und unser Handeln und Denken zu hinterfragen. Man glaubt man kennt sich, und schwupp lernt man sich auf eine ganz andere Art und Weise kennen und weiß eigentlich gar nichts mehr. Das kann schon beängstigend sein. Aber auch ganz wunderbar. Denn dann kommt man aus der Ohnmacht und dem Stillstand ins Weitergehen, man versteht immer mehr und mehr.
Wie schaffst Du es, diese persönlichen Geschichten nicht mit nach Hause zu nehmen?
Oh ich habe einfach ein sehr volles Leben, sodass gar kein Platz dafür wäre. (Lacht) Nein, im Ernst: Das Geheimnis Dinge von anderen nicht anzunehmen, weder im Kopf, noch in der Energie ist eine Mischung aus dem Zustand »ganz bei sich zu sein« sowie seine eigenen Grenzen und Verantwortungen gut zu kennen. Sowohl energetisch, als auch im Kopf. Und das kann ich gut.
ZUR PERSON
Alva Sokopp, geboren 1977, aufgewachsen in Sierning, studierte Pädagogik sowie Sonder- und Heilpädagogik an der Universität Wien. Sie arbeitete in verschiedenen Sozialeinrichtungen bevor sie sich 2008 selbstständig machte. Sie ist Autorin von fünf Büchern: „Ein Leben in 23 Tagen“, „klein-groß-mittel“, »gut gekühlt ist fast geerbt «, »Oma Frederike geht sich suchen«, »Freitagsgeschichten zum Wachbleiben«. Weiters arbeitet sie als Energetikerin und Coach. Alva lebt mit ihren drei Töchtern in Wien. alva-sokopp.at
(c) Alva Sokopp