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Kinderwunsch 2.0.: Warum wir Kinderkriegen genauso planen sollten wie unsere Karriere

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Zwischen Ausbildung, Arbeit und Auslandsaufenthalten bleibt oft wenig Zeit für entscheidende Lebensfragen: Möchte ich ein Kind? Und wenn ja: wann? Dabei sollten wir uns alle diese Frage viel früher stellen.

Viele von uns kennen das: In den 20er Jahren dreht sich beim Thema Kind hauptsächlich alles um Verhütung. Work-Life-Balance, die Wahl des richtigen Partners und andere Themen stehen deutlich weiter oben auf der Lebensentwurf-Agenda als Kinderkriegen. Mit Mitte 30, wenn die Karriere stimmt und der Partner an der Seite passt, fehlt plötzlich nur noch ein Kind zum perfekten Leben. Viele sind dann überrascht, wenn es aber nicht ganz so reibungslos läuft wie die letzte Gehaltserhöhung.

Das ist zwar deutlich überspitzt ausgedrückt, aber spiegelt die Realität vieler Betroffenen wider, denn:

Kinderkriegen ist kein Kinderspiel

Heute gebären Frauen deutlich später als noch die Generation unserer Mütter. Im Schnitt sind Erstgebärende in heimischen Gefilden 31,8 Jahre alt. Der Anteil an Frauen, die bei der Erstgeburt über 35 Jahre alt sind, liegt bereits bei einem Viertel. Eigentlich erstaunlich, wenn man sich die biologische Realität zu Augen führt: Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt mit 35 Jahren nur noch bei rund 50 Prozent, mit 45 Jahren deutlich unter 5 Prozent. Das erklärt auch, warum jedes sechste Paar ungewollt kinderlos bleibt.

Tragischerweise sprechen die wenigsten darüber. Die wenigsten sprechen auch darüber, dass es noch andere Möglichkeiten gibt: Planung und Hilfe in Anspruch zu Nehmen bis heute ein Tabuthema. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche prominente Stimmen, die von der eigenen künstlichen Befruchtung (bzw. wie sie damit schwanger wurden) erzählen. Dazu gehören Michelle Obama, Courtney Cox und Erin Foster, die besonders laut über IVF spricht.

IVF steht für In-Vitro-Fertilisation, also die Befruchtung in der Petri-Schale. Dr. Michael Schenk, Leiter des Kinderwunschinstitut Schenk will dieses Thema enttabuisieren und erklärt: »Die Befruchtung ist nicht künstlich, sondern nur unromantisch.«

Reproduktionsmedizin ist naturbedingte Freiheitsmedizin – Prim. Priv. Doz. Dr. Med. Univ. Michael Schenk

Und eine wichtige Alternative, wenn es am herkömmlichen Weg nicht (mehr) klappen kann. Denn, auch das erklärt er: »Die treibende Kraft beim Kinderkriegen ist das Alter der Eizelle. Die biologische Uhr tickt wirklich.« Dabei spricht er aus eigener Erfahrung: Der Gynäkologe und seine Frau wurden auch auf diesem Weg Eltern von zwei Töchtern. Seitdem hat er das Thema zu seiner Herzensangelegenheit gemacht und bereits mehr als 6000 Kindern auf diese Weise auf die Welt verholfen.

Wie wir das Kind schon schaukeln

Glücklicherweise können wir heute besser denn je steuern, wohin unsere Reise geht. Wir müssen allerdings aktiv gestalten und dürfen die Planung nicht dem Zufall überlassen. »Social Egg Freezing« kann hier die Methode der Wahl sein: Hierbei werden gesunde Eizellen entnommen und eingefroren. Das kann in der persönlichen Lebensplanung viel Druck rausnehmen. Bisher in Österreich verboten und in Deutschland erlaubt, ändert sich das gerade jetzt zum Positiven.

Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, unsere Jugend zu verlängern. Ja, tatsächlich. Denn Schwangerschaften wirken wie ein Jungbrunnen. Das erklärt auch Dr. Schenk: »Durch die Hormonausschüttung wird die körperliche Alterung ausgesetzt. Schwangerschaften wirken wie ein Stopp.«

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Melanie Gleinser-Moritzer
Autor
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