Maria Hauser vom »Stanglwirt« über die Kunst der ganzheitlichen Gesundheit
Tradition trifft auf Moderne, Nachhaltigkeit auf Zukunftsvision. Der »Stanglwirt« in Tirol schreibt seit Jahrzehnten Geschichte und steht exemplarisch für ein Bewusstsein für ganzheitliche Gesundheit.
Happy Life Während viele Häuser aktuell den Longevity-Trend feiern, haben Sie im Sommer ein Festival der Lebensfreude veranstaltet. Wo sehen Sie Ihre aktuelle Positionierung?
Maria Hauser Ich habe das Gefühl, dass wir heute zeitgemäßer denn je sind. Das Ganzheitliche hat bei uns immer eine große Rolle gespielt, selbst in Zeiten, wo es noch nicht verstanden wurde. Es ist ein philosophischer Ansatz, der Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil führt. Wir leben es mit Hausverstand und Bauchgefühl. So ist auch das Festival der Lebensfreude entstanden. Ganz natürlich und organisch. Es ist ein schönes Add-on für unsere Gäste und unsere Mitarbeiter:innen und spiegelt mich sehr wider. Wir bespielen hier aktuelle Themen wie beispielsweise Hormongesundheit, Bio-hacking und paaren es mit einem besonderen Achtsamkeits- und Sportprogramm sowie mit wertvollen Impulsvorträgen und Talks rund um das Thema Lebensfreude. Natürlich kommt auch das Feiern nicht zu kurz. Lebensfreude gehört zu einem gesunden Leben dazu. Wir müssen nicht den ganzen Tag ums Feuer herum trommeln, um einen holistischen Ansatz zu leben. Jeder kann sein Extrem genießen, aber ganzheitlich bedeutet: »sowohl als auch«. Das macht unser Festival nicht nur spannend, sondern gesund rund.
Was ist das Feedback der Gäste?
Ich spüre auch bei unseren Gästen, dass es um den Sinn geht. Es treiben sie die gleichen Fragen um wie mich: Für was setze ich meine wertvolle Lebenszeit ein? Für was stehe ich? Ist das, was ich tue, überhaupt sinnstiftend? Dieselben Frage stelle ich mir im Spa, im Hotel, im Unternehmen und in der Familie. Longevity ist gerade ein Schlagwort, auf das alle aufspringen, aber uns geht es ohne Label einfach darum, dass es unseren Gästen wirklich gut geht. Longevity leben wir hier schon immer. Es geht darum, dass unsere Gäste möglichst viel mit nach Hause nehmen und lange davon zehren können. Deshalb treten wir auch nicht unter dem Label »Longevity« auf. Gäste fühlen diesen Unterschied und erspüren intuitiv die Fragestellung ihrer Gastgeberin oder ihres Gastgebers: Mache ich das, weil es jede:r macht, oder ist es mir wirklich wichtig, dass es meinen Gästen gut geht? In der Fülle der Longevity-Angebote ist die Antwort darauf essenziell. Es geht um Mühe, Detail und Expertise. Da trennt sich die Spreu vom Weizen.
Wie gelingt einem das als Gastgeber:in?
Es geht um die Mühe, die man sich für den Gast, für die Kund:innen gibt. Wir schaffen unseren Mitarbeiter:innen und Spa-Therapeut:innen eine Bühne, damit ihre besonderen Talente wirken können. So können sie ihre Stärke voll ausleben und es entsteht in alle Richtungen eine Verbundenheit, die wohltuend ist. Unsere Therapeut:innen stiften einen wertvollen Beitrag. Diese Menschen finden nicht wir, sondern sie finden uns. Das ist das Gesetz der Resonanz. Du musst etwas gut vorbereiten, damit diese Talente kommen können. Mein Vater hat das immer so gemacht.
Können Sie für diesen Zugang ein weiteres Beispiel nennen?
Ein gutes Beispiel ist unser Sportangebot. Wir haben nicht irgendeine Reitschule, wir haben eine Lipizzaner-Reitschule. Wir haben nicht einen Tennisplatz, sondern viele und wir arbeiten seit über 40 Jahren mit internationalen Toptrainern nach der Peter-Burwash-Methode.
Sie stehen in einer großen Tradition von Innovator:innen. Wie sehen Sie sich?
Ich sehe mich als kreative, detailverliebte und weltoffene Gastgeberin. Da steckt das Wort »geben« drin. Und das hat viel mit Mühe zu tun. Durch die Mühe entsteht die Seele. Und das spürt unser Gast.