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© Pure Encapsulations Sabine Sattlegger

Unsichtbare Last im Alltag: Jede zweite Frau in Österreich psychisch stark belastet

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Schlafmangel, ständige Erreichbarkeit, familiäre Verantwortung: Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast jede zweite Frau in Österreich unter starker psychischer Belastung leidet. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 25 und 54 Jahren – also jene, die am meisten tragen. Zum Tag der psychischen Gesundheit zeigen wir, was im Alltag oft unsichtbar bleibt.

Psychische Belastung ist längst kein Randthema mehr – sie ist Alltag. Drei von vier Frauen in Österreich (74 %) erleben sie regelmäßig, fast jede zweite (49 %) fühlt sich stark betroffen. Schlafmangel, familiäre Verpflichtungen und soziale Erwartungen zählen zu den häufigsten Auslösern. Ebenso fehlt vielen Frauen schlicht Zeit für sich selbst. Die Folgen sind spürbar: Mehr als die Hälfte berichtet über innere Unruhe, Nervosität und Anspannung. Gerade in der Lebensmitte zeigt sich das Problem am deutlichsten. Zwischen 25 und 54 Jahren überschneiden sich berufliche Verantwortung, Kinderbetreuung und oft auch die Pflege älterer Angehöriger. Hinzu kommt mentale Organisationsarbeit – der unsichtbare Druck, alles im Blick zu behalten.

Strukturelle statt individuelle Belastung

Die neue Umfrage von Pure Encapsulations® und TQS Research & Consulting unterstreicht: Psychische Erschöpfung ist kein individuelles Versagen, sondern ein strukturelles Problem. Während familiäre Verpflichtungen und gesellschaftliche Erwartungen von 45 % der Frauen als Hauptauslöser genannt werden, spielen berufliche Anforderungen (19 %) eine deutlich geringere Rolle. »Psychische Belastung ist nicht das Problem einzelner Frauen. Sie entsteht dort, wo Verantwortung ungleich verteilt ist und Erwartungen nie enden«, betont Tina Werner, wissenschaftliche Leiterin der Initiativen zur Frauengesundheit bei Pure Encapsulations®. »Frauen brauchen nicht den Druck, sich ständig perfektionieren zu müssen – sie brauchen Raum, Zeit und Strukturen, die tragen.«

© Pure Encapsulations Sabine Sattlegger

Das Belastungsmaximum: Frauen in der Lebensmitte

Die Daten zeigen einen klaren Trend: In der Lebensmitte ist die Belastung am höchsten. 62 % der 25- bis 34-Jährigen fühlen sich stark betroffen, bei den 35- bis 44-Jährigen sind es 59 %, bei den 45- bis 54-Jährigen sogar 64 %. Erst danach nimmt der Druck spürbar ab. In dieser Phase bündeln sich Verantwortung und Erwartung: Vollzeitarbeit, Kindererziehung, Care-Arbeit für Angehörige, dazu ständige Erreichbarkeit und zu wenig Erholungszeit. Viele nennen auch digitale Reizüberflutung als Belastungsfaktor – 36 % empfinden den permanenten Informationsstrom als erschöpfend. Psychotherapeutin Barbara Schrammel bringt es auf den Punkt: »Entlastung darf nicht an der Widerstandskraft einzelner Frauen hängen. Sie braucht faire Aufteilung von Verantwortung, leistbare Betreuung, Arbeitszeiten, die Erholung zulassen, und klare Grenzen im digitalen Alltag.«

Wenn psychische Last körperlich wird

Was als Anspannung beginnt, zeigt bald körperliche Folgen. Ein Drittel der Befragten berichtet über Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme oder Schlafstörungen. 35 % fühlen sich häufig motivationslos, 33 % haben Konzentrationsprobleme. In der jüngsten Altersgruppe (25–34) sind die Werte besonders alarmierend: 57 % erleben Antriebslosigkeit, 70 % leiden unter innerer Unruhe. Diese Symptome sind mehr als Stresszeichen – sie zeigen, wie eng mentale und körperliche Gesundheit verbunden sind. Und wie dringend Frauen Räume brauchen, in denen Erholung kein Luxus, sondern Normalität ist.

© Pure Encapsulations Sabine Sattlegger

Walking Exhibition: Sichtbarkeit für das Unsichtbare

Bereits am 9. Oktober setzte Pure Encapsulations® mit einer eindrucksvollen Walking Exhibition in der Wiener Innenstadt ein starkes Zeichen. Frauen aller Altersgruppen trugen großformatige Porträts mit Botschaften wie »Frauen wollen sich wohlfühlen, nicht gefallen« oder »Schönheitsideale machen krank, nicht schön« durch die Straßen – von der Albertina über die Kärntner Straße bis zum Stephansplatz. Die Aktion machte sichtbar, was sonst oft im Verborgenen bleibt: den Druck durch Schönheitsideale, die Unsichtbarkeit älterer Frauen und die psychische Belastung, die damit einhergeht. Unterstützt wurde die Initiative unter anderem von Journalistin Mari Lang, Psychotherapeutin Barbara Schrammel und Tina Werner, die die neuen Studienergebnisse präsentierten. In der anschließenden Pop-up-Ausstellung »This Is What Ageism Looks Like« in der Galerie Frank wurden die Porträts durch Statements, Zahlen und reale Hasskommentare aus sozialen Medien ergänzt. Die Verbindung aus wissenschaftlichen Fakten und persönlichen Geschichten sorgte für ein starkes Echo – sowohl in den Medien als auch bei Besucherinnen, die sich in vielen der Themen wiederfanden.

© Pure Encapsulations Sabine Sattlegger
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