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With love from Asia: Asiatisches Essen ist nicht nur lecker, sondern tiefgreifend gesund

Food
Gesundheit

Von TCM bis TTM – diese traditionellen Medizinsysteme können uns sanft heilen und schnell satt machen.

Nahrung macht satt, Nahrung macht glücklich. Nahrung kann aber auch heilen, wenn es denn als Information an unsere Körper verstanden wird. So wird es auch – und dies mit Erfolg – bereits seit Jahrtausenden in unterschiedlichen asiatischen Kulturen gelebt. Allen voran in China.

Was ist Traditionelle Chinesische Medizin?

TCM, also die Traditionelle Chinesische Medizin, ist auch in heimischen Breitengraden vielen von uns ein Begriff. Ganz vereinfacht ausgedrückt kann man es dem völlig Unwissenden so erklären: Im Mittelpunkt dieses ganzheitlichen Konzepts steht das Qi – unsere Lebensenergie, die durch Meridiane im Körper fließt. Wenn wir gesund sind, bedeutet das: Unser Qi fließt frei, Yin und Yang sind in Balance. Krankheiten entstehen erst, wenn unser Energiefluss durch Blockaden oder Ungleichgewicht gestört ist.

Diese Blockaden kann man durch diverse Methoden lösen lassen (z.B. durch Akupunktur) oder selbst in die Hand nehmen bzw. in den Kochtopf werfen. So schreibt die stark vereinfachte Version der TCM jedem Lebensmittel eine thermischen Wirkung (kalt, kühl, neutral, warm und heiß) und einem Geschmack (sauer, bitter, süß, scharf und salzig) zu. Beides zielt auf bestimmte Organe ab, die wiederrum den fünf Elementen zugeordnet werden.

Klingt kompliziert? Ist es nicht! Das Grundprinzip ist denkbar einfach: »Wir müssen passend zu unserer Konstitution und zur Jahreszeit essen.« Will heißen: Wer zur (innerlichen) Kälte neigt (kalte Hände, niedriges Energielevel und blasses Gesicht) sollte sich mit wärmender Nahrung ausgleichen. Das gleiche gilt natürlich auch in umgekehrte Richtung.

Was ist die Traditionelle Tibetische Medizin?

Die Traditionelle Tibetische Medizin ist noch längst nicht so alt wie TCM, sondern blickt »erst« auf eine Vergangenheit zurück, die ins 7.Jahrhundert reicht – und die Traditionen von TCM mit ayurvedischen Lehren verbindet. So kennt TTM auch »nur« drei Körperprinzipien:

  • Wind steht für Bewegung, Geist und Nervensystem
  • Galle steht für Hitze, Verdauung und Stoffwechsel
  • Schleim steht für Stabilität, Kälte und Feuchtigkeit

Jeder Mensch birgt in sich eine individuelle Mischung dieser Prinzipien, die vielen aus dem Ayurvedischen bekannt sein mag. Hier wie dort dient Ernährung dazu, Überschüsse zu beruhigen und Mängel auszugleichen.

Wie isst man nach TCM und TTM?

Beide Traditionen teilen ein Kernprinzip: Lass Nahrung deine Medizin sein. Nicht Kalorien werden rausgezählt, sondern Qualität, Zubereitung, Jahreszeit und individuelle Konstitution in den Kochtopf geworfen. Warme, frisch gekochte, pflanzenbetonte Mahlzeiten mit Gewürzen wie Ingwer, Kurkuma und Knoblauch bestimmen in beiden Systemen den Speiseplan.

In der TCM ernährt man sich nach folgenden Prinzipien:

  • Warm essen: Rohkost und Eisgetränke belasten Milz und Magen
  • Gekochte Speisen: Darf man auch bereits zum Frühstück essen
  • Saisonal und regional: Im Winter warm und nahrhaft, im Sommer leicht und kühlend
  • Bittere Nahrung
  • Fünf Farben: Gelb, Grün, rot, weiß und lila/schwarz gehören jeden Tag auf den Tisch

In der TTM konzentriert man sich auf folgende drei Säulen:

  • Wind-Überschuss: Das führt zu Angst, Schlaflosigkeit und Trockenheit. Nährend-öliges Essen wirkt dem entgegen. Dazu gehören Sesam, Fleischbrühe, Milchprodukte und Knoblauch.
  • Galle-Überschuss: Das führt zu Entzündungen, Reizbarkeit und Überhitzung. Kühlende und bittere Gerichte wirken dem entgegen. Dazu gehören Molke, bittere Salate, gekochtes Gemüse und Granatäpfel.
  • Schleim-Überfluss: Das führt zu Schwere und Trägheit. Leichte, trockene und scharfe Ingredienzien wirken dem entgegen. Dazu gehören Ingwer, Honig und Gerste. Auf Fleisch sollte Verzicht werden.

Beiden gemeinsam ist: Die Nahrung sollte frisch zubereitet, warm serviert und in Ruhe gegessen werden.

Lieblingsgerichte aus beiden Welten

Während Congee (Reissuppe) in China den perfekten Start in den Tag markiert, ist es laut TTM der Tsampa-Brei aus geröstetem Gerstenmehl mit Buttertee. Beide Küchen und Systeme schätzen Brühen wie die Miso-Suppe mit Gemüse, die Hühnerbrühe mit Goji oder die Ingwer-Kurkuma-Brühe. Besonders die Linsensuppe mit Kurkuma und Ghee ist ein Star der Tibetischen Medizin, da sie ausgleichend auf alle Prinzipien wirkt. Das chinesische Äquivalent dazu ist die wärmende Kartoffelpfanne.


Melanie Gleinser-Moritzer
Autor
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