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Zahnpflege in der Menopause

Gesundheit

Gesundheit beginnt im Mund. Diese wird in der Menopause aber zunehmend gefährdet. Ein Umstand, der bisher kaum Beachtung fand.

Während kein anderes Beauty-Thema in den letzten Jahren medial so laut diskutiert wurde wie die Menopause, herrschen bei einigen seiner Teilgebiete immer noch Unklarheiten. Und bei manchen überwiegen sogar die weißen Flecken. So wissen etwa die wenigsten Frauen, dass sie ihrer Mundgesundheit nun besondere Aufmerksamkeit schenken sollten. Wie auch? Gynäkolog:innen und Zahnmediziner:innen weisen nicht darauf hin, denn auch in der Medizin ist das Thema völlig neu. Die ersten Studien dazu trudelten erst 2021 ein, seitdem plätschert das Thema knapp unter der Aufmerksamkeitsgrenze vor sich hin. Dabei ist ein Bewusstsein für die Mundgesundheit in der Menopause unerlässlich, um Folgebeschwerden zu vermeiden oder zumindest zu minimieren.

Aber zuerst eine kurze Erklärung, die denkbar einfach wie logisch nachvollziehbar ist: Zeitgleich mit den Veränderungen in der Vaginalschleimhaut gehen auch Veränderungen in der Mundschleimhaut einher. Das Wüstenklima hat bei beiden denselben Grund: ein drastischer Hormonabfall, den jede Frau früher oder später zu spüren ­bekommt. Während er andernorts ganz laut auftritt, bleiben die Folgen im Mund oft lange unbeobachtet. Dabei wirkt sich der Rückgang der Östrogenkonzentration entsprechend ähnlich aus wie in der bereits angesprochenen Vaginalschleimhaut, da beide Strukturen ähnlich aufgebaut sind und Östrogenrezeptoren aufweisen. Das sogenannte Epithel wird dünner und die Speichelzusammensetzung ändert sich. Die neue Trockenheit macht den Mund anfälliger für Infektionen wie Candidiasis und das Mundbrenn-Syndrom (BMS) – um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Außerdem kann es leichter zu Verletzungen kommen und die Geschmackswahrnehmung ändert sich. Eine weitere Folge der veränderten Speichelsekretion sind die Auswirkungen auf den Zahnschmelz: Das Risiko für Karies und Parodentalerkrankungen steigt deutlich. Kurz gesagt: Die Veränderung der Schleimhaut korreliert mit chronischen Entzündungen und diese markieren bekanntlich die »Hallmarks of Aging«.

Man merkt: Das Thema hat unglaubliche Auswirkungen auf den weiblichen Körper, aber es gibt dennoch keinen Grund, in eine ängstliche Schockstarre zu fallen. Im Gegenteil: Zu diesem Zeitpunkt ist eine Frau ­besonders gefordert, aktiv zu werden und ihrer Mundgesundheit die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Konkrolltermine bei der Zahnärztin oder beim Zahnarzt und Besuche bei der Mundhygiene sollten in deutlich kürzeren Abständen stattfinden und mindestes zweimal jährlich durchgeführt werden. Remineralisierende Zahnpasten gleichen den verminderten Speichel aus und bauen den Zahnschmelz wieder auf. Mundwasser, die den Speichelfluss anregen, schlagen in die gleiche Kerbe und können auch zwischendurch im Alltag als To-go-Helferlein eingebaut werden.

Dr. Johannes Huber, Gynäkologe und Hormonexperte, weiß noch einen anderen Rat: »Man kann auch eine Tablette Östriol auf die Zunge legen und zergehen lassen.« Ein multidisziplinärer Ansatz, der eine ­Hormonersatztherapie inkludiert, ist eine sinnvolle Ergänzung zu den oben erwähnten Maßnahmen. Damit Frau noch lange gut zu lachen hat.

Best of Mundpflege

Die Mundgesundheit beginnt bei der Zahnpflege und endet bei der Befeuchtung der Mundschleimhaut. Weil kleine Veränderungen schon maximale Wirkung zeigen können.

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Foto beigestellt

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Erschienen in
Falstaff Happy Life Magazin 2/2025

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Melanie Gleinser-Moritzer
Autor
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