© Zequn Gui/Unsplash

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Schani- und Gastgärten als Lebensräume: Stadt Wien startet Wettbewerb

Die diesjährige Gastgarten-Saison beginnt mit Auszeichnung nachhaltiger Lokale.

von Tamara Kalny
17. April 2025

Wien wächst – und mit dem Bevölkerungswachstum steigt auch der Druck auf den urbanen Raum. Die zunehmende bauliche Verdichtung stellt die Stadt vor Herausforderungen, insbesondere wenn es um den Erhalt und die Schaffung von Grünflächen geht. Zwar verfügt Wien nach wie vor über zahlreiche Grünräume, aber gerade in dichter bebauten Bezirken sind kleine, naturnahe Flächen entscheidend für die ökologische Vernetzung und die Förderung der Artenvielfalt. Neben Parks, begrünten Fassaden, Vorgärten und Grünstreifen könnten auch Schani- und Gastgärten zu einem eine wichtige Rolle für die Biodiversität in der Stadt übernehmen.

Aus diesem Grund zeichnet die Magistratsabteilung Umweltschutz der Stadt Wien Gastronomiebetriebe, die besonders umweltfreundlich geführt werden und naturnahe Gartenbereiche gestalten mit einer neuen Plakette aus. Der Fokus liegt derzeit auf Gastgärten: Bis zum 2. Mai können Betriebe ihre Projekte einreichen. Eine Fachjury wählt drei davon aus, die anschließend bei der Umsetzung von biodiversitätsfördernden Maßnahmen unterstützt werden. Bereits 2024 wurde im Rahmen einer Pilotphase ein Wettbewerb mit Schwerpunkt auf Schanigärten erfolgreich durchgeführt.

Mehrere Kriterien im Fokus

Um die Plakette zu erhalten, muss ein Schani- oder Gastgarten bestimmte ökologische Kriterien erfüllen. Dazu gehört beispielsweise das Anpflanzen heimischer, insektenfreundlicher Pflanzen sowie der Verzicht auf synthetische Pflanzen- und Holzschutzmittel. Dadurch soll ein lebendiger Lebensraum entstehen, in dem sich Wildbienen, Käfer und Schmetterlinge wohlfühlen – und auch Vögel aus der Umgebung lassen sich beim Nahrungssuchen beobachten.

Weiters soll unter anderem der Einsatz von torffreier Erde, nachhaltigen Pflanzgefäßen und umweltfreundlichen Möbelmaterialien in diese Kriterien fallen. Das bedeutet, dass synthetische Düngemittel aber auch Heizstrahler oder Laubbläser nicht in dem Gastgarten erlaubt sind. Weitere freiwillige Maßnahmen wie etwa Nistkästen oder eine eventuelle Entsiegelung von Flächen kommen den Betrieben ebenfalls zugute. »Wer auf nachhaltige Bepflanzung, Möblierung sowie ein entsprechendes Speisen- und Getränkeangebot setzt, kann sich um die kostenlose aber werbewirksame Plakette  ›Naturnaher Schani- und Gastgarten‹ bewerben«, erklärt Michael Kienesberger, Leiter der Stadt Wien – Umweltschutz.

Nicht die erste Aktion

Im Mittelpunkt der Aktion steht auch das kulinarische Angebot sowie der Einsatz von Mehrwegverpackungen beim Take-away. Gefragt sind Speisen und Getränke, die bio, regional, saisonal und fair produziert sind. Dabei gilt: Mindestens ein Drittel jeder Kategorie muss aus biologischer Landwirtschaft stammen. Mit Initiativen wie dem Projekt »Naturnaher Schani- und Gastgarten« sowie der seit 2008 vergebenen Plakette »Naturnahe Grünoase« für Gärten, Innenhöfe und Terrassen, motiviert die Stadt Wien – Umweltschutz die Wiener:innen dazu, selbst einen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten.

Im Rahmen der Kampagne »Pflanz’ mich« wurden bereits tausende insektenfreundliche Kräuter und Heckenpflanzen kostenlos in Wien verteilt – und es geht weiter. Ergänzt wird die Aktion durch Thementage zu Wiesenpflege, Beweidung oder die jährliche Veranstaltung »Tag der Artenvielfalt« Anfang Juni in Breitenlee. Hier haben Interessierte die Möglichkeit, sich mit Expert:innen auszutauschen und mehr über aktuelle Themen wie Biodiversität, ökologische Pflege oder Renaturierung zu erfahren.

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