So wird der neue »Wienerwald« aussehen.
© Wienerwald
Die einst größte Restaurantkette Europas feilt an einem Neustart in Deutschland
Nach mehreren Pleiten und mäßig erfolgreichen Relaunches soll es diesmal das »Gastro-Comeback des Jahres« werden.
von Alexander Schöpf
05. Oktober 2023
In einer Zeit, in der heutige Fast-Food-Riesen wie McDonald’s, Burger King oder KFC ihre ersten zaghaften Schritte in Europa wagten, war es eine Restaurantkette aus Deutschland, die einen beispiellosen Siegeszug über den Kontinent hinlegte. 1955 von Friedrich Jahn gegründet war »Wienerwald« in den späten 1970er Jahren die größte Restaurantkette Europas.
Allein in Deutschland und Österreich wurden 1978 über 700 Standorte betrieben – weltweit waren es sogar 1.600 Lokale mit knapp 30.000 Mitarbeitenden. In Spitzenzeiten gingen laut Jahn 700.000 Hähnchen pro Tag über die Theke und der Claim »Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in den Wienerwald« hatte sich zum geflügelten Wort entwickelt.
Pleiten, Turbulenzen und ein Neustart
Was dann jedoch folgte, waren Pleiten, Turbulenzen und einige mehr oder weniger erfolgreiche Neuausrichtungen und Relaunches. Aktuell gibt es in Deutschland noch ein »Wienerwald«-Restaurant – und zwar in Hannover – das seinen Namen jedoch bald ändern muss. Denn mit Ende des Jahres läuft die Lizenz für die »Wienerwald«-Namensnutzung aus und das Lokal wird seinen Namen mit 1. Dezember auf »Hendl und Glut« umändern.
Das Ende für »Wienerwald« in Deutschland bedeutet dies jedoch nicht. Ganz im Gegenteil: Die Family Brands Operations Company GmbH, die die Namensrechte an der kultigen Hendlbraterei hält, bastelt nach eigenen Angaben am »Gastro-Comeback des Jahres«. Noch heuer soll im Ort Torfhaus im Harz der erste neue »Wienerwald« aufsperren. Gerade werden noch auf Hochtouren die letzten Handgriffe auf der Baustelle angelegt, damit das erste Lokal der wiederauferstandenen Restaurantkette bei der Eröffnung in Hochglanz erstrahlt.
Keine Nostalgieveranstaltung
500 Gäste – Innen- und Außengastronomie zusammengenommen – sollen im neuen »Wienerwald« Platz finden. Über 60 Arbeitsplätze wird der neue Gastro-Hotspot im touristisch hochfrequentierten Torfhaus bieten. Weder optisch noch gastronomisch soll der neue »Wienerwald« eine Nostalgieveranstaltung werden, versprechen die Macher: »Es versteht sich fast von selbst, dass das gastronomische Angebot im ›Wienerwald‹ dem Zeitgeist einer ausgewogenen, auf Frische betonten Speisekarte entspricht.« Das Grillhähnchen bleibt nichtsdestotrotz der Headliner. Daneben spielen vegetarische und vegane Speisen, Bowls aber auch traditionelle Gerichte und Desserts eine Hauptrolle. Auf Schweinefleisch wird hingegen gänzlich verzichtet. Besondere Wert wolle man auf die hauseigene Zubereitung von Beilagen, Würzmischungen und Marinaden legen.

»Die Idee des neuen ›Wienerwaldes‹ besteht darin, unseren Gästen einen gemütlichen, komfortablen Ort zu präsentieren, um hier mit der Familie oder mit Freunden ein paar schöne Stunden zu erleben. Dazu gehört es eben auch, dass wir wieder am Tisch die Wünsche aus unserer reichhaltigen Karte aufnehmen und auch wieder am Tisch servieren«, erklärt »Wienerwald«-Geschäftsführer Thies Borch-Madsen. Mittelfristig sei die Eröffnung weiterer Häuser – unter anderem in Dresden, Hildesheim, Bielefeld und an der Ostsee in Schleswig-Holstein – geplant.
Lesenswert
Für die praktische Prüfung im MODUL haben sich die Schüler ins Zeug gelegt: Paul Knoll und Franziska Wagner sind zuversichtlich.
© Falstaff PROFI
Prüfungsessen im »MODUL«: Wenn junge Talente wie Profis arbeiten
PROFI war bei den praktischen Prüfungen der »Tourismusschulen MODUL« in Wien dabei und konnte sich von den Fähigkeiten des Gastro-Nachwuchses überzeugen. Es wurde auf jedes Detail und jeden Handgriff geachtet.
Nach turbulenten Monaten plant das Drei-Sterne-Restaurant einen Neustart – personall und kulinarisch.
© Pe3k / Shutterstock.com
»Noma« startet neu: Kopenhagen-Comeback mit neuer Führungsriege
Eines der einflussreichsten Restaurants der Welt steht vor einem weiteren Umbruch. Mit der Rückkehr nach Kopenhagen verändert »Noma« nicht nur seine Führung, sondern auch das gastronomische Konzept grundlegend.
Leichte Bier-Welt: Immer mehr Gäste wünschen sich mit weniger oder ganz ohne.
© canva.com / Nastasic
Brau dich ruhig! Leichte Biere und solche ganz ohne liegen im Trend – und bringen Umsatz
Jedes zehnte Bier ist alkoholfrei, das Helle gewinnt weiter Fans. Ja, selbst der »Saure Radler« ist plötzlich keine rein alemannische Trinkart mehr. Wer den Publikumsgeschmack kennt, zapft weiter mit Gewinn.
Obwohl die Teilnahme an der »Masterclass« freiwillig ist, gibt es für das nächste Schuljahr bereits eine hohe Nachfrage – eine zusätzliche »Masterclass« ist geplant.
© Hertha Firnberg Schulen
Cooles Format: Firnberg-Masterclass zeigt, was der Wiener Nachwuchs kann
Auf das Prüfungsessen haben sich die Teilnehmenden der Masterclass wochenlang vorbereitet. Sechs Schüler der »Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und Tourismus« stellten sich der Jury und zeigten, was vier Module unter Spitzenkoch Valentin Kalteis aus ihnen gemacht haben.
Die PROFI-Bier-Experten (v.l.): Tono Soravia, Ralph Hoffmann, Marion Weinberger, Mirco Meyer und Miachel Kolarik-Leingartner.
© Jan Tiam Dorfer
Bier-Sager: Fünf Experten-Statements vom großen PROFI Round Table
Das exklusive PROFI-Diskussionsformat bringt Branchenkenner zusammen und große Themen auf den Punkt. Beim Round Table zum Thema Bier sprachen fünf Experten mit Chefredakteur Roland Graf – und das sind Ihre Statements zur ”Bier-Lage«.
Paul Ivić (2.v.r.) war bereits zu Gast beim Gartensommer von »ARCHE NOAH« in Langenlois, nun hat er den offenen Brief an die EU unterzeichnet.
© Bernd Kajtna (ARCHE NOAH), Alwin Jurtschitsch
»Zukunft des Geschmacks in Gefahr«: 122 Spitzenköche kritisieren EU-Saatgutgesetz
Kurz vor dem Ende der Verhandlungen zum neuen EU-Saatgutrecht wächst der Widerstand aus der Gastronomie. 122 Küchenchefs und Gastronomen aus 19 Ländern warnen vor negativen Folgen für Vielfalt, Geschmack und Ernährungssicherheit.
Meist gelesen
Thomas Bühner möchte zu seinen westfälischen Wurzeln zurückkehren – und sucht bereits Personal für sein neues Restaurant.
© Sabine Meier
Nach Hamburg-Rückschlag: Spitzenkoch Thomas Bühner startet neues Gastroprojekt
Noch sind viele Details offen. Fest steht jedoch: Spitzenkoch Thomas Bühner arbeitet an einem neuen Restaurantprojekt im Münsterland und sucht bereits Führungskräfte für Küche und Service. Was bisher bekannt ist.
TVB Paznaun-Ischgl
© Von Juli bis Oktober 2026 verwandeln sich neun ausgewählte Hütten und Almen im Paznaun in besondere Genussstationen.
Gipfel der Genüsse: Gourmetköche warten im Paznaun auf 2.000 Metern
Regionale Produkte allein reichen oft nicht mehr aus, um Gäste zu begeistern. Im Paznaun setzt man deshalb auf eine enge Zusammenarbeit von Produzenten, Hüttenwirten und Spitzenköchen – und macht daraus ein touristisches Gesamtkonzept.
Seit 1986 ist »Herr Franz« aus dem »Unterwirt« in Ebbs weder für Gäste noch für Familie Steindl wegzudenken.
© Tollerien Didi
So kann Gastro gelingen: »Herr Franz« feiert 40 Jahre im »Unterwirt«
»Herr Franz« feiert gleich doppelt: 40 Jahre im »Unterwirt« in Ebbs und seinen 60. Geburtstag. Eine Geschichte die zeigt, dass Gastronomie mit Wertschätzung und Treue funktioniert.
Beim Hintergrundgespräch treffen sich Gabriele und Moritz Huth, Richard Angerer und Dr. Thomas Peschta, um über Herausforderungen und Lösungswege in der Gastronomie zu diskutieren (v.l.).
© YIELD
Daten statt Bauchgefühl: Ein Tool hilft, die Gastro zu optimieren
Wie können Betriebe wirtschaftlich stabiler und flexibler agieren? Diese Frage stellten sich Vertreter aus Gastronomie, Wirtschaft und Technologie. PROFI war dabei und hat die wichtigsten Erkenntnisse für Sie.
Wer seine Karte modernisieren, jüngere Zielgruppen ansprechen oder einfach einen starken Eyecatcher braucht, liegt mit dem Crunchy Kimchi Burger genau richtig.
© Foto beigestellt
Produkt der Woche: Crunchy Kimchi Burger
Advertorial
Der Crunchy Kimchi Burger bringt frischen Wind auf Ihre Karte – laut, bunt und maximal im Trend. Der Food-Hype aus Südkorea liefert genau das, was Gäste heute lieben: echte Gemüsestücke, internationale Trendgeschmäcker und richtig viel Crunch.
Leitungswasser als Grundrecht: Die Richter entschieden dagegen. Das Glas der Klägerin blieb nicht nur halb, sondern ganz leer.
© unsplash.com/Sandra Seitamaa
Ja, das darf der Wirt! Kein Recht auf Leitungswasser im Luxushotel
Ein Dauerbrenner macht rechtzeitig zur Sommersaison wieder Schlagzeilen. Spannender als die Sensationsmeldung ist aber die Begründung der Richter. Und noch mehr: Was sagen Österreichs Gastronomen? PROFI weiß beides.
Der Newsletter für echte Profis
Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!

