Die sechs Finalisten des Halbfinales kämpfen im November um den Titel »Koch des Jahres«.
© Julio Arellano
Live-Wettbewerb »Koch des Jahres«: Diese sechs Talente stehen im Finale
Im Halbfinale in München setzten sich sechs Kandidaten durch: Mit emotional aufgeladenen Interpretationen ihrer Kindheitsgerichte überzeugten sie die Fachjury – und das Publikum in der »Chefs Challenge Night«.
von Brigitte Radl
27. April 2026
Nach dem Halbfinale von »Koch des Jahres« in der Münchner Allianz Arena steht fest, wer im November um den Titel kocht: Sechs Finalisten konnten sich im Live-Kochwettbewerb durchsetzen – vier über die Fachjury, zwei über das Publikum.
Gerichte aus der Kindheit
Im Zentrum des diesjährigen Halbfinales stand ein ungewöhnlicher Zugang: Die Kandidaten mussten ein persönliches Kindheitsgericht interpretieren – einmal klassisch, einmal in moderner Version. Ein Thema, das weniger auf Technik als auf Haltung und Erzählung zielt.
Am stärksten überzeugten dabei die Teams von Aljoscha Knoblich (Restaurant »Jellyfish«, Hamburg), Semi Hassine (Restaurant »Fachwerk«, Hattingen), Tetiana Berezhna (Erkelenz) sowie Lukas Baumgartner (Restaurant »Auerhahn«, Schluchsee). Sie sicherten sich ihre Finaltickets über die Jurywertung.

Zwei »Wildcards« wurden in der »Chefs Challenge Night« per Publikumsentscheid vergeben. Die 16 angetretenen Teams mussten aus einem vorgegebenen (und immer unterschiedlichen) Warenkorb ein Gericht für 300 Personen kreieren. Die Finaltickets sicherten sich Mustafa Mirzaei und Simon Bantle. Ersterer außerdem den Preis »Best Plating Award by Churchill«, für das schönste und handwerklich überzeugendste Anrichten.

Zwischen Emotion und Präzision
Dass der Wettbewerb heuer stärker auf persönliche Handschrift setzt, wurde auch in der Jurybewertung deutlich. »In der Spitzengastronomie geht die Emotion so ein bisschen verloren, weil wir zu technisch sind. Perfektion und Emotion sind grundsätzlich kontraproduktiv«, so Juror Tobias Bätz. »Die große Kunst ist, eine tiefe Emotion in ein Fine Dining zu packen – und das war heute die große Herausforderung für die Kandidaten. Wer das geschafft hat, hat sich wirklich nochmal abgehoben und den Platz im Finale verdient.«

Finale im November
Für die sechs Finalisten geht es am 16. November in der Motorworld München weiter. Dort entscheidet sich, wer den Titel »Koch des Jahres« holt.
Unabhängig vom Ausgang des Finales zeigt der Bewerb schon jetzt, dass neben handwerklicher Präzision zunehmend Konzepte mit persönlicher Tiefe verfangen. Ein Ansatz, der auch für Betriebe über den Wettbewerb hinaus an Bedeutung gewinnt – Stichworte Erlebnisgastronomie und emotionales Storytelling.
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