© Roland Graf

Meister des Fachs in gemeinsamer Mission: Hans Reisetbauer, Gerhard Tsai, Simon Schubert und Julian Lechner (v.l.n.r.).

© Roland Graf

Starkes Pairing! Hochprozentiges Reisetbauer-Menü beim »Reznicek«

Heimische Frucht-Brände dürfen nicht am Schnapswagen verstauben. Mit Geri Tsai aus der »Tür 7« am Shaker verwandelten sich gebrannte Himbeere, Jonagold und Karotte zur stimmigen Menü-Begleitung.

von Roland Graf
03. März 2025

»Wir betreten Neuland«, war der Tenor von »Reznicek«-Gastgeber Simon Schubert, Meisterbrenner Hans Reisetbauer und Gerhard Tsai von der bekannten Bar »Tür 7«. Sommelier Schubert würde sich einen Abend lang aufs »Spazierengehen beschränken«, wie er scherzte. Denn anstatt seiner Weinempfehlungen waren zum Sieben-Gänge-Menu Destillate und Cocktails angesagt. Abgestimmt auf die Speisen Julian Lechners sollte stets ein Reisetbauer-Brand und ein Drink aus der Hand »Geri« Tsais die Speisefolge begleiten. Damit es zu einem »tollen Zusammenspiel aus Getränken und Küche« (© Simon Schubert) kommt, muss man aber die Mechanik einer hochprozentigen Begleitung verstehen. »Anders als beim Wein haben wir keine Säure«, streicht der oberösterreichische Brenner den wichtigsten Unterschied heraus.

Wenn der Schnaps das Bries süßt

Tsai, der auch in seiner Bar in der Josefstadt ohne fixe Karte arbeitet, ist es gewohnt, »dass wir uns auch dort an den Aromen orientieren«. Aus seiner Sicht ist es vor allem wichtig, »dass der Drink nicht zu sehr in die Höhe schießt – dann schmeckt alles nach dem Destillat«. Um das zu verhindern, hat er mehrere Nachmittage in der Küche verbracht. Das Ergebnis erstaunte, denn wie auch beim Foodpairing mit Wein ergab sich bei den besten Kombinationen ein Geschmackserlebnis, bei dem Neues entstand. Ein Beispiel dafür war der Cocktail, der fassgelagertes Jonagold-Destillat mit etwas Glenfiddich, Fino-Sherry und ein wenig Drambuie kombinierte. Er kitzelte die Süße des Kalbsbries, das mit einer Specksauce serviert wurde, so richtig hervor.

Logistische Spitzenleistung: Hunderte Destillat-Gläser wollten gefüllt, serviert und geleert sein. © Roland Graf

Und während ein Weißwein allenfalls »Noten von Orangen« aufweisen kann, war auch der Orangenbrand, der zur Krautroulade vom Wels serviert wurde, die pure Frucht. Das gilt durchaus wörtlich; denn in Axberg werden Saft und Schale eingemaischt. Acht bis neun Tonnen der Südfrüchte verwandeln sich an einem Tag in rund 1.000 Liter Schnaps. »Wir bekommen die Früchte aber rund sechs bis acht Wochen später als die Supermärkte«, ist auch hier die Reife das entscheidende Kriterium des Brenners.

Im Zusammenspiel mit dem Fisch entstand dabei eine an Kümmel erinnernde Note, die sie aber ausschließlich dem Cocktail verdankte, der ein wenig Ancho Reyes-Likör mit dem Orangen-Brand verband.

Fast ein Kilogramm Frucht im Glas

Immer wieder staunte man über den Aufwand hinter den Destillaten. »35 Kilo Waldhimbeeren stecken in einem Liter«, rechnete Reisetbauer etwa beim mit 100 FALSTAFF-Punkten prämierten Brand vor. Womit auch die eingeschenkten zwei Zentiliter umgerechnet fast ein Kilo Beeren im Glas bedeuten. Die »Reznicek«-Ente stellte wahrlich kein leichtes Gericht dar, doch mit dem Himbeer-Brand dazu kam es einem fast so vor. »Du sollst den Boden und den Wald rausriechen«, wies der Brenner auf die zart erdige Komponente hin, die wild gesammelte Früchte auszeichnet.

Noch mehr Menge braucht es lediglich bei Zucker-armem Ausgangsmaterial, allen voran der Karotte. Da sind es 46 Kilogramm, die in einem Liter Destillat stecken. Kongenial wirkte diese Reisetbauer-Spezialiät zur Kalbszunge mit Safran. Vor allem die rauchigen Noten der Sauce von Julian Lechner hob das Destillat herrlich hervor.

© Roland Graf

Die Marille steckt nicht im Krapfen

Mitunter war auch die schiere Kraft der 40% vol neben den Fruchtaromen gefragt. Der Tribut an die Faschingszeit, den Julian Lechner kreiert hatte, sah einen mit Bergkäse gefüllten Krapfen vor. Hier wirkte der Rosenmarillen-Brand zugleich als Begleiter wie auch als Digestiv. Formal machte aber ein noch nicht erhältlicher Brand den Abschluss. »Buddhas Hand«-Zitronen wurden erstmals in einer Kleinauflage von Reisetbauer destilliert. Die extrem aromatische Zitrusfrucht sorgte für einen erfrischenden Ausklang. »Und vor allem hat kein einziger nach einem Wien gefragt«, sah der Brenner den Abend als echte Werbung für hochprozentige Pairings an.

Lesenswert

Bringt die Marke »Schweppes« in Österreich und Süddeutschland voran: Brand Ambassadorin Katrin Heilbrunner | © Schweppes

© Schweppes Deutschland

Neue Ansprechpartnerin für die Gastro: »Schweppes« baut Präsenz in Österreich aus

Mit Katrin Heilbrunner bekommt »Schweppes« eine neue Brand Ambassadorin für Österreich und Süddeutschland. Parallel erweitert die Marke ihr Portfolio um die neue Sorte »Bitter Pink Grapefruit«, die exklusiv für die heimische Gastronomie erhältlich ist.

Bizz & Fizz - Falstaff PROFI

Das erste mal veranstaltet die »HOGAST« und Falstaff PROFI das neue Event zum Netzwerken in der Branche.

© Jan Tiam Dorfer

Pioniere der Branche: Das waren die Gäste bei »Biz & Fizz« von HOGAST und Falstaff PROFI

Beim neuen Talk- und Netzwerkformat »Biz & Fizz« trafen sich Branchenvertreter, Gastronomen und Partner zum persönlichen Dialog über den Dächern Wiens. Unsere Fotogalerie zeigt die Gäste des Abends – Menschen, die die Gastronomie gestalten und entwickeln.

Biz & Fizz - Falstaff PROFI

Falstaff PROFI ist die Stimme der Branche – und die Branche kam, um sich auszutauschen.

© Jan Tiam Dorfer

Neues Format »Biz & Fizz«: HOGAST und Falstaff PROFI redeten übers Geld!

Professionals only! Auf der Wiener »Lamée Rooftop« diskutierten Gastronomen und Hoteliers beim neuen PROFI-Format »Biz & Fizz«: Ernste Themen, lockerer Rahmen und genug Gelegenheit zum Networken – das traf einen Nerv bei den Hospitality-Profis.

Nobashi - Falstaff PROFI

Im 17. Jahrhundert in Japan »erfunden«, heute der Meeresfrüchte-Hit in der Spitzengastro.

© Sligro

PROFI Food School: Was ist Nobashi?

In der Edo-Periode Japans entwickelt, punktet die »gerade« ­Garnele abseits von Tempura. Der Schwanz bleibt oft als »Haltegriff« oder zur optischen Aufwertung erhalten. Eine Garnele, ideal zum Dippen!

Schlumberger Next Spirit GmbH

Feiern die neue GmbH »Next Spirit Brands« (v.l.n.r.): Florian Czink, Christian Lehner, Florian Mayer-Unterlass und David Schrefl

© Schlumberger / Adrian Almasan

Neue Premium-Marken in Österreich: »Schlumberger« baut Spirituosen-Geschäft aus

Die Schließung von »Eggers & Franke Österreich« sorgt für Bewegung am heimischen Getränkemarkt. »Schlumberger« nutzt die Gelegenheit und übernimmt mehrere internationale Premiummarken – begleitet von einer neuen Vertriebsstruktur.

Leichte Biere und alkoholfrei Best of Bier Trophy 2026 - Falstaff PROFI

Das sind besten leichten und alkoholfreien Biere für Ihre Karte!

© canva.com/pixelshot

Falstaff PROFI Best of Bier: Leicht oder ganz ohne

Die diesjährige FALSTAFF Bier-Trophy kürte im April die besten Brauerzeugnisse. Die leichtesten Empfehlungen haben wir speziell für die Gastronomie in unseren Top 9 zusammengestellt. Zum Wohl!

Meist gelesen

Rezept Massimo Bottura - Falstaff PROFI

Frisch, saftig und leicht: Die Zitronen-Tarte ist ein typisches Dessert in der italienischen Emilia-Romagna.

© Lena Staal / STAAL & JOHS

Dessert-Hit von Massimo Bottura: Zitronen-Tarte mit Minzsauce

Der italienische »Rockstar des Fine Dining« zeigt, wie eine »Torta al Limone« auf Spitzenniveau gelingt: mit Zitronengras-Gelato, Minzsauce und fruchtigem Zabaione. Dazu empfiehlt Falstaff den bittersüßen italienischen Kultlikör Campari.

Prüfungsessen - Falstaff PROFI

Für die praktische Prüfung im MODUL haben sich die Schüler ins Zeug gelegt: Paul Knoll und Franziska Wagner sind zuversichtlich.

© Falstaff PROFI

Prüfungsessen im »MODUL«: Wenn junge Talente wie Profis arbeiten

PROFI war bei den praktischen Prüfungen der »Tourismusschulen MODUL« in Wien dabei und konnte sich von den Fähigkeiten des Gastro-Nachwuchses überzeugen. Es wurde auf jedes Detail und jeden Handgriff geachtet.

Mike Süsser Männermarkt - Falstaff PROFI

Neues Projekt mit Augenzwinkern: Mike Süsser hat den »Männermarkt« eröffnet.

© beigestellt

Mit Mike Süsser im »Männermarkt«: Neues Konzept für ein »altes« Problem

Eines der bekanntesten Fernsehgesichter der Kulinarik-Welt geht neue Wege: Mike Süsser setzt im beschaulichen Almtal auf eine Pasta-Manufaktur im Zeichen des Affen. Alles zum unkonventionellen »Männermarkt« des Kochs.

Leichte Biere - Falstaff PROFI

Leichte Bier-Welt: Immer mehr Gäste wünschen sich mit weniger oder ganz ohne.

© canva.com / Nastasic

Brau dich ruhig! Leichte Biere und solche ganz ohne liegen im Trend – und bringen Umsatz

Jedes zehnte Bier ist alkoholfrei, das Helle gewinnt weiter Fans. Ja, selbst der »Saure Radler« ist plötzlich keine rein alemannische Trinkart mehr. Wer den ­Publikums­geschmack kennt, zapft weiter mit Gewinn.

MasterClass - Falstaff PROFI

Obwohl die Teilnahme an der »Masterclass« freiwillig ist, gibt es für das nächste Schuljahr bereits eine hohe Nachfrage – eine zusätzliche »Masterclass« ist geplant.

© Hertha Firnberg Schulen

Cooles Format: Firnberg-Masterclass zeigt, was der Wiener Nachwuchs kann

Auf das Prüfungsessen haben sich die Teilnehmenden der Masterclass wochenlang vorbereitet. Sechs Schüler der »Hertha Firnberg Schulen für Wirtschaft und Tourismus« stellten sich der Jury und zeigten, was vier Module unter Spitzenkoch Valentin Kalteis aus ihnen gemacht haben.

Bier Round Table - Falstaff PROFI

Die PROFI-Bier-Experten (v.l.): Tono Soravia, Ralph Hoffmann, Marion Weinberger, Mirco Meyer und Miachel Kolarik-Leingartner.

© Jan Tiam Dorfer

Bier-Sager: Fünf Experten-Statements vom großen PROFI Round Table

Das exklusive PROFI-Diskussionsformat bringt Branchenkenner zusammen und große Themen auf den Punkt. Beim Round Table zum Thema Bier sprachen fünf Experten mit Chefredakteur Roland Graf – und das sind Ihre Statements zur ”Bier-Lage«.

Der Newsletter für echte Profis

Be inside and take your chance! Regelmäßige Karriere-Updates aus Gastronomie und Hotellerie, kostenlos in Ihr Postfach!