Die Große Moschee in Abu Dhabi © David Rodrigo/Unsplash

Die Große Moschee in Abu Dhabi

© David Rodrigo/Unsplash

»Warum zur Hölle nicht«: Abu Dhabi bekommt seine erste Bierbrauerei

»Craft by Side Hustle« ist das erste Unternehmen, das in den Vereinigten Arabischen Emiraten legal Alkohol produzieren darf.

von Alexander Schöpf
03. Januar 2024

In unseren Breitengraden wäre die Eröffnung einer Bar mit angeschlossener Brauerei wohl keine Meldung, die einen Hund großartig hinter dem Ofen hervorlocken würde. Ganz anders in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE): Dass in Abu Dhabi, der Hauptstadt des Wüstenstaates, das US-Unternehmen Side Hustle ein Pub aufsperrt, das sein eigenes Bier braut, schafft es weltweit in die Schlagzeilen.

Das hat auch einen guten Grund, denn es handelt sich um die erste legale Alkoholproduktion in den VAE. Die Gasthausbrauerei – die in der Shoppingmall »Galleria« auf der vor Abu Dhabi liegenden Insel Al Maraya beheimatet ist – nennt sich »Craft by Side Hustle« und hat Ende Dezember ihre Pforten geöffnet. Die große, offizielle Eröffnung soll Medienberichten zufolge im Februar folgen. Side Hustle ist das erste Unternehmen, das eine entsprechende Verordnung von Abu Dhabi aus dem Jahr 2021 nutzt, die es Linzenzinhabern erlaubt, alkoholhaltige Getränke für den Verzehr vor Ort herzustellen. Zuvor war es nicht erlaubt, in den Emiraten Alkohol zu produzieren. Zwar war der Konsum erlaubt, aber dafür musste das Genussmittel aus dem Ausland importiert werden.

Geehrt und aufgeregt

Das »Craft by Side Hustle« bietet rund 250 Personen Platz, berichtet der Finanznachrichtendienst »Bloomberg« und darf 25.000 Pints pro Monat produzieren. Ein frischgezapftes Selbstgebrautes kostet 45 Dirham (11,20 Euro) und kann zu den Cajun-inspirierten Speisen, die gereicht werden, genossen werden. Die »Craft by Side Hustle«-Betreiber wollen laut Medienberichten vorerst 75 verschiedene Craft-Bier-Sorten anbieten.

Ein Blick ins »Craft by Side Hustle« © Side Hustle
Ein Blick ins »Craft by Side Hustle« © Side Hustle

»Wir haben uns gedacht, warum zur Hölle nicht«, werden die Side-Hustle-Co-Founder Chad McGehee, Wayne Milford und Jeff Karns auf der Website des Unternehmens zitiert. Bisher habe man die alkoholhaltigen Getränke in den USA produziert, mit dem Ziel die Aromen und das Klima der VAE zu ergänzen. Dadurch habe man es geschafft Getränke herzustellen, die schmecken als wären sie vor Ort produziert worden, obwohl sie um den halben Globus geschifft wurden. Gegenüber der Tageszeitung »Kaleej Times« ergänzt McGehee: »Wir wissen um die Verantwortung und sind sowohl geehrt als auch aufgeregt.«

Attraktiv für Ausländer

Die Eröffnung der Brauerei ist Ausdruck eines Trends in der Region, der sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet. Die Emirate versuchen – genauso wie der große Nachbar Saudi Arabien – die traditionell restriktiven Regeln und Gesetze in allen möglichen Bereichen zu lockern und zu liberalisieren, um für Ausländer attraktiv zu werden. So hat beispielsweise das ebenfalls zu den VAE gehörige Emirat Dubai vergangenes Jahr die bis dahin geltende 30-Prozent-Steuer auf Alkohol abgeschafft. Der Alkohol- und Spirituosenmarkt gilt in dem aus sieben Scheichtümern bestehenden VAE als Zukunftsmarkt. Er soll laut Global Data von derzeit 7,5 Milliarden Dollar bis 2028 um 13 Prozent zulegen.

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