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Die neue Brennerei war ein Meilenstein in der 30-jährigen Erfolgsgeschichte von Hans Reisetbauer.

Die neue Brennerei war ein Meilenstein in der 30-jährigen Erfolgsgeschichte von Hans Reisetbauer.
© Beigestellt

Ein Traum von Qualität: Brennerei Hans Reisetbauer feiert 30-jähriges Bestehen

Obstbrand
Spirituose
Jubiläum

Die Brennerei Reisetbauer feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Seit 1994 steht der Name Reisetbauer nun für höchste Qualität, Innovation und handwerkliche Präzision in der Herstellung von Edelbränden und Spirituosen. Mit Falstaff spricht Gründer Hans Reisetbauer über seine Vision, überwundene Hürden und die Zukunft.

Mit seiner Philosophie, nur die besten, nachhaltig angebauten Früchte zu verwenden, setzte Hans Reisetbauer von Anfang an auf höchste Qualität. Als er vor drei Jahrzehnten die erste Flasche Williamsbrand in die Welt entließ, war es der Beginn einer Vision: eine Brennerei zu schaffen, die für kompromisslose Qualität und handwerkliche Perfektion steht. Über die Jahre hat sich dieses Versprechen immer weiter entfaltet. Nicht zuletzt auch durch den Einstieg des Sohnes, Hans Reisetbauer Junior, der nun bereits seit fast 10 Jahren im Betrieb ist und die weitere Zukunft der Brennerei und der Landwirtschaft mitgestaltet.

Als ich vor 30 Jahren die ersten Früchte unserer Obstgärten destillierte, war mein Traum klar: Ich wollte die besten Edelbrände Österreichs herstellen, mit einer unermüdlichen Hingabe zur Qualität und einem tiefen Respekt vor den Rohstoffen. Schritt für Schritt wuchs aus dieser Leidenschaft ein Betrieb, der bis heute seinen Werten treu geblieben ist. Was mich damals antrieb, war der Wille, etwas Einzigartiges zu schaffen – und diese Leidenschaft ist bis heute der Herzschlag unserer Brennerei.

Was als kleines Brennerei-Projekt begann, hat sich über die letzten drei Jahrzehnte zu einem der renommiertesten Betriebe in der internationalen Spirituosenlandschaft entwickelt. Reisetbauers Produkte, darunter der mehrfach prämierte Rote Williamsbrand von der hauseigenen Williams-Plantage oder die außergewöhnlichen Tresterbrände, sind heute in den besten Bars und Restaurants weltweit zu finden. Doch Reisetbauer experimentiert nicht nur mit traditionellen Obstbränden, sondern auch mit Kreationen wie fassgelagerten Bränden, Gin, Whisky und Rum.

Falstaff hat sich anlässlich des Firmenjubiläums mit Hans Reisetbauer über die Entwicklung des Obstbrandes, harte Überzeugungsarbeit und neue Herausforderungen unterhalten

Falstaff: Als Sie vor 30 Jahren den Entschluss gefasst haben Obstbrenner zu werden – wie stand es damals um das Image des Obstbrands? Haben Sie darin eine Marktlücke erkannt?

Hans Reisetbauer: Als ich vor 30 Jahren den Entschluss fasste, Obstbrenner zu werden, war das Image des Obstbrands noch recht bescheiden. Bis Ende der 80er-Jahre wurde Obstbrand stiefmütterlich behandelt, und es ging wenig um Qualität und Genuss. Mit Pionieren wie Rochelt und Gölles begann Ende der 80er-Jahre eine qualitative Wende und eine Genussorientierung, und als wir Mitte der 90er-Jahre hinzukamen,  wurde diese Bewegung weiter gestärkt. Wir wollten nicht nur ein weiteres Produkt schaffen, sondern einen neuen Standard setzen und das Bild des Obstbrands revolutionieren. Früher wurde Obstbrand eher als »Stamperl« konsumiert, das mehr zur Erhöhung des Alkoholpegels diente. Heute wird er als Genussmittel geschätzt.

Die Marktlücke war nicht meine vordergründige Motivation, als ich anfing. Unsere Motivation war es, durch außergewöhnliche Qualität und Handwerkskunst ein Produkt zu entwickeln, das sich klar von den bisherigen Angeboten abhebt und als echtes Genussmittel geschätzt wird. Diese Vision treibt uns bis heute an.

Was waren die größten Hürden, die Sie in diesen 30 Jahren überwinden mussten?

Hans Reisetbauer: Eine der größten Hürden war es, den Obstbrand international bekannt zu machen. Zu Beginn konzentrierten wir uns hauptsächlich auf die Märkte Deutschland, Österreich, die Schweiz und Norditalien. Heute sind wir in über 40 Ländern vertreten. Es war ein kontinuierlicher und anspruchsvoller Prozess, unser Produkt über die Grenzen hinaus bekannt zu machen und ihm auch international einen hohen Stellenwert zu geben. Dies erforderte natürlich auch einiges an Bildungsarbeit, um den internationalen Markt von dem einzigartigen Charakter von Edelbränden und unserer Qualität zu überzeugen.

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Was mich damals antrieb, war der Wille, etwas Einzigartiges zu schaffen – und diese Leidenschaft ist bis heute der Herzschlag unserer Brennerei.

Hans Reisetbauer

Wie hat sich Ihre Arbeit in dieser Zeit verändert?

Hans Reisetbauer: In gewisser Weise hat sich meine Arbeit nicht grundlegend verändert – das Wichtigste bleibt immer das Obst. Die Auswahl des besten Obstes, in Verbindung mit dem besten Wasser (Irxenmayr Quellwasser aus dem Mühlviertel) und die Kunst des Destillierens. Das hat sich nicht verändert und das wird auch weiterhin die wichtigste Säule in unserem Tun und Handeln bleiben. Doch ich habe mehr Mitarbeiter, die Bürokratie ist gestiegen, und ich trage eine größere Verantwortung gegenüber den Kunden. Ich bin nicht nur für die Produktqualität verantwortlich, sondern auch dafür, dass wir den hohen Standards unserer Marke gerecht werden.  Auch wenn ich älter geworden bin, bleibe ich kompromisslos in Bezug auf die beste Qualität.

Welche neuen Herausforderungen sehen Sie auf die Obstbrenner zukommen und wie kann man ihnen begegnen?

Hans Reisetbauer: Eine der aktuellen Herausforderungen ist die wirtschaftliche Unsicherheit, die dazu führt, dass Kunden entweder bereit sind, hohe Preise für Spitzenqualität zu zahlen oder sich für die billigsten Produkte entscheiden. Die Mitte des Marktes wird es im Obstbrand-Bereich immer schwerer haben. Erfolgreich wird nur sein, wer eine Marke entwickelt, die für Qualität steht. Unternehmen, die nicht auf Qualität setzen, werden es zunehmend schwerer haben. Der Edelbrand wird heute als Genussmittel betrachtet und der Konsum erfolgt nicht mehr in Massen, sondern fokussiert sich auf Qualität und Maß. Das ist natürlich eine gute Entwicklung. Die Verbraucher müssen erkennen, dass sie bei uns nicht nur ein Produkt, sondern ein Stück Handwerkskunst und Leidenschaft kaufen. Ich glaube, dass Obstbrenner, die nicht auf höchste Qualität setzen, es zunehmend schwerer haben werden. Von uns als Schnapsbrenner, die auf Qualität setzen, erfordert die aktuelle Entwicklung, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln und innovativ bleiben, um in einem zunehmend anspruchsvollen Markt erfolgreich zu sein.


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Alexander Thürer
Alexander Thürer
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