Neue Studie: Früh essen und die Gene überlisten
Nicht nur was wir essen, sondern auch wann wir essen, kann entscheidend sein – besonders für Menschen mit einer genetischen Neigung zu Übergewicht.
Stellen Sie sich vor, Ihre DNA hätte bereits einen Essensplan für Sie geschrieben – und dieser sagt: »Du wirst leicht zunehmen.« Klingt ernüchternd? Eine neue Langzeitstudie aus Spanien mit 1.195 Erwachsenen zeigt, dass sich dieser »genetische Speiseplan« mit einem simplen Trick zumindest teilweise umschreiben lässt: indem Sie früher essen.
Wenn die Uhr den Teller steuert
In der Mittelmeerregion, wo man gerne spät isst, wollten Forschende wissen: Macht es einen Unterschied, ob man seine Mahlzeiten eher früh oder spät am Tag zu sich nimmt – und spielt das eine besondere Rolle für Menschen mit einer genetischen Neigung zu Übergewicht?
Die Antwort: Ja, und zwar deutlich. Wer seinen »Mahlzeiten-Mittelpunkt« – das ist der Zeitpunkt zwischen Frühstück und der letzten Mahlzeit des Tages – um nur eine Stunde nach hinten verschiebt, wiegt langfristig im Schnitt 2,2 Prozent mehr. Noch spannender: Bei Menschen mit einem hohen genetischen Risiko für Übergewicht steigt der BMI mit jeder Stunde Essensverzögerung sogar noch mehr. Früh essende Hochrisikopersonen wogen dagegen ähnlich viel wie Menschen mit niedrigerem genetischen Risiko.
Gene sind kein Schicksal – aber eine Stolperfalle
Der sogenannte polygenische Risiko-Score (PRS-BMI) verrät, wie hoch die genetische Veranlagung für ein höheres Körpergewicht ist. Doch diese Studie zeigt: Selbst wer »ungünstige« Gene hat, kann ihnen zuvorkommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Frühere Mahlzeiten scheinen den Stoffwechsel so zu steuern, dass die genetische Tendenz zum Zunehmen kaum noch ins Gewicht fällt.
Warum das Timing zählt
Unser Körper liebt Rhythmus – nicht nur beim Schlafen, sondern auch beim Essen. Späte Mahlzeiten können innere Uhren aus dem Takt bringen, die unter anderem Fettverbrennung, Hormonhaushalt und Energieverbrauch steuern. Gerade bei Menschen mit empfindlicher genetischer Disposition kann das den Unterschied machen zwischen stabiler Linie und stetigem Zuwachs.
Kulinarische Konsequenzen
Für Genießer heißt das nicht, dass man das Abendessen streichen muss. Aber vielleicht lohnt es sich, die Küche eine Stunde früher zu öffnen – oder das Mittagessen etwas zu »verlängern«, sodass das Abendessen kleiner und leichter ausfällt.
Wer ohnehin gern ausgiebig frühstückt oder einen kräftigen Lunch liebt, hat laut den Daten bessere Karten, sein Gewicht zu halten – selbst wenn die Gene etwas anderes vorsehen.