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Trinkgeld per Kartenterminal: Verbraucherschützer warnen vor verstecktem Zahlungsdruck

Trinkgeld
Gastronomie

Trinkgeld per Kartenterminal gehört inzwischen in vielen Cafés und Restaurants zum Bezahlalltag. Doch die digitale Abfrage sorgt zunehmend für Diskussionen. Nun kritisieren auch Verbraucherschützer die Gestaltung vieler Bezahlterminals.

Das bargeldlose Bezahlen gehört längst zum Alltag – und mit ihm eine neue Art, Trinkgeld zu geben. Statt Münzen in ein Glas zu werfen, erscheint auf dem Display vieler Kartenlesegeräte direkt die Frage nach einem zusätzlichen Betrag. Häufig sind bereits Prozentwerte wie zehn, 15 oder 20 Prozent voreingestellt. Wer kein Trinkgeld geben möchte, muss die entsprechende Option dagegen oft erst suchen.

Genau diese Gestaltung steht nun in der Kritik. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat nach eigenen Angaben einen Betreiber mehrerer Café-Filialen abgemahnt. Aus Sicht der Verbraucherschützer werden Kund:innen durch die Gestaltung der Bezahlterminals in ihrer Entscheidung beeinflusst.

Trinkgeld soll eine freiwillige Geste bleiben

Für Christian A. Rumpke, Vorstand der Verbraucherzentrale Brandenburg, stehe fest: Trinkgeld müsse freiwillig bleiben. Besonders an gut besuchten Cafétheken könne durch wartende Gäste und den schnellen Bezahlvorgang ein sozialer Druck entstehen. Wer in dieser Situation möglichst zügig bezahlen möchte, entscheide sich eher für eine der vorgeschlagenen Optionen, anstatt aktiv nach der Null-Prozent-Auswahl zu suchen.

Die Verbraucherschützer kritisieren dabei sogenannte »Dark Patterns« – Gestaltungselemente in digitalen Anwendungen, die Nutzerinnen und Nutzer gezielt zu einer bestimmten Entscheidung lenken sollen. Beim Trinkgeld bedeutet das etwa, dass hohe Prozentwerte prominent angezeigt werden, während die Möglichkeit, kein Trinkgeld zu geben, weniger sichtbar platziert oder erst nach einem zusätzlichen Klick erreichbar ist.

Meinungen sind geteilt

Dass die digitalen Trinkgeld-Abfragen polarisieren, zeigt auch eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die Auswahlfelder auf Bezahlterminals als »schlecht« oder »eher schlecht«. Rund ein Drittel empfindet sie dagegen als »gut« beziehungsweise »eher gut«.

Aus Sicht der Verbraucherschützer sollte die Option, kein Trinkgeld zu geben, jederzeit genauso leicht erreichbar sein wie die vorgeschlagenen Beträge. Nur so sei gewährleistet, dass die Entscheidung tatsächlich freiwillig getroffen werde.


Redaktion
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