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In seiner klassischen Form holt er den Himmel ins Glas: der »Aviation« Cocktail

In seiner klassischen Form holt er den Himmel ins Glas: der »Aviation« Cocktail
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Veilchenblauer Bruchpilot: Die Geschichte des »Aviation« Cocktails

Cocktail
Geschichte
Spirituose

Abgehoben, um den Himmel ins Glas zu holen, landete dieser Cocktail-Klassiker für Jahrzehnte unsanft in den düsteren Ecken der Barkarten. Dass wir ihn heute wieder fliegen sehen, verdanken wir einem Cocktail-Archäologen.

Der »Aviation« Cocktail lässt Genießer nicht nur gedanklich und geschmacklich abheben, sondern hat auch eine Geschichte, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht und einen kleinen Blick wert ist. Erstmals erwähnt wurde der heute zu den Classic Cocktails zählende Drink von Hugo Ensslin in seinem 1916 erschienenen Buch »Recipes for Mixed Drinks», das als eines der frühesten Cocktailbücher gilt. Der »Aviation« war damals ein recht blumiger Drink, der den glamourösen Geist der Zeit jedoch perfekt einfing. Zugleich ist er ein Beleg für eine zunehmende Kreativität unter Bartendern der damaligen Zeit, die allmählich anfingen, mit ausgefalleneren Zutaten zu arbeiten. Im Falle des »Aviation« war es der Veilchenlikör Crème de Violette, der ihm nicht nur seine florale Note, sondern auch ein markant blaues Äußeres verlieh. Daher hat er auch seinen Namen, der an den Himmel und die aufkommende Begeisterung für die Luftfahrt jener Zeit erinnert. Das Originalrezept bestand aus vier Zutaten: Gin, Maraschino-Likör, Zitronensaft und Crème de Violette, allerdings gab es damals mehrere Drinks, die den Namen »Aviation« trugen und deren Rezepturen sich stark unterschieden. Durchgesetzt hat sich bis heute aber die Variante Hugo Ensslins.

 

Auf und ab des Himmelsstürmers

Der Aviation war danach durchaus auf einigen Bar-Karten in den USA zu finden, verschwand aber nach der Prohibition in den 1920er Jahren fast vollständig aus den Rezeptbüchern. Ein Grund dafür war die schwierige Verfügbarkeit von Crème de Violette, der immer seltener und ab den 1960ern gar nicht mehr zu bekommen war. Viele Bartender begannen daher, den Cocktail ohne diesen Likör zubereiteten. Auch im »Savoy Cocktail Book« von 1930 taucht eine solche Rezeptur auf, die im Wesentlichen aus 2/3 Gin, 1/3 Zitronensaft und 2 Dashes Maraschino besteht. Obwohl das den Geschmack grundlegend – und das, wie mache sagen, auch nicht zum Besseren – veränderte, galt dies lange sogar als das Originalrezept, da man das Buch von Hugo Ensslin nicht mehr kannte. Auch um die blaue Farbe war es erstmal geschehen. Somit fristete der etwas zurechtgestutzte Drink lange Jahre ein recht unscheinbares Dasein in den dunklen Ecken der Cocktailkarten.

 

Das sollte sich erst mit der Renaissance der klassischen Cocktails und dem Barkeeper und »Cocktail-Archäologen« David Wondrich ändern, der 2004 das Originalrezept Hugo Ensslins wiederentdeckte, als er dessen vergessenes Buch durch Zufall auf Ebay erstand und den »Aviation« in seiner Urform wieder zurück auf die Bühne holte – was auch deshalb gelang, da Crème de Violette wieder verfügbar war.

Der »Aviation« Cocktail in seiner klassischen From
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Aviation, klassisches Rezept

  • 4,5 cl Gin
  • 1,5 cl Maraschino-Likör
  • 1,5 cl frischer Zitronensaft
  • 1-2 Barlöffel Crème de Violette

Alle Zutaten auf Eis shaken und in eine Coupette abseihen.


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Alexander Thürer
Alexander Thürer
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