Vom Brunnwald via Hongkong nach Wien: Alles neu bei »Holzer Original«
Als »Fernet Hunter« hat sich Raphael Holzers Bitter auf zwei Kontinenten bei Bartendern etabliert. Nun startet man unter dem neuen Namen »Holzer Original« in die Zukunft – zu der auch ein schicker Shop im 4. Bezirk gehört.
Die markante Flasche, völlig ungewöhnlich für das internationale Spirituosen-Business, ist Geschichte. Ein erlegtes Reh, mit dem »Bruch« aus Reisig als »letztem Bissen«, hat bislang die Flaschen des oberösterreichisch-chinesischen »Fernet Hunter« unverwechselbar gemacht. Vor acht Jahren führte damit Raphael Holzer eine Familientradition weiter, die von seinem Urgroßvater in Triest bis in den Brunnwald im Mühlviertel reichte. Das Wissen um die Erzeugung des bitteren Fernet – eine Getränke-Kategorie, kein Markenname! – hatten auch Großvater und Vater Holzer bewahrt: »In den 1970er und 1980er Jahren gab es ›Holzer Holzer‹, nachdem mein Großvater die Firma›Stock‹ verlassen hatte«, so die vierte Brenner-Generation. Doch erst mit Raphael Holzer startete vor acht Jahren der internationale Siegeszug.
Brunnwald-Bitter und Armagnac
Ihn feiert nun auch eine komplett neue Präsenz der Marke in Wien, die mit einem Gesamt-Aufbruch unter dem neuen Namen »Holzer Original« einher geht. In der Kettenbrückengasse 22, die dieser Tage eröffnet wurde, steht aber auch der zweite Teil von Holzers Hommage an die Familientradition im Fokus: »ShopVolumen%« nennt sich das Handelshaus, mit dem auch rare Getränke aus aller Welt importiert werden. So stehen neben dem jüngsten Fernet (»Holzer Original« mit Kakaoschalen infundiert) auch Armagnac, Whisky oder ein Ratafia, der Portwein-Freunde überzeugen kann.
Eröffnet wurde die neue Repräsentanz mit einem starken Line-up an Bartendern. Im Stundentakt wechselten sich an der Bar der Salzburger Atilla Szelhoffer (»Burdock«), Lola Lau aus China (früher im »Hope & Sesam« Guangzhou) sowie die Wiener Alexandra Hochegger, Mike van Bruggen und Lukas Werle (»Truth & Dare« bzw. »Combo«) ab. Dazu kamen die bekannten Gesichter der »ShopVolumen%«-Betreiber Andreas Lugmayr und Raphael Holzer. Während die »Mochi«-Crew fleißig Handrolls wutzelte, schenkte man Highballs mit dem Portfolio ein.
Kult-Drink in Asien und Australien
Denn an Rezepten herrscht kein Mangel, nachdem Holzer von seiner beruflichen Basis Hongkong aus eine treue Bartender-Gemeinde für die Erzeugnisse aus dem Mühlviertel aufbauen konnte. Die im fernen Österreich während der Jagdzeit – daher das Reh! – gesammelten Botanicals waren eine starke, eine authentische Erzählung. Und sie traf einen Nerv: Gemixt wird in Sydney ebenso wie in Shanghai mit dem bitteren, merklich nicht für eine Zielgruppe aufgesüßten Produkt.
»Alle unsere Vertriebspartner international machen den Wechsel mit«, gibt es auch für das neue, rein typographisch gestaltete Outfit seines Landsmanns Wolfgang Ortner (ortneretc.com) hohe Akzeptanz. Doch warum eigentlich die Umbenennung? »Ein Gedanke war, den Namen Holzer wieder stärker ins Spiel zu bringen. Unsere Familie hat eine spannende (und sehr alkoholische) Geschichte«, erläutert Raphael Holzer.
Shop mit Bar-Eigenschaften
Doch auch der freche Auftritt der Anfangsjahre habe nach acht Jahren nicht mehr ganz gepasst. »In den letzten acht Jahren habe ich viel gelernt, immer wieder optimiert und den gesamten Produktionsfluss – vom Anbau der Kräuter bis zur Abfüllung – verbessert. Außerdem haben wir genug Inventur aufgebaut, um dem Fernet noch mehr Reifezeit zu geben, was das Geschmacks- und Erscheinungsbild noch ruhiger macht«.
In der neuen Dependance des Bitters wird man das auch live erleben können. Neben dem normalen Shop-Betrieb sind Verkostungen und Events angedacht. Platz bietet die mit viel Holz und Platz ausgelegte Bar jedenfalls genug. Und schließlich hat man auch unter dem neuen Namen »Holzer Original« eine klare Mission: Den Brunnwald in der Welt der Spirituosen bekannt zu machen!