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Warum manche Menschen den Geruch von Bacon nicht ertragen können

Frühstück
Wissenschaft

Manche lieben ihn, manche reagieren empfindlich: Genetik und Gewohnheit bestimmen, wer Bacon riechen kann und wer nicht.

Sonntagsmorgen. Die Sonne lugt durch die Vorhänge, Kaffee dampft in der Küche, und aus dem Pfannenrand steigt dieser verführerische Duft von knusprigem Bacon. Für viele ist das ein kleines Stück Himmel auf Erden. Aber nicht für alle. Denn während Bacon für die meisten Menschen ein kulinarisches Glücksmoment ist, gibt es eine erstaunliche Minderheit, die beim bloßen Geruch die Nase rümpft.

Genetik schlägt Geschmack

Es mag schwer zu glauben sein, aber hinter diesem Phänomen steckt tatsächlich ein genetischer Schalter. Wissenschaftler des Duke University Medical Centers haben zusammen mit norwegischen Schweineforschern herausgefunden, dass ein bestimmtes Gen die Wahrnehmung eines Moleküls namens Androstenon beeinflusst – eine Substanz, die vor allem in männlichem Schweinefleisch vorkommt (Studie). Menschen mit zwei Kopien dieses Gens können besonders empfindlich auf den Geruch reagieren. Das bedeutet nicht, dass sieben von zehn Menschen schon beim ersten Schnüffeln an einem Bacon-Sandwich würgen müssen, aber es erklärt, warum manche Leute den Geruch von Bacon als »zu intensiv« oder sogar unangenehm empfinden.

Kultur und Gewohnheit spielen mit

Genetik ist nur ein Teil der Geschichte. Wie bei dem berühmten »Koriander-seifigen« Geschmack, spielt auch die Prägung durch die Kindheit eine große Rolle. Linda Bartoshuk, Psychologin an der University of Florida, erklärt, dass viele Vorlieben schlicht davon abhängen, was wir früh im Leben zu essen bekommen haben.

Wer also in einer Familie aufgewachsen ist, in der kein Schweinefleisch gegessen wurde – sei es aus religiösen Gründen wie im Judentum oder Islam, oder aus kulturellen Gewohnheiten in Regionen, wo Schweinefleisch selten auf den Tisch kommt – für den kann der Geruch von Bacon durchaus abstoßend sein. Das liegt weniger daran, dass Bacon objektiv »eklig« riecht, sondern daran, dass unser Gehirn darauf nicht konditioniert wurde.

Die Wissenschaft ist sich einig: Die Abneigung gegen Bacon ist kein Einzelfall. Etwa 70 Prozent der Menschen haben die genetische Ausstattung, um Androstenon besonders intensiv wahrzunehmen. Dazu kommt die kulturelle Prägung. Kurz gesagt: Während für die meisten Menschen der Duft von Bacon eine Einladung zum Frühstückstisch ist, sorgt er bei anderen für Stirnrunzeln.


Redaktion
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