Zum Inhalt springen

Die »Reznicek«-Gastronomen geben das Kaffeehaus auf

Die »Reznicek«-Gastronomen geben das Kaffeehaus auf
© Konstantin Reyer

»Café Florianihof« in Wien dauerhaft geschlossen

Wien
Kaffeehaus
Café

Die »Reznicek«-Macher hatten das Kaffeehaus Ende 2023 übernommen. Die Doppelbelastung sei jedoch zu viel geworden.

Seit nunmehr einigen Wochen steht man beim »Café Florianihof« gegenüber dem Josefstädter Amtshaus unerwartet vor verschlossenen Türen. Einen Hinweis auf einen ungewöhnlich langen Betriebsurlaub gibt es nicht, an eine Schließung des Traditionscafés in der Florianigasse 45 will man erst gar nicht denken.

Auf Falstaff-Nachfrage bestätigt Simon Schubert jedoch: »Wir mussten das Projekt dauerhaft beenden

Nach einer monatelangen Schließung hatten die »Reznicek«-Gastronomen Simon Schubert und Julian Lechner das Kaffeehaus im November 2023 neu übernommen. Anfangs behielt man das Kaffeehaus-Konzept bei: offen von Früh bis spät, ohne Ruhetag und eine Speisekarte, die alle glücklich machen sollte.

Doppelbelastung wurde zu viel

Rentiert habe sich das aber nicht wirklich, also versuchte man das Café im Frühjahr mit einem zeitgemäßeren Konzept wiederzubeleben: Der Florianihof wurde zum Abendlokal mit großer Weinkarte, Reznicek-Cordon-Bleu im Semmerl, Burger und Sandwiches.

Die Doppelbelastung sei jedoch zu groß geworden und der Aufwand zu hoch für ein unterm Strich nicht zufriedenstellendes Ergebnis.

»Würde es genauso wieder machen«

»Wir haben im Florianihof eine Chance gesehen. Es war ein spannendes Projekt und ich würde es genauso wieder machen – wenn es unser einziges Lokal wäre«, sagt Schubert. Das »Reznicek« sei ihr Herzensprojekt und stehe an erster Stelle.

Man befinde sich auch weder in einer Insolvenz, noch sei man in Konkurs. Ein Nachfolger stehe noch nicht fest, man sei aber in ersten Gesprächen.

Erstmals geschlossen wurde das stadtbekannte Café Ende 2022, zu schaffen machten dem Betrieb die Schließung des nahe gelegenen Standesamtes und der damit einhergehende Verlust von Hochzeitsfeiern.

Ist das Konzept »Kaffeehaus« tot?

Dass Schubert und Lechner die Richtigen sind, um eine Institution erfolgreich zu modernisieren, haben sie eindrucksvoll bewiesen. Das »Reznicek« gehört zu den besten Wirtshäuser der Stadt und ist ein Wiener Beisl mit der richtigen Dosis Moderne.

Hat also einfach das Wiener Kaffeehaus ausgedient? »Dazu kann ich kein Urteil abgeben. Wir haben tolle Wiener Kaffeehäuser, man muss sich nur das Café Landtmann ansehen. Aber der Kaffeehausgast ist ein Gewohnheitstier. Er ließt seine Zeitung und trinkt seinen Kaffee, der ihm vom immer gleichen Kellner serviert wird. Das ist auch charmant, aber er schaut sich nichts Neues an.«


Nichts mehr verpassen!

Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.

Verena Richter
Chefin vom Dienst
Mehr zum Thema
1 / 12