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Bekommt Matcha Konkurrenz? Alles, was Sie über Hojicha wissen müssen

Tee
Matcha
Japan

Zart geröstet, nach flüssigem Nusskuchen schmeckend und koffeinarmer als sein großer Bruder: Hojicha zeigt, dass japanischer Grüntee weit mehr als Matcha zu bieten hat.

Wer in den letzten Monaten aufmerksam die Getränkekarte moderner Cafés studiert hat, dürfte es bemerkt haben: Neben Matcha steht inzwischen immer häufiger der Name eines Getränks, das viele noch nicht ausprobiert haben, sich geschweige denn trauen ihn auszusprechen: Hojicha. Noch wirkt »Hoh‑dschi‑cha« wie ein leiser Nebenbuhler, fast zurückhaltend im Vergleich zum leuchtend grünen Matcha, und doch lohnt es sich, ihm eine Chance zu geben. Denn wer einmal hochwertigen Hojicha probiert hat, versteht, warum der Grüntee aus Japan so viel Aufmerksamkeit bekommt. Sein Aroma erinnert an geröstetes Getreide, Haselnüsse, warmes Brot – oder manchmal fast an flüssigen Nusskuchen.

Ursprünglich entstand Hojicha vor über hundert Jahren in Kyoto aus pragmatischen Gründen. Ältere Blätter und Zweige von Bancha- oder Kukicha-Pflanzen, die bei der Ernte übrigblieben, wurden geröstet, um sie genießbar zu machen und Abfall zu vermeiden. Durch das Rösten verlieren die Blätter ihre Bitterkeit und nehmen eine bernsteinfarbene Tönung an – gleichzeitig sinkt der Koffeingehalt deutlich. Während viele Grüntees, wie etwa Matcha, morgens oder mittags bevorzugt werden, eignet sich Hojicha auch am späten Nachmittag oder Abend: In einer Portion liegt der Koffeingehalt je nach Qualität und Röstgrad meist zwischen 7 und 20 Milligramm, deutlich weniger als bei Matcha.

Auf die Qualität kommt es an

Außerhalb Japans begegnet man Hojicha heute vor allem in Pulverform. Anders als das grüne Pulver von Matcha ist Hojicha-Pulver beige bis hellbraun. Es lässt sich direkt in Wasser oder Milch einrühren und dient als Basis für Getränke wie Hojicha Latte, Eistee oder Desserts. Die Röstaromen wirken mild und nussig, während die Textur weich bleibt und die Bitterkeit minimal ist.

 

Für die Zubereitung wird das Pulver meist in etwas heißem Wasser angerührt und anschließend mit Milch oder einer pflanzlichen Alternative vermischt. Manche Cafés verwenden dafür ebenfalls einen Bambusbesen, um das Pulver gleichmäßig zu verteilen, zwingend notwendig ist das jedoch nicht. Entscheidend ist vielmehr die Qualität des Pulvers: Wie beim Matcha zeigen sich auch hier deutliche Unterschiede zwischen einfachen Qualitäten und sorgfältig verarbeitetem Tee.

Dass Hojicha inzwischen häufiger neben Matcha auf Getränkekarten auftaucht, liegt nicht zuletzt an seinem interessanten eigenständigen Profil. Beide stammen von derselben Teepflanze, zeigen jedoch unterschiedliche Seiten: Matcha steht für Intensität und kräftige grüne Noten, Hojicha für geröstete, mildere Aromen. Gerade diese Gegensätze erklären, warum sich der Tee zunehmend als Ergänzung etabliert – nicht als Ersatz, sondern als weitere Möglichkeit, japanischen Grüntee zu erleben.

 


Redaktion
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