Crème brûlée als Risiko: Warum der Lunch beim Alaska-Gipfel zum Glück ausfiel
Was wäre passiert, wenn Putins Filet Mignon nicht auf den Punkt gewesen wäre? In Alaska fiel der Lunch zwischen Trump und Putin aus – vielleicht ein Glück, wie die nun aufgetauchte Speisekarte zeigt.
Manchmal ist das klügste Menü in der Diplomatie: keines. Beim jüngsten Gipfeltreffen in Anchorage trafen Donald Trump und Wladimir Putin zwar aufeinander, doch das geplante Mittagessen fiel aus. Vielleicht war das kein organisatorisches Missgeschick, sondern ein kluger Schachzug im Dienste des Weltfriedens.
Denn was uns nun durch versehentlich im Hotel-Drucker liegengebliebene Unterlagen erreicht, die das US-Radio-Netzwerk NPR auf seiner Website veröffentlichte, klingt nach einer Mahlzeit, die zwar ungefährlich, aber ebenso uninspiriert war: Grüner Salat mit Champagnervinaigrette, Sauerteigbrot mit Rosmarin-Zitronen-Butter zum Einstieg. Zum Hauptgang standen Filet Mignon mit Brandy-Pfefferkörner-Soße oder Heilbutt Olympia zur Auswahl – begleitet von Butterkartoffelpüree und Spargel. Und zum Dessert Crème brûlée mit Eiscreme, das süße Äquivalent zur diplomatischen Floskel.
@StateDept It has been reported that multiple documents from the summit were left in a hotel printer. Draw your own conclusions! pic.twitter.com/NwYsmVI483
— TomKirk42 (@Kirk42Tom22088) August 16, 2025
Die diplomatischste Entscheidung des Tages
Klingt harmlos? Genau das war wohl der Punkt. Bei zwei Herren, die beide für impulsive Reaktionen bekannt sind, wollte man vielleicht nichts riskieren. Man stelle sich vor: ein nicht exakt auf den Punkt gegartes Filet Mignon – und plötzlich droht die nächste internationale Krise. Eine zu harte Schicht Karamell auf der Crème brûlée, und der Frieden hängt noch mehr am seidenen Faden.
So betrachtet, war der ausgefallene Lunch womöglich die diplomatischste Entscheidung des Tages. Wirkliche politische Ergebnisse brachte das Treffen keine, aber immerhin auch keine weiteren (kulinarischen) Konflikte. So viel hätte schiefgehen können.