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Wenn Käse politisch wird: Rechte hetzen gegen Milrams neues Verpackungsdesign

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Die norddeutsche Käsemarke Milram bringt eine bunte Design-Edition ins Kühlregal – und wird prompt Zielscheibe rechter Empörung.

Was als fröhlicher Impuls fürs Kühlregal gedacht war, entfacht in den sozialen Medien einen Kulturkampf: Die norddeutsche Käsemarke Milram hat im August eine »Design-Edition« seiner Käseprodukte gelauncht – bunt illustriert, vielfältig, modern. Eigentlich ein harmloses Statement für Gemeinschaft und Genuss. Doch rechte Kreise kapern die Debatte und machen selbst Käse zur Projektionsfläche ihrer Ideologie.

Illustriert wurden die zehn Motive der Kampagne von drei Künstler:innen. In leuchtenden Farben zeigen sie Szenen aus einem alltäglichen, diversen Miteinander. Das Design-Magazin Page lobt die Edition als »farbenfroh, ausgelassen und zeitgemäß«.

Während viele Kund:innen die Botschaft feiern und die Kampagne loben, reagieren rechte Stimmen mit wütender Ablehnung. AfD-Politikerin Vanessa Behrendt erklärte auf X: »Nö danke, Milram. Ich kaufe euren Käse gerne wieder, sobald ihr wieder klar kommt.« Andere sprachen abfällig von »wokem Scheiß«. Sogar der rechtsextreme Aktivist Martin Sellner nutzte die Verpackung für seine Propaganda und fabulierte von »antiweißer« Symbolik.

Besonders auf Instagram zeigt sich nun, wie orchestriert rechte Accounts versuchen, Stimmung zu machen: Die Kommentarspalten unter den neuesten Milram-Posts wurden regelrecht von einer rechten Bubble gekapert, die dort ihrem Ärger Luft macht. Zwischen rassistischen Tiraden finden sich jedoch auch Stimmen, die den Konzern für die Edition loben. Der Account @akzeptanz.aller.menschen.pat ruft seine über 15.000 Follower aktiv dazu auf die Sonderedition bewusst zu kaufen, den Kritikern nicht die Bühne zu überlassen und Hashtags wie #VielfaltStattHetze und #BuntStattBraun zu nutzen.

Milram selbst bleibt bislang auffällig still, betont aber gegenüber Focus: »Die Gestaltung ist bewusst unpolitisch und spiegelt visuell die Vielfalt unserer Gesellschaft wider – nicht mehr und nicht weniger.« Die offizielle Mitteilung zur Edition war auf der Unternehmens-Website am Montag nicht abrufbar – ob aus technischen Gründen oder bewusst, bleibt offen. Sicher ist nur: Bis Oktober werden die Verpackungen noch im Handel sein.


 

Redaktion
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