»Daycap« statt Nachtleben: Warum die Gen Z früher trinkt
Nicht ein neuer Drink prägt derzeit die Trinkkultur der Generation Z, sondern ein verändertes Timing beim Alkoholkonsum. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht von »Bacardi«.
Statt bis in die frühen Morgenstunden in Bars zu feiern, verlagern viele junge Menschen ihren Alkoholkonsum zunehmend nach vorne: Ein Spritz direkt nach Feierabend gegen 17 Uhr, ein Aperitif vor dem Abendessen oder ein Glas Wein am Nachmittag im Freien gehören für viele inzwischen dazu. Diese Entwicklung steht für einen insgesamt bewussteren Umgang mit Alkohol und wird im Cocktail-Trendbericht 2026 von »Bacardi« beschrieben.
Das Gegenstück zum »Nightcap«
Im Zentrum dieses Trends steht der sogenannte »Daycap« – der späte Nachmittagsdrink. Der Begriff ist angelehnt an den bekannten »Nightcap«, beschreibt aber genau das Gegenteil: nicht der Ausklang der Nacht, sondern der Genussmoment am Tag steht im Mittelpunkt. Damit verändert sich auch die Rolle des Trinkens im Alltag: Es geht weniger um lange Partynächte, sondern um genussvollen Alkoholkonsum.
Der Trend wird besonders mit der Generation Z in Verbindung gebracht, betrifft jedoch mehrere Altersgruppen. Er ist Teil eines größeren gesellschaftlichen Wandels, in dem sich Routinen rund um Essen, Trinken und soziales Beisammensein verschieben – etwa hin zu »mindful drinking«. Laut »Bacardi« geben rund 34 Prozent der Erwachsenen in den USA an, generell früher am Tag zu essen, zu trinken und sich zu treffen. In Spanien und Indien liegt dieser Anteil bei etwa 40 Prozent, in Frankreich sogar bei 51 Prozent.
Verhältnis zu Alkohol verändert sich
Das Verhältnis zu Alkohol verändert sich über Generationen hinweg – und aktuell zeigt sich das besonders bei der Generation Z. Viele junge Erwachsene bewegen sich dabei zwischen zwei Einflüssen: dem sozialen Druck zu trinken und gleichzeitig dem wachsenden Anspruch, den Konsum eher zu reduzieren. Verschiedene Studien deuten darauf hin, dass Gesundheitsbotschaften oft dazu beitragen, den eigenen Alkoholkonsum stärker zu hinterfragen, während Alkohol gleichzeitig weiterhin als fester Bestandteil sozialer Situationen wahrgenommen wird.
Darauf reagieren auch Bars und Marken, indem sie ihr Angebot stärker auf den frühen Abend und den Tag ausrichten. Dazu gehören zum Beispiel Spritz-Varianten, fruchtige Cocktails oder kleinere Portionen. Anstatt der »Happy Hour« spielt innerhalb der Gen Z die »Little Treat«-Kultur im Vordergrund: also weniger Menge, aber dafür kleine Belohnungen. Besonders gut an kommen dabei entspannte Orte wie Außenterrassen, die den Übergang vom Kaffee am Nachmittag zum ersten Drink am frühen Abend fließend machen.