Exklusiv! Die Wiedergeburt des »Schwarzen Adler« in Jochberg
Mehr Tirol geht kaum: Das 1482 gegründete Wirtshaus in Jochberg beherbergte Andreas Hofer und Kaiser Franz Joseph. Unter Klaus Pinters Ägide wird aber nicht nur der Tafelspitz zelebriert, sondern alles Fleisch der Marke »Mezga«.
Geht es nach dem FALSTAFF-Lokalaugenschein mit Klaus Pinter, könnte das renommierte Jochberger Wirtshaus schon morgen aufsperren – und nicht erst am Nationalfeiertag: Wunderbare Patina, vom Gewerbebrief aus der Monarchie bis zum Sisi-Porträt, prägt die Räume. Doch mit dem deutschen Unternehmer wird auch Pop-Art Einzug halten.
»Hier wird dann unser Regal sein«, sagt Pinter und zeigt am Handy, wie die »Mezga«-Waren aussehen werden. Der ehemalige Finanzvorstand mit Faible für die digitale Welt hat selbst seinen Businessplan von der KI erstellen lassen. Die Idee dahinter ist aber Pinters eigene: Das Gasthaus fungiert als kulinarischer Showroom für den Fleisch-Webshop »Mezga«!
Genießen und nachbestellen
»Was man im »Adler« in der Pfanne und am Robata-Grill gut fand, kann man sich für zuhause bestellen«, schildert Pinter, wie das in der Praxis aussehen wird. Am besagten Grill – einem wichtigen Teil des gastronomischen Angebots in Jochberg – steht mit Mario Naschenweng ein junger Chef mit Erfahrung. Er wechselte aus Kärnten, wo er rund um den Millstätter See tätig war, nach Tirol. »Es mag komisch sein, wenn das ein relativ junger Koch sagt, aber mir taugen die Klassiker«. Geschmacksverstärker lehnt Naschenweng rundweg ab, stattdessen hat er als erste Gerichte für »Mezga« Beuschel im Glas und ein Kalbsgulasch entwickelt. Aber auch die würzigen Spieße für den Grill hat er mitkonzipiert.
Die Produktentwicklung selbst setzt der renommierte Metzger Friedrich Rumpold in Stuhlfelden um; 120 »fleischige« Artikel sind es zum Start von »Mezga« geworden. Die Synergie mit dem Wirtshaus hat sich für Klaus Pinter schnell ergeben. »Beim Online-Verkauf von Fleisch gehen dir schnell die Bilder und Geschichten aus«. Statt ein Steak aus allen Richtungen zu fotografieren, lässt sich im »Schwarzen Adler« die komplette Zubereitung erleben.
Und natürlich hat Pinter vor, den Gästen vor Ort dann auch seine Köstlichkeiten per Mail anzubieten. Innerhalb von 24 Stunden kommen die »Mezga«-Waren in Deutschland und Österreich dann ins Haus. Dafür wurden eigens wiederverwendbare Kühltaschen geschaffen. »Wir wollen eine Marke werden«, tragen alle Kommunikationsmittel das poppige Design mit dem Schachbrett-Muster.
Bratl und Schlutzkrapfen
Die Küche wird in ruhigeren Zeiten aber auch die Gerichte im Glas einkochen oder Spieße stecken, die dann verschickt werden. Für die Bewirtung am Teller sind in Jochberg 12 Personen im Einsatz, die eine bodenständige österreichische Küche bieten: »Sonntags gibt es ein Bratl, natürlich sind auch Schlutzkrapfen auf der Karte«, so Naschenweng. Denn es wird nicht nur Fleisch geben, auch wenn der Fokus bei den »Mezga«-Erzeugnissen liegt. Fisch etwa hat sich der Kärntner Koch bei einem alten Freund am Millstätter See gesichert.
Geöffnet wird der »Schwarze Adler« mittags und abends sein. Auch dazwischen werden hungrige Kitzbühel-Touristen aber Kreationen von Mario Naschenweng bekommen: »Bei uns darf man gerne sitzenbleiben«, bietet man eine Jausenkarte an. Freuen darf man sich etwa auf den »Beef Tea«, eine als Trinksuppe angebotene Consommé, die es ebenfalls im Webshop geben wird. Und wem die Rindsroulade schmeckt, der darf sie – ebenfalls im Glas – gleich mitnehmen.