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Food-Etikette rund um die Welt: Was man beim Essen beachten sollte

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Tischmanieren sind weltweit so vielfältig wie die Küchen selbst. Was in einem Land höflich ist, kann in einem anderen als respektlos gelten. Wer reist, sollte deshalb nicht nur die Speisen genießen, sondern auch die kulturellen Regeln am Esstisch respektieren.

Wer auf Reisen nicht unangenehm auffallen möchte, sollte die jeweiligen Tischsitten kennen. Manche Regeln erscheinen uns seltsam oder gar widersprüchlich, doch sie haben meist tiefe kulturelle Wurzeln. Hier sind einige spannende Beispiele für Food-Etikette rund um die Welt:

Äthiopien: Finger ja, abschlecken nein

In Äthiopien wird oft gemeinsam von einer großen Platte gegessen. Statt Messer und Gabel benutzt man »Injera«, ein saures Fladenbrot, mit dem man Speisen aufnimmt. Das Essen mit den Händen ist völlig normal. Aber: Finger ablecken ist tabu. Stattdessen reinigt man sich nach dem Essen diskret.

China: Rülpsen erlaubt, Restessen erwünscht

In China kann ein kleiner Rülpser nach dem Essen als Zeichen verstanden werden, dass es geschmeckt hat. Ebenso wichtig: Den Teller nicht leer essen. Wer alles aufisst, signalisiert dem Gastgeber, dass er zu wenig aufgetischt hat. Ein kleiner Rest zeigt dagegen: »Ich bin satt und zufrieden.«

Großbritannien: leise Teestunde

Beim klassischen Afternoon Tea gilt Zurückhaltung. Den Teelöffel nicht gegen die Tasse schlagen oder laut im Kreis rühren – das gilt als unfein. Ein diskretes Umrühren reicht völlig.

Indien: nicht mit der linken Hand essen

In Indien gilt die linke Hand als unrein, da sie traditionell für hygienische Zwecke verwendet wird. Deshalb isst man ausschließlich mit der rechten Hand. Zudem ist es dort üblich, den Teller nicht komplett leer zu essen, sondern eine kleine Portion übrig zu lassen, um Wertschätzung gegenüber dem Gastgeber zu zeigen.

Italien: Kaffee und Pasta-Regeln

Italiener nehmen ihre Esskultur sehr ernst: Cappuccino gibt es nur bis 11 Uhr morgens, danach trinkt man höchstens Espresso. Cappuccino nach dem Mittagessen wirkt für Italiener so seltsam wie Pizza zum Frühstück. Auch bei Pasta gilt: nicht schneiden! Stattdessen wird sie mit der Gabel kunstvoll aufgerollt.

Japan: schlürfen ja, Stäbchen nein

In Japan darf man Nudeln ruhig laut schlürfen – das zeigt, dass sie gut schmecken. Ein absolutes Tabu ist jedoch 立て箸 (tate-bashi): Essstäbchen senkrecht in eine Schale Reis zu stecken. Diese Geste erinnert an Beerdigungen und gilt im Alltag als schlechtes Omen. Besser: Stäbchen quer über die Schale oder in den vorgesehenen Halter legen.

Portugal: Kein Salz und Pfeffer verlangen

Wenn auf dem Tisch kein Salz oder Pfeffer steht, sollte man in Portugal nicht danach fragen. Der Grund: Damit würde man dem Koch unterstellen, er habe sein Gericht schlecht gewürzt, was eine Beleidigung für die Küche ist. Besser: Das Gericht so genießen, wie es serviert wird.

Südkorea: Respekt vor den Älteren

In Südkorea spielt das Alter am Tisch eine große Rolle. Die Ältesten beginnen immer zuerst mit dem Essen, Jüngere warten respektvoll ab. Getränke und Speisen werden mit beiden Händen überreicht – als Zeichen der Höflichkeit. Auch beim Tempo achtet man darauf, nicht vor den anderen fertig zu sein.

Thailand: keine Gabel in den Mund

In Thailand gilt die Gabel nur als Hilfswerkzeug: Man schiebt das Essen auf den Löffel, der dann zum Mund geführt wird. Direkt mit der Gabel zu essen, wirkt unhöflich. Viele Gerichte werden deshalb nur mit Löffel oder Stäbchen gegessen. Wer diese Regel beachtet, bekommt beim nächsten Besuch beim Straßenverkäufer vielleicht sogar eine Extra-Portion Pad Thai.

USA: Trinkgeld ist Pflicht

Während Trinkgeld in Europa oft freiwillig und eher klein ausfällt, gehört es in den USA zum Standard. Wer den Tisch verlässt, ohne mindestens 15–20 Prozent Trinkgeld zu geben, gilt schnell als unhöflich.

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Redaktion
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