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Früchte im Zuckerbad: »Tanghulu« verleiht Obst einen neuen Charakter

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Durch Social Media Plattformen hat das Dessert der anderen Art viel Aufmerksamkeit bekommen, für den Trend sind lediglich drei Zutaten nötig damit er gelingt – aber handelt es sich dabei um eine reine Modeerscheinung oder steckt da mehr dahinter?

Obst ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, es ist auch ein köstlicher Snack für zwischendurch. Für den Großteil von uns sind sowohl heimische Obstsorten vom Apfel bis hin zur Kirsche und der Weintraube, als auch exotischere Früchte wie Bananen, Mangos, Papayas oder Drachenfrüchte frei zugänglich.

Ob nun als Obstsalat oder mit Joghurt an den warmen Tagen, schnell und »to go« am Weg ins Büro oder mit Schokolade überzogen am Christkindlmarkt: Früchte können auf die unterschiedlichsten Arten genossen werden. Wie es nun scheint haben Content Creator:innen eine neue Art gefunden, das Obst wieder aufregend zu gestalten. Wie gelingt das? Ganz einfach indem dieses aufgespießt und in eine heiße Zuckerlösung getaucht, also kandiert, wird.

Von der Notwendigkeit zum Experiment

Bei kandierten Früchten handelt es sich mitnichten um eine neue Erfindung, beispielsweise gibt es jedes Jahr am Christkindlmarkt die mit Zuckersirup überzogenen Äpfel, manche gibt es sogar schon mit Karamell. Also zugegebenermaßen ist diese Entwicklung schon bekannt, aber trotzdem dürfte das kandierte Obst auch jetzt zur Hochform auflaufen. Prinzipiell ist dieses von sich aus schon süß, sofern es sich nicht gerade um Zitronen, Organen oder andere Zitrusfrüchte handelt. Daher scheint es ein wenig übertrieben, den Fruchtzucker noch mit zusätzlicher Süße zu verstärken – aber ist der Trend eine Erscheinung der heutigen Zeit und aus purer Neugierde entstanden oder hat er einen anderen Ursprung?

Früher wurde Obst aus Notwendigkeit kandiert, heute macht man das vielerorts aus Präferenz des Geschmacks.
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Früher wurde Obst aus Notwendigkeit kandiert, heute macht man das vielerorts aus Präferenz des Geschmacks.

Laut historischen Überlieferungen wurden bereits zur Zeit von Marie Antoinette Obststücke mit Zucker kandiert, auf diese Weise wurden sie schlichtweg für längere Zeit, ohne großen Aufwand, haltbar gemacht. Diese Praktik setzte sich nicht nur im frühen Frankreich durch, sie fand im Lauf der Zeit auch in Persien, Frankreich, England oder Italien Anklang. Obwohl es sich hierbei also um eine besonders beliebte Konservierungsmethode gehandelt hat, hat der Trend wenig mit der ursprünglichen Anwendung zu tun.

Eine knackige Angelegenheit

Das Rezept für das glasierte Obst, das derzeit weltweit TikTok-Nutzer:innen begeistert, stammt ursprünglich aus China, wo es auch unter dem Namen » Tanghulu« bekannt ist. Diese traditionelle Süßigkeit ist besonders beliebt in den nordchinesischen Regionen sowie in Großstädten wie Peking oder Shanghai. Wie bereits erwähnt sind für die kandierten Früchte lediglich drei Zutaten nötig: ein Teil Wasser, zwei Teile Zucker und Obst. Der Zucker und das Wasser werden miteinander aufgekocht, währenddessen wird das Obst gewaschen, geputzt und geschnitten und schließlich aufgespießt. Wenn der Zuckersirup ein wenig eingedickt ist, werden die Fruchtspieße glasiert, anschließend müssen diese auskühlen.

Nach einer kurzen Ruhephase können die Spieße entweder nochmals glasiert oder gleich genossen werden. Die Zuckerglasur rund um die Früchte sorgt auf jeden Fall für einen aufregenden Crunch beim Biss. Die fertigen Obst-Spieße in den TikTok-Videos wirken nicht nur kreativ, sondern auch ästhetisch ansprechend – aber Vorsicht! Denn die Zucker-Wassermischung, mit der die Früchte glasiert werden, kann bei Unachtsamkeit schnell zu Verbrennungen führen.


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Redaktion
Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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