Gans neu interpretiert
Das Team vom NeuNeusiedler im nördlichen Burgenland liebt es neue Innovationen aus Kulinarik & Wein zu entdecken. Das beweisen sie mit dem mittlerweile traditionellen »Ganslburger«.
Rund um Martini dreht sich im Burgenland alles um drei besondere Abenteuer: Vom traditionellen Laternenumzug durch die Dörfer, über das Martiniloben und die Tage der offenen Kellertüren bei den heimischen Winzern sowie um die bekannte Gansl-Zeit in der Gastronomie. Bei Letzterem war Falstaff jüngst zu Besuch im »NeuNeusiedler«, denn dort wird das Gansl »neu interpretiert« serviert - und zwar als Burger!
Das Burgenland als Gansl-Hochburg
Doch wie kam es dazu, dass im Burgenland das Gansl so typisch ist? Die Antwort auf diese Frage führt uns in der Zeit weit zurück: Die Gans hat im Burgenland eine lange Tradition und ist fester Bestandteil des pannonischen Herbstes. Dies ist eng mit dem Landespatron, dem Heiligen Martin, verbunden. Als die Bewohner der französischen Stadt Tours ihn im Jahr 371 zum Bischof ernennen wollten, versteckte sich der bescheidene Martin in einem Gänsestall. Doch die Gänse schnatterten so laut, dass er entdeckt und schließlich Bischof wurde. Das Martinigansl ist aber kein Akt der Rache, sondern hat praktische Ursprünge. Früher markierte der 11. November das Ende des bäuerlichen Wirtschaftsjahres, viele Schulden wurden in Naturalien beglichen – oft mit Gänsen, die man nicht über den Winter füttern wollte.
Das Burgenland, mit seinen weitläufigen Naturlandschaften und mildem Klima, bietet ideale Bedingungen für die Haltung von Weidegänsen. Die Tiere finden hier reichlich natürliche Nahrung und Bewegungsfreiheit, was ihnen eine besonders hohe Lebensqualität und den Bauern, wie etwa der Fleischerei Karlo in Pamhagen, die Möglichkeit zur nachhaltigen Aufzucht bietet. Die traditionelle Weidehaltung fördert nicht nur die regionale Landwirtschaft, sondern auch die Qualität des Gänsefleischs.
Der Gansl-Burger vom NeuNeusiedler
Ein Gansl als Burger, und zwar so wie es sich gehört. Burgerbuns von Joseph Brot, Ganslpatty von der regionalen Fleischerei Karlo, Serviettenknödel, Bratensaft, Speck, Rucola, Salz und Pfeffer. Als Beilage wird selbstgemachtes Rotkraut serviert. Dazu empfhielt Berno Bilneier, Weinexperte neben Lena Niessl im »NeuNeusiedler«, einen roten Natural Wine aus der Region. Und zwar den Blaufränkisch Ried Edelgraben 2019 vom Weingut Lichtenberger-González.
Das Burgenland: Rockstar der Natural-Wine-Szene
Lena Niessl (damals Mattson) prägte die Szene einst in den USA mit dem »June« in Brooklyn, der ersten Weinbar, die ausschließlich Natural Wine servierte. Während dieser Weinstil im Burgenland noch eher im Hintergrund stand, genoss er in New York bereits damals große Popularität. Vor allem Weine aus Österreich, speziell aus dem Burgenland, gelten dort als Geheimtipp für biologisch und naturnah erzeugte Weine. »Natural Wines aus dem Burgenland waren in New York regelrechte Rockstars!«, so Lena Niessl.
Eine Einladung auf eine Weinreise ins Burgenland veränderte Lenas Blick auf die Weinwelt – und führte sie auf Pfade, die oft über Traktorspuren verlaufen. Im Rahmen ihrer Reise entdeckte sie das Gut Oggau, das Weingut Tschida in Illmitz, den Demeter-Hof Meinklang in Pamhagen und das Weingut Koppitsch in Neusiedl. Sie erhielt dabei exklusive Einblicke in die Weinberge und durfte bei Verkostungen und Kellerführungen die Besonderheiten der Region erleben.
Frisch verliebt ins Burgenland, traf Lena Mattson auf Baptist Niessl und seine legendäre »Burgerbucht«. Seine Haltung zu Lebensmitteln traf punktgenau auf Lenas Natural-Wine-Philosophie: regionale Produkte, wenn möglich bio, immer aber aus ehrlichem Handwerk.
Burger & Natural Wine Bar
Frisch verheiratet fusionierten der Wirt und die Weinkennerin ihre Talente. Mit einer Auswahl an 250 Natural Wines aus aller Welt will Lena Niessl nun die Burgenländer überzeugen. Um die Aromen der naturbelassenen Weine zu entdecken, wird es immer andere – oft außergewöhnliche – Weine glasweise zu kosten geben.
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