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© Jan Tiam Dorfer / Falstaff

Wild, ehrlich & regional – der Maibock im »Landgasthaus Schiller«

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Signature-Dishes Österreich
Klassiker
Spargel

Im »Landgasthaus Schiller« in Sommerrein am Nordhang des Leithagebirges wird Regionalität nicht nur gekocht – sondern gelebt. Küchenchef und Gastgeber Gerhard Schiller bringt mit einem raffinierten Maibock-Gericht den Frühling auf den Teller und zeigt, wie tief verwurzelte Wirtshauskultur heute schmecken kann.

Wenn der Frühling auf den Teller kommt

Wenn sich im Frühling das Leithagebirge in Niederösterreich vom Winter verabschiedet und die Wälder rund um Sommerrein wieder zu leben beginnen, beginnt im »Landgasthaus Schiller« eine der intensivsten kulinarischen Zeiten des Jahres. Jetzt ist Maibock-Saison – und für Küchenchef Gerhard Schiller eine besondere Gelegenheit, Jagd und Kochkunst zu verbinden.

Im Zentrum des Gerichts steht der Rücken eines frisch erlegten Maibocks – bewusst am Knochen belassen, um Geschmack und Saftigkeit zu intensivieren. Dazu kommt junger grüner Spargel, nur sanft gedämpft und mit einem duftenden Johannisbeerstrauch-Öl mariniert. Frische Morcheln bringen einen erdigen, leicht nussigen Ton ins Spiel und machen das Gericht zu einer Hommage an den Frühling. Zum Maibock empfiehlt das Haus einen eleganten Blaufränkisch vom Weingut Wenzel aus Rust – oder für alle, die lieber alkoholfrei genießen, einen hausgemachten roten Traubensaft mit Szechuanpfeffer.

Mit diesem Teller beweist Schiller, dass es oft die schlichten Kombinationen sind, die höchsten Genuss bringen – wenn man Qualität und Herkunft der Zutaten ernst nimmt.

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Ein Wirtshaus mit Geschichte

Das »Landgasthaus Schiller« ist ein echtes Familiengasthaus – gegründet 1908 von Schillers Urgroßeltern, seither durchgehend geführt. Heute ist es nicht nur Wirtshaus, sondern auch Nahversorger, Begegnungsort und ein Stück kulturelle Identität für den kleinen Ort Sommerrein. Zwischen alten Kachelöfen, Jagdtrophäen und schlicht gedeckten Tischen zeigt sich: Hier wird Gastfreundschaft nicht zelebriert, sondern gelebt.

Gerhard Schiller ist nicht nur Koch, sondern auch Jäger – mit Leib und Seele. Viele der Rehböcke, die in seiner Küche landen, hat er selbst erlegt. Er setzt konsequent auf Regionalität und Eigenproduktion. Diese Haltung spiegelt sich im gesamten Küchenkonzept wider: Nichts wird verschwendet, alles hat seinen Platz. Es ist eine Küche, die nachhaltig denkt, ohne laut davon zu sprechen.

»Wenn man weiß, wie aufwendig es ist, gute Lebensmittel herzustellen, geht man ganz anders damit um«, beschreibt Schiller seine Philosophie. Jeder Handgriff in der Küche ist von Respekt für das Produkt und dessen Ursprung getragen – und das spürt man auch im Geschmack.

© Jan Tiam Dorfer / Falstaff

Einfachheit, die überzeugt.

Mit seinem Maibockrücken zeigt Gerhard Schiller, wie sich Regionalität, Handwerk und Geschmack in einem Teller vereinen lassen. Das Gericht ist reduziert – und gerade dadurch komplex. Es ist eine Hommage an die Landschaft, an das Wild und an eine Kochkultur, die nicht belehren will, sondern berühren.

Der Frühling im Leithagebirge mag still sein – aber auf dem Teller ist er ein Erlebnis. Und das »Landgasthaus Schiller« der perfekte Ort, um ihn zu schmecken.

© Jan Tiam Dorfer / Falstaff

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