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Der österreichische Glashersteller Riedel ist in Japan bekannt.

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Glasklarer Erfolg: Riedel in Japan

Japan
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Der österreichische Glashersteller Riedel ist in Japan auf Erfolgskurs. Rund 15 Riedel-Flagship-Stores gibt es im ganzen Land und einige Gläser aus der Tiroler Glashütte sind in Japan gar zum Standard geworden.

Riedel ist in Japan ein Begriff. Die Gläser des Tiroler Glasherstellers sieht man in vielen Lokalen. Das Unternehmen betreibt rund 15 Flagship-Stores im ganzen Land, die eigentlich Riedel-Erlebniswelten sind.

»Die Japanerinnen und Japaner sind digital übersättigt«, sagt Riedel-Japan-CEO Wolfgang Angyal. »Sie sehnen sich nach analogen Erlebnissen und echter Beratung – das bieten wir in unseren Stores.« So werden in den Riedel-Filialen in Japan etwa regelmäßig Pairing-Kurse in Anwesenheit von Sushi-Meistern angeboten.

Während Alkohol, Wein oder Bier zum Essen in den meisten westlichen Kulturen seit Jahrtausenden genossen wird, hat der Alkoholkonsum zum Essen in Japan eine verhältnismäßig kurze Geschichte. Vor der Edo-Zeit ab 1603 kannte man das eigentlich nicht – damals wurde meist nach dem Essen Alkohol getrunken.

»Bis auf wenige Ausnahmen ist die traditionelle japanische Küche praktisch fettfrei«, erklärt Wolfgang Angyal. »Alkohol, um Fett zu brechen, wird also oft gar nicht benötigt.« So ist Alkohol zum Essen in Japan eine reine Genussbegleitung, eine funktionelle Rolle wird ihm viel weniger zuteil als in anderen Kulturräumen.

Hinzu komme, so Riedel-CEO Maximilian Riedel, dass in der japanischen Gastronomie immer der Koch das Sagen habe. »In Japans Spitzengastronomie bestimmt der Koch alles – sucht sich sogar seine Gäste aus«, so Maximilian Riedel.

Tatsächlich sei es erst seit dem weltweiten Boom der japanischen Kulinarik überhaupt möglich, in japanischen Lokalen einzukehren, ohne japanisch zu sprechen, so Wolfgang Angyal, der die Sprache selbst spricht. »Man wurde nicht abgewiesen, weil man Ausländer ist, sondern weil der Koch besorgt war, den fremden Gast nicht komplett zufriedenstellen zu können. Und noch wichtiger: Er wollte verhindern, dass sich ein unwissender Gast im Lokal blamieren könnte.« Das Gesicht verlieren darf man in Japan bis heute nicht.

Die Riedel-Flagship-Stores in Japan sind wahre Erlebniswelten. Hier können die Gläser immer auch gleich getestet werden.
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Die Riedel-Flagship-Stores in Japan sind wahre Erlebniswelten. Hier können die Gläser immer auch gleich getestet werden.

Weniger ist in Japan mehr

Während der Koch beim Essen das letzte Wort hat, ist die Getränkewahl überaus frei, vielleicht sogar freier als in westlichen Lokalen. »Die Auswahl der Getränke ist für einen japanischen Koch Nebensache«, erklärt Maximilian Riedel, darum lässt er hier seinen Gästen völlige Freiheit. Aber wenn die Getränkewahl einmal gemacht ist, ist es vorbei mit der Freiheit. Dann soll es – typisch japanisch – mit absoluter Perfektion zu- und hergehen.

Die Hochwertigkeit des Gefäßes ist dabei essenziell. »Nur die funktionellsten Gläser sind gut genug«, so Angyal. Allgemein ist in Japans Lokalen weniger mehr. Viele japanische Spitzenlokale bieten in den seltensten Fällen Platz für mehr als zehn Gäste.

»Während Köche bei uns von einem zweiten Lokal oder mehr Platz träumen, ist das bei den japanischen Kollegen oft umgekehrt«, so Angyal. »Der Traum hier ist eher, immer weniger Gäste zu bewirten, dafür die Qualität immer weiter anzuheben.«

Die Reduktion aufs Wesentliche, das Minimalistische, betrifft lange nicht nur Japans Restaurantszene, ganz allgemein bestimme sie das Leben, so Maximilian Riedel. So verbringe man in Japan wenig Zeit zu Hause und die Wohnungen seien meist zu klein für Gäste oder ausufernde Gläsersammlungen.

»Während bei uns meist sechs oder zwölf Gläser für das eigene Heim angeschafft werden, sind es in Japan vielleicht zwei. Diese dürfen dann dafür erstklassig sein«, so Maximilian Riedel.

Nicht zu unterschätzen sei zudem die Tatsache, dass das Statussymbol Weinglas in Japan auch gerne verschenkt werde. So gibt es Riedel-Gläser in Japan etwa in aufwendigen Lederetuis oder in einer Teabox, einer aufwendig gestalteten Weinglas-Verpackung in traditionell japanischem Design. Ein echter Hingucker – exklusiv gefertigt für den japanischen Markt.

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Faszination Nippon

Exklusivität, aber auch Regionalität sind in Japan nicht zu unterschätzen, das weiß Riedel nach mehreren Jahrzehnten auf dem Markt. So existieren in diesem Zusammenhang auch eigens auf Japans Nationalgetränk Sake abgestimmte Riedel-Gläser – und das in zwei Varianten für verschiedene Sake-Arten: Junmai und Daiginjo.

»Diese Gläser sind heute zum Standard für den edlen Sakegenuss geworden«, sagt Riedel sichtlich stolz. Die Erfolgsgeschichte der Riedel-Gläser in Japan startete Maximilian Riedels Vater Georg Riedel Ende der 80er-, Anfang der 90er-Jahre. »Er sah das Potenzial – war aber auch ganz einfach fasziniert von dem Land«, so Maximilian Riedel.

Japan und seine Kultur hatte dann auch allgemeinen Einfluss auf Familie Riedel und ihr Geschäft. Die Farben Rot und Schwarz, die bis heute eine wichtige Rolle im Markenbild des Unternehmens sind, haben eine Verbindung zu Japan. »Die klassischen, hölzernen Bentoboxen sind in genau diesen Farben lackiert«, so Maximilian Riedel. »Mein Vater hat sich für unser Markenbild davon inspirieren lassen.«

Riedel-CEO Maximilian Riedel bei einem Glasseminar in Japan. Sein Vater hat die Geschäfte im Land initiiert und sie prägen bis heute das gesamte Unternehmen.
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Riedel-CEO Maximilian Riedel bei einem Glasseminar in Japan. Sein Vater hat die Geschäfte im Land initiiert und sie prägen bis heute das gesamte Unternehmen.

 

Erschienen in
Special ÖSTERREICH mit Osaka (D)

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Benjamin Herzog
Benjamin Herzog
Chefredaktion Schweiz
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