Zürichs beste Noodlebar? «Tsuru Tsuru»
Zwischen laut gerufenen Bestellungen auf Japanisch, dampfenden Nudelschalen und Izakaya-Vibes fühlt sich ein Besuch in der «Tsuru Tsuru Noodlebar» an wie ein Kurztrip nach Tokio. Falstaff kürt das Zürcher Konzept nun zum «Best of Japanisch».
Nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof Zürich entfernt, hat sich die «tsuru tsuru noodlebar» innert kurzer Zeit zu einer festen Grösse der lokalen Streetfood-Szene entwickelt. Im aktuellen Falstaff Streetfood Guide wurde das junge Konzept als «Best of Japanisch» ausgezeichnet. Wir treffen Restaurantleiterin Natalie Käsermann und Team Lead Jamila Rahal im üppig dekorierten Lokal – ein Ort, der augenblicklich Fernweh weckt.
Die Falstaff-Prämierung fühlt sich «fast surreal» an, erzählt Jamila. Vor allem deshalb, weil sie als echte Wertschätzung für die tägliche Arbeit verstanden wird – für die Energie, die Leidenschaft und die Detailverliebtheit, die in das kleine Nudelrestaurant fliessen. Gleichzeitig sei die Auszeichnung ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und das Konzept laufend zu verfeinern.
Urbaner Hotspot mit japanischer Seele
Die Idee zur «tsuru tsuru noodlebar» entstand nicht über Nacht. Bereits 2020 gab es Pläne für eine Eröffnung – doch die Pandemie verzögerte alles. Im März 2023 war es schliesslich so weit: Die Nudelbar öffnete ihre Türen. Zuvor gehörten die Räumlichkeiten zum benachbarten «Sala of Tokyo», wo bis heute verschiedene japanische Menüwelten von Kaiseki über Hot Pot bis Izakaya angeboten werden.
Wie viel konzeptionelle Arbeit hinter «tsuru tsuru» steckt, zeigt auch der Blick auf verwandte Projekte aus demselben Haus – etwa «yume ramen». Bei «tsuru tsuru» wollte man bewusst eine Lücke schliessen: Statt Ramen rücken hier Udon in den Fokus. Fine Dining sei nie das Ziel gewesen, sondern eine zugängliche Küche, die schnell angeboten werden kann – ohne dabei an Authentizität oder Geschmack einzubüssen. Eine Herausforderung, besonders in der winzigen Küche mit nur zwei Herdplatten.
Auch der Name erzählt eine Geschichte. «tsuru tsuru» beschreibt im Japanischen das Geräusch und Gefühl des Nudelschlürfens. Und ja – wer an der Bar sitzt, hört dieses Geräusch regelmässig. Für das Team ein gutes Zeichen: Es zeigt, dass Gäste die Nudeln so geniessen, wie es in Japan üblich ist.
Lieblingsgerichte der Gäste
Zu den meistbestellten Gerichten zählt das Ebi Tempura Udon – ein Klassiker, der mit knuspriger Garnele punktet. Ebenfalls sehr gefragt: Kitsune Udon mit süsslich mariniertem Inari-Tofu, ein typisches japanisches Comfort Dish. Fischfans greifen häufig zum Zukedon, dessen marinierter Fisch aus der hauseigenen Sushi-Produktion stammt. Und auch das Torikaraage Don, frittiertes Chicken auf Reis, hat sich als Publikumsliebling etabliert.
Jamila, seit bald zwei Jahren Teil des Teams, beschreibt den Charme des Lokals als «ständig lebendig». Die üppige Dekoration, das dichte Treiben, die unmittelbare Nähe zu den Gästen – all das mache den Reiz aus. Wer hier arbeitet, muss ein Grundverständnis für die japanische Kultur und japanische Begrifflichkeiten haben, um die gewünschte Authentizität zu transportieren.
Kulinarisch orientiert sich das Konzept am Izakaya-Gedanken. Was fertig ist, wird serviert – ohne klassische Menüabfolge. Gerade abends entstehe so eine gesellige Dynamik: kleine Gruppen, die teilen, probieren, sich Zeit lassen. Tagsüber hingegen dominiert das schnelle Lunchgeschäft der Bahnhofstrassen-Besucher:innen.
Ab Ende Februar ist ein durchgehender Betrieb geplant, ergänzt durch eine Nachmittagskarte mit einem reduzierten Angebot. Der grosse Andrang seit letztem Sommer habe gezeigt, wie hoch die Nachfrage ist – und wie wichtig es bleibt, flexibel auf individuelle Gästebedürfnisse einzugehen. So verbindet die «tsuru tsuru noodlebar» japanische Esskultur mit Zürcher Urbanität: schnell, laut und herzlich.
8001 Zürich
Schweiz