Wie «The Jack's House» hochwertige Balkan-Küche für alle zugänglich macht
«The Jack's House» wurde im Falstaff Streetfood Guide zum besten Lokal für Balkan-Küche gekürt. Mitgründerin Amila spricht über die Qualität und Vielfalt dieser Küche, erklärt, warum Gäste aus der ganzen Schweiz anreisen und weshalb sie bewusst lieber zwei statt drei Filialen führen.
«The Jack’s House» zeigt seit über 20 Jahren, dass Balkan-Küche weit über den Schnellgrill hinausgeht. Jetzt haben es auch die Falstaff-Leser:innen bestätigt: Im Streetfood Guide 2025 wurde das Lokal in Kriens zum besten Balkan-Restaurant gekürt. Eine Anerkennung, die Geschäftsleiterin Amila viel bedeutet.
«Wir freuen uns riesig», sagt sie. Auch wenn die Auszeichnung für sie nicht völlig überraschend kommt. «In der Balkan-Community sind wir sehr bekannt, das hören wir täglich. Aber in den Schweizer Medien war diese Küche lange kaum präsent.» Umso mehr bedeute es dem Team, wenn die konstante Qualität und die tägliche Arbeit von aussen wahrgenommen würden. «Das gibt uns Motivation, genau so weiterzumachen.»
Was im «The Jack's House» in Altstetten (ZH) und Kriens (LU) auf den Teller kommt, ist tief verwurzelt. Balkan-Küche ist extrem vielfältig, erklärt Amila. Sie ist geprägt von zahlreichen Einflüssen, von türkisch über griechisch bis italienisch und istrisch. «Wir haben uns bewusst für eine kleine Karte entschieden – dafür kompromisslos hochwertig und authentisch.» Die meisten Zutaten stammen von Hofläden aus der Region.
Ćevapčići als Herzstück
Ein Paradebeispiel sind die Ćevapčići. «Das ist nichts, was man zuhause einfach nachmachen kann», sagt sie. Die Herstellung erfordere nicht nur viel gutes Fleisch, sondern auch Zeit, Erfahrung und Geduld. «Das was man hierzulande im Supermarkt kaufen kann, ist nicht authentisch.» Auf dem Balkan gehören Ćevapčići zum Alltag. Als Streetfood, an jeder Ecke, als selbstverständlicher Teil der Esskultur. Die Idee sei gewesen, dieses Gericht auf hohem Niveau umzusetzen und entsprechend zu präsentieren. «So wie Pizza in Italien», sagt Amila. Einfach, aber perfekt gemacht.
Kochen hat auf dem Balkan eine enorme soziale Bedeutung. Man trifft sich, man kocht gemeinsam, lange und mit Freude. Essen wird zelebriert.
– Amila, Geschäftsführerin «The Jack's House» in Kriens
Auch Brot ist ein zentrales Element der Balkan-Küche. «The Jack's House» geht hier konsequent den traditionellen Weg. Jeden Morgen wird das Fladenbrot von Hand hergestellt. Ohne Zusatzstoffe, nur mit Mehl, Wasser, Salz und Hefe. «Die Handarbeit macht den Unterschied. Der Teig fühlt sich anders an, das Brot schmeckt anders.» Gegessen wird es zu fast allem: zu Ćevapčići mit Saucen und Zwiebeln, zu Salaten, zu Wurst, aber auch zu den veganen Gerichten. Generell kommen im «The Jack's House» nur das beste Schweizer Fleisch und handverlesene Zutaten auf den Teller.
Vom Automechaniker zum Gastgeber
Gegründet wurde «The Jack’s House» von Amilas Mann. Er war ursprünglich Automechaniker, aber leidenschaftlicher Koch. «Ich habe ihn motiviert, den Schritt zu wagen», sagt Amila. Das erste kleine Lokal entstand in Emmenbrücke und wuchs langsam, Schritt für Schritt. Irgendwann wurde der Laden überrannt.
2018 stieg Amila selbst ins Unternehmen ein, der nächste Standort in Kriens folgte. Später stiess auch Sohn Tarik dazu, der heute die Filiale in Zürich Altstetten führt. «Zürich war immer das Ziel. Balkan-Leute aus der ganzen Schweiz kommen zu uns, sogar aus Genf. Zürich ist zentral.» 2022 wurde in Zusammenarbeit mit «City Pop» ein Restaurant eröffnet. «Eine ganz tolle Geschichte», schwärmt Amila.
2024 trennten sich Amila und ihr Mann schweren Herzens von ihrem ersten Standort in Emmenbrücke. «Wenn du das Niveau halten willst, brauchst du Präsenz und Führung. Mit zu vielen Restaurants geht das nicht». Franchise-Modelle und Investoren haben sie bewusst abgelehnt. «Dann wäre es nicht mehr dasselbe.» Schliesslich ist das für die beiden eine echte Herzensangelegenheit.
6010 Kriens
Schweiz