Zum Inhalt springen
Foto beigestellt

Italianità und Lokalkolorit am Lago di Costanza

Nachbericht
Verkostung

Das Casino Konstanz bildete den strahlenden Rahmen für ein frühlingshaftes Wine & Dine, bei dem sich mehr als 80 Gäste fünf Gänge und zehn Weine schmecken ließen.

Das Wetter war zwar nur bedingt frühlingshaft am 21. März, dennoch ließen es sich meisten der mehr als 80 Gäste nicht nehmen, den Apéro (Sekt Prestige vom Weingut Schmidt aus Wasserburg) auf der herrlich zum See hin gelegenen Terrasse des Restaurants »Villagio« zu sich zu nehmen. Nach den Begrüßungsworten durch Agron Salihi, den Direktor der Konstanzer Casinos, folgte in fünf Akten ein Feuerwerk der Aromen, das die Küche des »Villagio« unter der Leitung von Jacky Bunjaku gemeinsam mit dem Meersburger Weinhändler Robert Martin (Weinhaus Hack) vorbereitet hatte.

Der thematische rote Faden war dabei das Aufeinandertreffen von Bodensee und Italien. So machte etwa zum Beef-Tatar vom Bodenseerind mit gerösteter Focaccia der Vermentino aus dem toskanischen Weingut Monteverro bella figura. Zum Risotto mit grünem Bodensee-Spargel und Black-Tiger-Garnelen mit einem Bärlauch-Pesto-Topping battelten sich der Chardonnay Alto Adige DOC von Alois Lageder aus Südtirol und der Lokalmatador Seehalde Chardonnay vom Seehaldenhof aus Nonnenhorn. Ein spannendes Paar, bei dem beide Weine dem Gericht etwas zu geben wussten.

Das Bodensee-Saiblingsfilet mit Caponata Siciliana wurde mit dem »Le Grance« Toscana Bianco vom Weingut Caparzo aus Montalcino begleitet, und mit einem weiteren Weißwein vom bayerischen Bodensee: dem Seehalde Weißburgunder aus dem Weingut Kurek, gekeltert vom aktuellen Falstaff Deutschland Newcomer des Jahres, Jonas Kurek.

Am weitesten auseinander gingen die Vorlieben der Gäste vielleicht bei den beiden Rotweinen, die die Geschmorte Rinderbacke auf gegrillter Polenta mit schwarzem Trüffel und bunten Mini-Möhren begleiteten: Für die Liebhaber der Italianità ging der Langhe Nebbiolo »Perbacco« aus dem Hause Vietti besser, aber auch die Rotweincuvée »Fetter Schnitt« aus dem Weingut Kress aus Überlingen sammelte Punkte – nicht zuletzt staunten die Gäste darüber, dass am See, global warming zum Dank, inzwischen Rotweine von solch geradezu mediterranem Zuschnitt möglich sind.

Nach dem Dessert klang der Abend bei beschwingten Gesprächen aus, und manch eine und manch einer der Gäste wagte im Anschluss sogar noch ein Spielchen in der Spielbank im Erdgeschoss – ein kleines Säckchen mit Jetons hatte das Casino in weiser Voraussicht neben jedes Gedeck gelegt.


 

Ulrich Sautter
Ulrich Sautter
Wein-Chefredakteur Deutschland
Mehr zum Thema
1 / 12