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Mit drei Vierteln durch vier Viertel: der weltberühmte Jägerball

Jägerball
Tradition
Musik

Am Jägerball 2025 gibt es viel zu feiern: Das 120-jährige Bestehen des Balls, den 200. Geburtstag von Walzerkönig Johann Strauss – und natürlich das Patronanzbundesland Niederösterreich, das in der Hofburg zur genussvollen Reise durch seine vier Viertel lädt.

Wenn sich am letzten Jännermontag die Tore der Wiener Hofburg und der Spanischen Hofreitschule für den Jägerball öffnen, dann dürfen sich die 5000 Gäste auf ein wahres Hochfest des Brauchtums freuen. Gründe zu feiern gibt es in diesem Jahr gleich mehrere.

Der Traditionsball vom Verein Grünes Kreuz, der unbestritten zu den beliebtesten des Landes zählt, feiert im Jahr 2025 sein 120-jähriges Bestehen. Der erste Ball wurde im Jahr 1905 ins Leben gerufen. Die karitative Funktion, die er damals einnahm, hat er sich bis heute erhalten. 102 Bälle hat der Verein Grünes Kreuz seither veranstaltet.

Der Abend steht aber auch im Zeichen des 200. Geburtstags von Johann Strauss. Wie passend, dass der Walzerkönig mit seiner Schnellpolka »Auf der Jagd« für die Eröffnung des Balls thematisch die richtigen Klänge liefert. Choreografiert wird der Auftritt der mehr als 90 Debütantenpaare wie immer von der Wiener Traditionstanzschule Elmayer. Zu hören gibt es bei der Eröffnung auch den »Frühlingsstimmenwalzer« von Strauss, der sich nach seiner Uraufführung 1883 zu einem Publikumsliebling entwickelte – und es bis heute geblieben ist. »Zwei großartige Werke«, resümiert der Opernsänger und Kulturmanager Daniel Serafin, der dem Ballkomitee als künstlerischer Berater zur Seite steht. Als ausgewiesener Strauss-Kenner ist Serafin klar: »Am großen Patron des Walzers kommt man auf einem Ball ohnehin nicht vorbei. Und in seinem Jubiläumsjahr schon gar nicht.«

Apropos Patron: Die (alljährlich wechselnde) Patronanz des Balls hat dieses Jahr das Bundesland Niederösterreich übernommen, das auf eine große jagdliche Tradition zurückblicken kann. Und so geht es im Dreivierteltakt thematisch »auf die Pirsch« durch die vier Viertel des Bundeslandes, die man an diesem Abend in den Vordergrund rücken will – jagdlich, musikalisch und kulinarisch.

Dabei rückt die Musik aus Niederösterreich in den Mittelpunkt. Bei der Eröffnung sorgen Jagdhornbläsergruppen aus Niederösterreich für die Einstimmung auf den Abend. Alles soll vorab jedoch nicht verraten sein: Die Stadtmusikkapelle Retz – deren Repertoire von Traditionsmärschen bis zur symphonischen Blasmusik reicht – steuert mit mehr als 60 Musikerinnen und Musikern eine Überraschungseinlage bei, bei der das Festpublikum auch Opernklänge hören wird. Die Kapelle verspricht eine Hommage an die Opernfestspielorte Niederösterreichs.

Die Wilderer kommen

Auch in der Spanischen Hofreitschule wird es eine festliche Eröffnung geben. Zu später Stund’ übernehmen dort die Wilderer das Kommando – und zwar bei einem »Wilderer Clubbing«, später zudem bei der »Wilderer Disco« im Gartensaal der Hofburg. Der Name kommt nicht von ungefähr: Während sich die Jäger »an strenge jagdliche Gesetze halten, geht es bei den Wilderern schon mal lockerer zu. Sie machen sich ihre eigenen Regeln«, sagt Christa Kummer-Hofbauer, Präsidentin des Vereins Grünes Kreuz, mit einem Augenzwinkern. Was im Wald nicht gern gesehen ist, hat in der Disco seinen Platz.

Auch davon, dass Niederösterreich kulinarisch viel zu bieten hat, können sich die Gäste vor Ort überzeugen. Dafür sorgt die Initiative »So schmeckt Niederösterreich«, die es sich mit mehr als 500 Partnerbetrieben zum Ziel gesetzt hat, das breite Spektrum an Spezialitäten aus den Regionen zu präsentieren.

An einem Stand im Foyer warten auf die Ballbesucher Kostproben von Schloss Litschau, wo man sich seit einiger Zeit der hochwertigen Wildverarbeitung verschrieben hat. Ein Markenzeichen des Betriebs der Schlossherrnfamilie Seilern-Aspang: die hauseigenen Rohwürste, die man gemeinsam mit Fleischermeister Florian Kreuzer produziert. »Rohwürste sind die Crème de la Crème der Würste«, sagt Amelie Seilern-Aspang – und will das am Ball mit ihren Kaminwurzen beweisen. Auch Rohschinken vom Wild gibt es zu verkosten.

Die passende Weinbegleitung liefern direkt am Stand zwei niederösterreichische Weingüter: das Weingut Müller aus Krustetten und die Schwertführerinnen aus Sooß.

© Schloss Litschau

Ein Highlight ist auch der offizielle Jägerballwein: Der Grüne Veltliner Kremstal DAC 2023 stammt vom Familienweingut Malat, das – gegründet 1722 – am Fuße des Stiftes Göttweig Weine von besonderer Qualität produziert. Und was wäre ein Jägerballwein ohne Weinpaten? Eben! Als solche fungiert die bekannte TV- und Theaterschauspielerin Kristina Sprenger, die sowohl zum Wein als auch zur Jagd eine besondere Beziehung hat: Die gebürtige Tirolerin lebt im niederösterreichischen Winzerort Sooß inmitten der Weingärten, ihr Mann und ihr Vater sind die Jäger in der Familie.

Alljährlich ein Hingucker ist der Blumenschmuck – und vor allem jener »Wald«, der für einen Abend in der Hofburg sprichwörtlich aus dem Boden schießt: Die Bäume stammen aus der Guts- und Forstverwaltung Fridau von Ludovico Tacoli, die nahe St. Pölten liegt. Erstmals soll rund um die Bäume in der Hofburg eine regelrechte Waldlandschaft entstehen. Die Details: Auch hier eine Überraschung!

Für das Bühnenbild wiederum zeichnet die Gärtnerei Starkl verantwortlich. Auch hier wird sich die Reise durch die vier niederösterreichischen Viertel thematisch wiederfinden. Der Blumenschmuck auf der Feststiege und in der Hofreitschule stammt von den Wiener Stadtgärtnern, die dabei von der gemeinnützigen Organisation »Jugend am Werk« unterstützt wird. Auch das ganz im Sinne des sozialen Gedankens des Balls. Bekannt ist übrigens schon die Farbe des Ballschmucks: Er ist ganz klassisch in Weiß-Grün gehalten – den Farben des Vereins Grünes Kreuz.


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Christoph Schwarz
Christoph Schwarz
Chefredakteur a.D.
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