Olympia-Bewerbung: Hamburgs Gastronomen träumen von Gold
Olympia – davon träumen jetzt die Hanseaten: Schon zum zweiten Mal steigen sie ins Rennen um das Großsportereignis ein. Diesmal soll es gelingen, die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 in die Stadt zu bringen. Ob die Elbmetropole zu den Gewinnern zählt, steht noch in den Sternen, aber Hamburgs Gastronomie setzt jetzt schon mal auf Sieg.
Schwimmen im Volksparkstadion, Beachvolleyball auf dem Heiligengeistfeld, Rudern auf der Außenalster, Hockey im Millerntor-Stadion, das Olympische Dorf im Stadtteil Bahrenfeld – kommt dasGroßereignis an die Elbe, soll es ein »Sportereignis der kurzen Wege« sein. Alles würde dann zentral und größtenteils in bereits vorhandenen Sportstätten stattfinden. 82 Prozent der Austragungsorte lägen in einem Radius von sieben Kilometern. Mitten in der Lebenswelt der Hamburger.
Darüber freut sich auch die Gastronomie an Alster und Elbe: Restaurants, Kneipen, Bars und Cafés würden dann unmittelbar von den Besuchern profitieren. Die Stadt rechnet mit mehreren Millionen Zuschauern, die zu den Spielen anreisen würden. Dazu 10.500 Athleten und 70.000 aus der Olympischen Familie wie Betreuer, IOC und Medien. Geschätzte elf Millionen Gäste hatte Paris im vergangenen Jahr in den zwei Wochen als Austragungsort der internationalen Sportwettbewerbe.
»Alle wollen hoch hinaus«
Cornelia Poletto, bekannte TV-Köchin und Hamburger Gastronomin ist begeistert von der Olympia-Bewerbung: »Falls es uns gelingt, die Spiele an die Elbe zu holen, kommt eine besondere Energie in die Stadt. Sie wird sie beleben. Und für uns bringt es zusätzlich zu den Stammkunden auch sicherlich neue Gäste hinzu. Also: Ich bin eindeutig pro Olympia!«
Auch Kevin Fehling, Hamburger 3-Sterne-Koch (»The Table«, »Puzzle Bar«) sieht in der Bewerbung eine große Chance für Hamburg: »Wie bei uns in der Sternegastronomie treffen sich auch bei Olympia die Besten ihres Fachs. Alle wollen hoch hinaus. Sicherlich wird auch die Gastronomie davon profitieren. Für jeden Gastronomen hat Olympia natürlich auch einen wirtschaftlichen Aspekt.«
Erstmals seit 1972 wieder in Deutschland
Florian Schneider, der gerade als Miteigentümer das »Pesca – Theatre of Fish« im neuen Westfield Überseequartier eröffnet hat: »Ich finde die Olympischen Spiele in Hamburg großartig. Wir sind schon immer eine weltoffene Stadt und gerne Gastgeber. Für die Gastronomie ist Olympia natürlich eine große Sache. Vor allem freue ich mich persönlich darauf, die Gäste bei uns im Pesca zu leckeren Fischgerichten zu bewirten. Vielleicht sieht man von unserer Terrasse an der Elbe sogar die eine oder andere Sportstätte.«
Auch der DEHOGA Hamburg e.V., der Branchenverband des Gastgewerbes, begrüßt die Bewerbung um Olympia ausdrücklich. Geschäftsführer Simon Wieck: »Eine internationale Sportveranstaltung mit dieser enormen Strahlkraft und Reichweite würde unsere wunderschöne Stadt Hamburg und den Norden weltweit bewerben und wirtschaftlich nachhaltig stärken. Unser Gastgewerbe würde von Besuchern, Medienschaffenden, Sicherheitskräften und den Sportlern mit ihren Familien der Olympischen Spiele profitieren, die in den Hotels der Stadt übernachten und das kulinarische Angebot wahrnehmen. Im besten Fall werden die Gäste der Stadt Stammgäste und kommen mit Freunden und Familien auch im Anschluss immer wieder nach Hamburg.«
Geht der Plan der Olympiabewerbung auf, kommen die Olympischen Spiele erstmals seit 1972 wieder nach Deutschland.