Zum Inhalt springen
© Schaefer-Media

»Chefs Warehouse«: Ist das die Hamburger Neueröffnung des Jahres?

Hamburg
Neueröffnung
Südafrika

Ein Stück Südafrika in der Hamburger Speicherstadt: Offene Küche, hohe Decken und Sharing-Gerichte voller überraschender Aromen – das neue »Chefs Warehouse« setzt ab sofort Maßstäbe.

Es ist erst Anfang März, aber mit ziemlicher Sicherheit wird in diesem Jahr kein weiteres Gastroereignis an der Elbe die Eröffnung von »Chefs Warehouse Canteen & Bar« toppen können. Das neue Restaurant mit südafrikanischem Background übertrifft mit seiner Lage und seinem Ambiente in der denkmalgeschützten Maschinenzentralstation der Hamburger Speicherstadt alle Erwartungen. Und auch was das Kulinarische betrifft, spielt der Neuzugang in der Hamburger Genussszene in der Topliga.

Gleich beim Betreten der Location stellt sich der Wow-Effekt ein: Sieben Meter hoch öffnet sich der Gastraum. Die gewölbten Deckenelemente getragen von gusseisernen Säulen. In der Mitte wie eine Bühne – die offene Küche. Das Reich von Eric Kröber. Kein Unbekannter: Der neue Küchenchef ist ein »alter Hase« am Herd und bringt Erfahrung aus den Küchen des »Landhaus Stricker« auf Sylt, dem »East Hotel« auf St. Pauli und dem »Clouds« in seine neue Wirkungsstätte am Fleet.

Internationale Küchenfeder

Direkt davor ein großer »Community Table« mit einer 500 Kilo schweren Holzplatte. Im Raum verteilt, kleinere Genussinseln mit Platz für zwei oder mehrere Gäste. Echte Bäume, deckenhoch, stecken in riesigen Pflanztrögen und zaubern dazu ein »Alice im Wonderland«-Ambiente. Über die Hälfte des Raums zieht sich eine Galerie, auf der die Bar ihren Platz einnimmt. Das Ganze eine Top-Arbeit des Innenarchitekturstudios Formwaende aus Lüneburg. Bauherr ist die HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG), die Millionen in diesen Umbau steckte. Die im Krieg zerstörte, historische Maschinenzentralstation, die einst die gesamte Speicherstadt mit Energie versorgte, bekam dazu noch einen dezenten Neubau an die Seite gestellt. In ihm, gleich neben Eingang, findet sich ein Laden mit ausgewählter Tableware, Weinen und Kochbüchern von Liam Tomlin.

Das Konzept für das »Chefs Warehouse« stammt aus Kapstadt, wo 2014 Liam und Janet Tomlin das erste Restaurant unter diesem Namen eröffneten. Mittlerweile zählen neun Betriebe zum Portfolio des Erfolgsduos, das Casual Fine Dinging mit urbanem Flair und einer modernen, internationalen Küchenhandschrift mixt. Dass es jetzt eine zehnte Location in Hamburg gibt, ist dem Gastronomen Christoph Strenger (»East Hotel« und Restaurant, »Clouds« und »Coast by east«) und seiner privaten Freundschaft zu Liam Tomlin zu verdanken. Was die Gäste in dieser mit großformatigen Bildern südafrikanischer Künstler versehenen einmaligen Umgebung in der Nähe der Elbphilharmonie erwartet, ist ein leicht modifiziertes Sharingkonzept aus der Feder des mehrfach international ausgezeichneten Kochs. Die Küchenphilosophie des gebürtigen Iren wurzelt in der klassisch französischen Cuisine. Vor kurzem erst war er sechs Wochen an der Elbe, um mit dem Team vor Ort zu arbeiten.

Norddeutsche Karotten treffen auf arabisch-afrikanisches Dukkah

»Wir wollen die Leichtigkeit aus dem Südafrika-Urlaub in den Norden bringen«, verspricht Lina Koch, Inhaberin und Gastgeberin des »Chefs Warehouse«. Die ausgebildete Sommelière bringt 20 Jahre Erfahrung aus dem »East Hotel« mit in die neue Location. Zur Auswahl stehen zwei Menüs »Flora« und »Fauna« und viele im Tapas for two-Style gereichte Einzelgerichte. Die mittelgroßen Portionen bereichern nordeuropäische und regionale Zutaten wie zum Beispiel eine irische Auster, die mit vietnamesischem, ingweraromatisiertem Dressing gereicht wird. Auch die mit arabisch-afrikanischem Dukkah gewürzten und gerösteten Karotten kommen aus Norddeutschland genauso wie der Rotkohl, mit dem sich – abgeschmeckt mit Sojasauce und Zitrusfrüchten – eine ganz neue Geschmackswelt auftut. Außerdem empfehlen sich regionale Kalbbäckchen, Prignitzer Geflügel, aber auch ein Pulpogericht oder ein roher Gamefish im Kokos-Tamarinden-Dressing.

Bislang steht das spektakuläre, neue Restaurant den Gästen nur am Abend offen, demnächst wird aber auch ein Mittagsangebot die Speicherstadt und die angrenzende Hafencity bereichern.


Brigitte Jurczyk
Autor
Mehr zum Thema
1 / 12