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Vor allem aus Südfrankreich kommt viel Rosé – der Trumpf: Die rote Rebsorte Grenache ist perfekt für die Rosébereitung geeignet.

Vor allem aus Südfrankreich kommt  viel Rosé – der Trumpf: Die rote Rebsorte Grenache ist perfekt für  die Rosébereitung geeignet.
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Die Rosé-Nation Frankreich

Roséwein
Frankreich
Tasting

Frankreich ist das Epizentrum des Rosé: Jede dritte Flasche weltweit stammt von hier, und auch im eigenen Land ist er fest verankert – rund jede dritte getrunkene Flasche schimmert roséfarben.

Der Großteil des französischen Rosé stammt aus dem Süden des Landes. Die Provence steht dabei für erstklassige, als AOC klassifizierte trockene Weine und gilt international als Stilvorbild. Im Languedoc-Roussillon entstehen daneben größere Mengen an zugänglichen Rosés, meist als Pays d’Oc IGP klassifiziert. Diese Spezialisierung auf einen Weinstil hat viele Gründe.

Rosé-Terroir von Grenache aus denken

Manche meinen, Rosé wäre ein rein technischer Wein. Definiert durch Kellertechnik, Reinzuchthefe, Winzer-Know-how. Da mag etwas dran sein – aber ganz richtig ist es auch nicht. Der Schlüssel zum Erfolg der südfranzösischen Rosés liegt in der roten Rebsorte Grenache. Sie sorgt dafür, dass die – im Fall der Provence per Weingesetz trockenen – Weine nicht spröde wirken, sondern jenen Fruchtschmelz mitbringen, der Fülle vermittelt, ohne Süße zu brauchen.

Grenache ist nun mal eine Rebsorte, die im Süden zu Hause ist. Sie braucht Hitze, viel Sonne und karge Böden, um zur Reife zu gelangen. »Wer vom Terroir der Provence spricht, muss immer vom Grenache aus denken«, erklärt auch Bio-Winzer Klaus Heller von Château Gasqui. »Wir haben hier 300 Sonnentage, kühle Meeresbrisen und den Wind Mistral, der die Trauben gesund hält, Frische und Frucht bewahrt.«

Dazu kommen weitere Rebsorten wie Syrah, der auch in der Rosé-Version eine pfeffrige Würze mitbringt. Cinsault liefert florale Noten, und Tibouren steuert würzige, an Tabak und Garrigue erinnernde Aromen bei. Mit dabei sein darf auch bis zu 20 Prozent Rolle, eine weiße Rebsorte, die man in Italien als Vermentino kennt. Sie darf gemeinsam mit den roten Trauben verarbeitet werden und bringt eine weißweinartige Saftigkeit in die Mitte des Gaumens. All diese Sorten haben sich in ihrem Zusammenklang für Rosé bewährt – und in Südfrankreich herrschen nun einmal optimale Bedingungen für deren Anbau.

Fokus auf Rosé-Erzeugung

Der heutige Erfolg des Rosés war lange nicht absehbar. Wer früher auf den Weinkarten der Welt danach Ausschau hielt, fand oft nur zwei versprengte Positionen: etwas Überlagertes aus Frankreich und in Deutschland einen lausigen »Irgendwas Weißherbst«. Rosé – das war im wahrsten Sinne ein Abfallprodukt der Rotweinerzeugung. Netter formuliert: ein »Saignée«, was sich zweifellos auf Französisch schicker anhört als »Saftabzug«. Die Methode, bei der nach dem Einmaischen von roten Trauben Saft abgezogen wird, damit der Rotwein besser wird.

Heute hat sich der Fokus in Südfrankreich und speziell in der Provence ganz auf Rosé gerichtet. »Rotwein spielt kaum noch eine Rolle, wir haben Weinbau und Kellertechnik ganz auf Rosé ausgelegt«, bestätigt auch Victor Joyeux, einst Kellermeister beim neuseeländischen Kult-Weingut Cloudy Bay, heute verantwortlich für Château Estoublon. Der Fokus beginnt im Weinberg: Auswahl des richtigen Rebmaterials, gezielte Lagenwahl, Wahl des Lesezeitpunktes. Und setzt sich im Keller fort – mit schonender Pressung, exakter Temperaturführung und moderner Technik im Edelstahltank.

Erfolgsgeheimnis Provence Rosé: klare Stilistik

Der Erfolg des Provence Rosé liegt auch an seinem klar definierten Stil. Das beginnt bei der eleganten, blassrosa Farbe. Sie ist zum einen auf die wenig farbintensiven Rebsorten zurückzuführen, aber auch auf die Machart: Die Trauben werden oft direkt gepresst oder nur kurz eingemaischt. Provence-Rosé ist stets trocken und darf per Gesetz nicht mehr als 4 g/l Restzucker enthalten.

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Im Zusammenspiel mit dem Fruchtschmelz des Grenache wirkt der Wein nie spröde. Im Bukett zeigt sich eine definierte, aber nie laute Aromatik. Hinzu kommt eine moderat frische, belebende Säure, die im Geschmack häufig durch eine mineralische, salzige, bisweilen an »Fleur de Sel« erinnernde Pikanz unterstützt wird. Diese Klarheit im Stil ist zugänglich, ohne beliebig zu sein, sofort verständlich und ohne viel Vorwissen zu erfassen. So einfach wie möglich – aber kein bisschen einfacher. Immer noch Kulturgut und kein schnödes Getränk aus der Retorte.

Kein Wunder, dass Provence Rosé überall kopiert wird. Er passt zum Sommer wie kaum ein anderer Wein. Die Farbe ist außergewöhnlich attraktiv, und nicht zuletzt wirkt auch die Vorstellung der Provence selbst anziehend. Sofort denkt man an warmes Licht, Sonne, ein glitzerndes Meer, azurblauen Himmel, Lavendel und Kräuterduft in der Luft. Da braucht es kein großes Marketing.

ZU DEN SIEGERN DER FALSTAFF ROSÉ TROPHY FRANKREICH


 

Erschienen in
Falstaff Rosé Special 2026

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Romana Echensperger
Romana Echensperger
Wein-Chefredakteurin Deutschland
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