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Sauerteig: Der Teig mit Charakter und was ihm beim Aufgehen hilft

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Was ist ein Starter? Wie geht das Brot richtig auf und woran liegt es, wenn es das nicht tut? Wir haben uns den Sauerteig einmal genauer angesehen und haben neben Antworten auch einige Sauerteig-Rezepte parat.

Ob in schimmernden Farben, mit fantasievollen Mustern oder in den unterschiedlichsten Variationen – Sauerteigbrot zeigt sich heute so vielfältig wie nie. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das klassische Brotbacken durch Social Media und kreative Content Creator:innen eine echte Renaissance erlebt? Umso hilfreicher ist es, ein paar Grundlagen zu kennen, bevor man selbst loslegt.

Der Sauerteig ist ein lebendiger Fermentationsprozess, bei dem Mehl und Wasser mithilfe von wilden Hefen und Milchsäurebakterien in einen aromatischen Teig verwandelt werden. Neben klassischem Brot gelingen damit auch Pizzateig, Focaccia, Croissants, Brioche und süßes Gebäck wie Zimtschnecken oder Kuchen. Selbst Reste des Starters lassen sich zu Pfannkuchen, Waffeln oder Cracker verarbeiten.

Was ist ein Sauerteig-Starter und warum muss man ihn »füttern«?

Der sogenannte Starter ist das Herzstück jedes Sauerteigs: Er sorgt dafür, dass der Teig aufgeht und die typische, fein-säuerliche Note entsteht. Außerdem hilft er dabei, dass das Brot besonders aromatisch wird und länger frisch bleibt. Er braucht zwar ein wenig Pflege – aber dafür gibt er viel Geschmack zurück. Der Starter ist im Grunde eine einfache Mischung aus Mehl und Wasser, die als idealer Nährboden für wilde Hefen und Milchsäurebakterien dient. Sie bringen den Teig ganz ohne zusätzliche Hefe zum Aufgehen.

Warum muss man ihn also füttern? Weil diese Mikroorganismen regelmäßig neue Nahrung – also frisches Mehl – brauchen, um aktiv und stark zu bleiben. Mit jeder Fütterung vermehren sie sich, fördern die Gärung und verbessern so die Backeigenschaften des Teigs. Bleibt die Pflege aus, wird der Starter schwächer, entwickelt möglicherweise unangenehme Gerüche – oder stirbt im schlimmsten Fall ganz ab.

Kann man den Starter »wiederbeleben«?

Solange der Starter keinen sichtbaren Schimmel aufweist und keine ungewöhnliche Verfärbung zeigt, kann er problemlos wiederbelebt und weiterverwendet werden. Eine Ausnahme von der Faustregel ist eine dünne Alkoholschicht, die sich gelegentlich auf der Oberfläche des Starters bilden kann.

Man sollte seinen Sauerteigstarter zwischendurch immer wieder füttern.
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Man sollte seinen Sauerteigstarter zwischendurch immer wieder füttern.

Warum wird das Brot zu fest oder dicht?

Das Brot wird zu fest oder dicht, wenn der Teig nicht ausreichend aufgegangen ist. Eventuell könnte das an einem zu schwachen Starter, zu wenig Ruhezeit bei Zimmertemperatur, unzureichendes Kneten oder einem zu niedrigen Wasseranteil im Teig liegen. Drei klare Anzeichen dafür, dass der Starter möglicherweise nicht (mehr) aktiv genug zum Backen ist: Er bildet keine Blasen mehr, verströmt keinen leicht süß-säuerlichen Geruch  – der Geruch sollte an leicht vergorene Milch erinnern – oder hat eine Temperatur unter 21 °C erreicht.

Ein einfacher Test zur Überprüfung ist der sogenannte Schwimmtest: Geben Sie eine kleine Menge Starter in ein Glas mit Wasser. Schwimmt er an der Oberfläche, ist er bereit zum Backen. Sinkt er ab, braucht er noch etwas Zeit.

Wie bewahrt man den Starter richtig auf?

Um Hefen und Milchsäurebakterien gesund zu halten und ihre Gärungsprozesse bestmöglich zu unterstützen, ist ein geeignetes Temperaturumfeld entscheidend – sowohl bei warmen als auch bei kühleren Bedingungen. Je nach Temperatur verändert sich das Verhalten der Mikroorganismen im Sauerteig-Starter. Wenn Sie die Aktivität Ihres Starters steigern möchten, sind konstante Raumtemperaturen zwischen 20 °C und 28 °C ideal. Unter diesen Bedingungen bleibt der Starter dauerhaft aktiv und reift kontinuierlich – perfekt, wenn Sie gerade erst mit dem Sauerteig beginnen oder regelmäßig damit backen möchten.

Die warmen Temperaturen sorgen dafür, dass sich die Mikroorganismen darin besonders gut vermehren, was wiederrum zu einer schnelleren Gärung und stärkerem Trieb im Teig führt. Zur Lagerung eignet sich auch ein kühleres Umfeld mit Temperaturen zwischen 4 °C und 7 °C – wie beispielsweise im Kühlschrank. Dabei bleiben die Mikroorganismen zwar am Leben, ihre Aktivität wird jedoch stark verlangsamt. So genügt es, den Starter nur etwa einmal pro Woche oder alle zwei Wochen zu füttern.

Tamara Kalny
Tamara Kalny
Autorin
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