Zum Inhalt springen
© Claudia Salzmann

Sie bringen die Champagne näher an Bern

Champagner
Bern

Ein Berner Gastro-Trio importiert Champagner von kleinen Winzern in die Bundesstadt. Mit schäumendem Erfolg.

Mit einem Stapler und einer Hebebühne bauen Agripino Stum und Simon Hess das Podest für ihre Champagner-Degustation. Sechs Winzer stellen sie vor – viele davon dürften selbst Kennern noch unbekannt sein. Gestartet wird mit einer klassischen Cuvée aus Pinot Meunier, Chardonnay und Pinot Noir. «Der ist erfrischend und passt perfekt zum Start», erklärt Agripino Stum und schenkt ein. Die Degustation führt quer durch die Champagne – von Region zu Region.

Stum (39) und Hess (41) teilen ihre Leidenschaft für eleganten Schaumwein seit ihrer Zeit im «Casino Bern». Dort diskutierten sie oft über Champagner und entkorkten auch privat so manche Flasche gemeinsam. Erste Kontakte zu kleinen Produzenten knüpften sie schon damals. Seit 2021 importieren sie unter dem Namen «Altglasshop» direkt aus Frankreich; seit vergangenem Jahr ist Marcos Pérez mit an Bord.

Mit Raclette in die Champagne

Neue Produzenten finden sie meist über persönliche Empfehlungen. «Wir finden neue Produzenten durch bestehende Kontakte oder werden von Winzern direkt kontaktiert, die ihr Verkaufsnetz erweitern wollen.» Während grosse Häuser wie Ruinart oder Laurent-Perrier dominieren, setzen sie auf kleinere Betriebe mit vergleichbarem Terroir und eigenständigem Stil. «Unsere Philosophie deckt sich mit derjenigen von Bio-Betrieben, die möglichst ohne Pestizide arbeiten und keine Trauben zukaufen», sagt Hess.

Winzerchampagner – meist erkennbar am Kürzel «RM» für Récoltant-Manipulant – stammt aus eigenem Anbau und wird vom Winzer selbst verarbeitet und abgefüllt. Im Gegensatz dazu kaufen die grossen Häuser («NM» für Négociant-Manipulant) oft den Grossteil ihrer Trauben zu. Winzerchampagner ist handwerklich, charaktervoll und Terroir-geprägt.

Stum, Pérez und Hess setzen auf persönliche Beziehungen, die über das Geschäftliche hinausgehen. Jeden Herbst reisen sie mit einer Raclettemaschine in die Champagne, besuchen ihre Partner mitten in der Ernte. «Zeit für uns finden die Weinbauern während dem Pressen oder dann nach Feierabend», erzählt Stum. Nicht selten werde daraus «eine veritable Party, an der natürlich ordentlich Korken knallen».

Nächster Auftritt: 24. August am FoodX, eine kulinarische Sommerparty im «Casino Bern»
Weitere Infos: altglasshop.ch.


Claudia Salzmann
Autorin
Mehr zum Thema
1 / 12