Spitzenkulinarik auf Mykonos
Ein Teller Meze hier, eine Naked Colada da und ein Gyros to go – und all das, während man sich in der Altstadt von Mykonos verliert. Die Kykladen-Insel serviert ein Konglomerat der Köstlichkeiten. Falstaff kalibriert den Kompass.
»Kastro«, Little Venice, Mykonos. Ein kleines Lokal, das zum Sinnbild für Mykonos wurde. Eine griechische Insel wie viele andere – und doch eine wie keine. Im »Kastro« sitzt man am schmalen Holztisch in einem gefühlt noch schmaleren Gang aus weiß getünchten Hausmauern mit Blick auf den Blau-Kanon aus Himmel und Ägäis. Der Ouzo auf Eis matcht die Farbe der Hausmauern und Pflastersteine. Die Enge hier, sie ist beispielhaft für Chora, die Altstadt Mykonos. Und das ist etwas Gutes, denn diese Enge, dieses Heimelige, umhüllt einen, man ist wie abgeschirmt vom Alltag, genießt die Horizonterweiterung vor und in einem.
So kosmopolitisch die Insel von Callas und Camus auch sein mag, es ist diese Unmittelbarkeit, die sie einzigartig macht. In Chora sitzt man entweder direkt am Meer, so direkt, dass es einen gedanklich förmlich reinzieht. Oder man verliert sich im Wirrwarr der Gassen – über einem die pinke Bougainvillea-Kaskade, irgendwo zwischen den Gyrosläden, von denen es hier mehr zu geben scheint als Götter am Olymp. Und wem die Götter wohlwollend gesonnen sind, der bleibt bei einer Ouzerie hängen, wie »Baboulas«, in dem ein ehemaliger Fischer seinen Gästen auftischt, wie Ouzo wirklich getrunken wird. Mit Wasser oder auf Eis, nicht vor oder nach dem Essen, sondern zu einem Teller Meze. Wir sagen nur: Hummus! Oktopus! Oliven! Dieser Nimbus der Ursprünglichkeit – Mykonos wird ihm spielend gerecht.
Im »Bakoya Cafe« am alten Hafen kehren die Einheimischen nach ihrem Morgenspaziergang ein – und manchmal flaniert hier auch ein Pelikan vorbei. Im »Bakoya« erinnert eine Zeichnung an der Wand an Petro, den einst berühmten Pelikan, mit dem sich sogar Jackie Kennedy fotografieren hat lassen. Und im »Rizes«, im Landesinneren, kann man lernen, Brot zu backen – eine Tradition auf der Insel, die angeblich älteste Holzofenbäckerei der Kykladen findet sich auf Mykonos. Fast noch besser, als das morgendliche Brot zu backen, ist aber ein anderes Angebot des »Rizes«: Ein spätes Mittagessen im Hof eines traditionellen Hauses, auf einem Hügel, mit Blick aufs Meer. Hier oben, zwischen Wasser und Himmel, spürt man nicht die heimelige Enge, sondern die befreiende Weite.
Lokale Stars
Die typische mykonische Wurst ist vollgepackt mit Gewürzen, fast komplett fettfrei und wird klassischerweise als Meze mit Ouzo serviert. Louza ist ein kalter Aufschnitt, der »ägäische Proscuitto« und Kopanisti der bekannteste Käse. Dazu passt Mostra, ein krosses Brot (Paximadi) mit aromatischen Tomaten – und natürlich Olivenöl sowie Kräuter. Ein paar Worte noch zum Ouzo: Das Anis-Getränk ist kein Klischee. Ouzo ist auf Mykonos Usus. Es gibt pickig-kitschige Cocktailvarianten und moderne Interpretationen wie den Greek Mule (Ouzo statt Vodka).
Der Mykonos-Mythos
Von oben herab – eine typische Perspektive auf Mykonos. Etliche der besten Hotels – ab Sommer 2025 auch das »Four Seasons« – wurden, teils einer modernen Akropolis gleich, auf den Hügeln der Insel aufgebauscht. Die Architektur: oft wie mit dem Cutter-Messer gezogen. Scharf, klar, am Punkt und somit ganz anders als die Häuser in der Stadt mit ihren abgesofteten Ecken. Sublimer, stiller Luxus. Die Lage bedingt allerdings auch, dass man sich mit dem Auto, oft auch dem Hotel-Shuttle, zu den Stränden aufmachen muss.
Paradise Beach, Super Paradise Beach, Elia Beach – die Favoriten für die Sonnen-Symphonie sind im Sommer natürlich nicht gerade vereinsamt. 110 Touristen kommen in dieser Zeit auf jeden Inselbewohner. Sie alle wollen ein Stück vom großen Glück auf der kleinen Insel. Und: Man kann sie verstehen. Die Kykladen-Kulisse ist einfach magnetisch.
Das spürte schon der Jetset, als er Mitte des letzten Jahrhunderts hier anrauschte, um in der Ägais durch die Tage zu segeln – und nachts zu feiern. Zu verdanken hat das Mykonos dem benachbarten Delos und seinen Ausgrabungsstätten. Die Menschen kamen ursprünglich wegen Apollons Geburtsstätte, entdeckten Mykonos – und kamen immer und immer wieder.
Mykonos ist mini, es wirkt teilweise fast familiär. Das macht auch etwas mit der lokalen Küche. Ackerbau ist eher schwierig. Dafür sind es die sonnengeküssten Tomaten, die überzeugen. Und der Weichkäse Kopanisti. Und natürlich das göttliche Olivenöl. Das findet sich dann in geschmacklichen Wirbelwind-Gerichten wie sie etwa im »Scorpios« zu finden sind, einem der herausragenden Beach-Clubs der Insel. Die Beach-Clubs sind auf Mykonos für das Setzen von Akzenten zuständig. Avocado im Tsatsiki oder syrischer roter Pfeffer und Mandel-Dip zu typisch griechischen Speisen. Man zelebriert die mediterrane Küche, kokettiert aber auch gekonnt mit der Nähe zum Mittleren Osten.
Die besten Drinks der Insel
Das »Alemagou« ist ein weiterer Wow-Beach-Club, der aber als kontemporäre Beach-Community verstanden werden will. Die Drinks (Naked Colada!) gelten als mit die besten auf der ganzen Insel, der Rote-Beete-Hummus ist wieder so eine charmante Neuinterpretation, eine von vielen Kleinigkeiten, von einer Mykonos-Myriade an flüchtigen Momenten für die Ewigkeit. Die Macher des »Alemagou« setzen genau auf diesen Effekt, auf das Schaffen von Verbindungen und menschlicher Wärme – inmitten einer eher kargen Landschaft. »Ein bisschen wie in Mexiko« hört man manch einen raunen. Aber Mykonos ist Mykonos und braucht kein »ein bisschen wie«.
Die windige Insel umweht auch eine Brise der Extravaganz. Nirgends wird das klarer als im »Santa Marina«-Resort, bei dem immer wieder Helikopter landen und natürlich Jachten anlegen. Die Klimax des Ganzen: ein privates Dinner. Mit dem »Nero Nero« gibt es sogar ein One-Table-Restaurant auf dem Wasser. Und im »Spilia« erhellen Kerzen diesen einen besonderen Tisch unter einem Felsvorsprung. Den Soundtrack, den liefern die Wellen.
Das Beste von Mykonos
Hotels
Mykonos Grand
Geschmackvolle Suiten, dazu Pools, ein Restaurant und wunderschöne Ausblicke auf das Blau der Ägäis – direkt am Strand von Agios Ioannis liegt das exquisite, in einem modernen Kykladenstil designte »Mykonos Grand«.
Agios Ioannis 846 00, T: +30 2289 025555
mykonosgrand.gr
Santa Marina
In paradiesischer Halbinsellage am Meer findet man im »Santa Marina« alles, was man für eine luxuriöse Auszeit braucht. Dazu gehören zwei Infinitypools, ein Spa, das Restaurant »Mykonos Social« und der »Buddha Bar«-Beach.
Ornos Bay, Mikonos 846 00, T: +30 2289 023220
über marriott.com
Belvedere
Wer in Mykonos-Stadt bleiben will, findet im »Belvedere« auf einem Hügel über der Stadt ein Boutique-Resort von zeitloser Kykladen-Eleganz. Hervorragendes Sushi gibt es in Nobu Matsuhisas weltweit einzigem Open-Air-Restaurant.
School of Fine Arts District, 84600 Mykonos, T: +30 2289 025122
belvederehotel.com
Beach Clubs
Scorpios
Ein Beach-Club-Traum an der Insel-Südspitze: In zurückgelehnter Atmosphäre auf Sunbeds entspannen, zu den Beats der DJs tanzen, sehr gut essen und trinken und dazu atemberaubende Sonnenuntergänge genießen.
Paraga, Mikonos 846 00, T: +30 2289 029250
scorpios.com
Nammos
Exklusiv relaxen, feiern, High Fashion shoppen und Mittelmeerküche genießen am Psarou Beach. Im glamourösen Beach-Club stehen regelmäßig DJ-Sets und Live-Events auf dem Programm. Maria Carey und Ariana Grande waren auch schon da.
Beach, Psarrou 846 00, T: +30 2289 022440
nammos.com
Principote
Luxuriöser Komfort, Partys, Drinks und mediterrane Speisen – vor allem aber genießt man hier unter Sonnenschirmen im Makramee-Stil die Aussichten auf den Traumstrand von Panormos.
Panormos Beach, Mikonos 846 00, T: +30 2289 077184
principote.com
Restaurants
Zuma Mykonos
Die »Zuma«-Restaurants bieten international japanische Fusionsküche auf höchstem Niveau. Der Ableger in Mykonos ist zudem bekannt für seine atemberaubenden Sonnenuntergänge direkt am Strand.
84600 Mykonos-Stadt, T: +30 2289 020300
zumarestaurant.com
Spilia
Außergewöhnliches Restaurant mit Bar, das sich in einer offenen Höhle unmittelbar am Wasser am Agia-Anna-Strand befindet. Die Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten bringen ganz frisch mediterrane und mykonische Ideen zusammen.
Agia Anna Kalafatis Beach, Mykonos Town 846 00, T: +30 2289 071205
spiliarestaurant.gr
Alemagou
Mit frischem Fisch und Meeresfrüchten wird im »Alemagou« beste »Aegean Fusion« kreiert. Livemusik und unglaubliche Sonnenuntergänge komplettieren das Angebot am Ftelia Beach.
Ftelia Beach, Mykonos 84600, T: +30 2289 071339
alemagou.gr