Versteckt im Hauptbahnhof Zürich: Das «Au Premier» feiert sein Comeback
Wer es nicht kennt, findet es nicht zufällig. Das «Au Premier» war mehrere Jahre geschlossen, nun kehrt der altbekannte Treffpunkt ins Obergeschoss des Hauptbahnhofs Zürich zurück. Ein Blick auf das neue Konzept.
Mit der Wiedereröffnung des «Au Premier» kehrte Ende November ein geschichtsträchtiger Ort an den Zürcher Hauptbahnhof zurück. Über Jahrzehnte prägte das Haus das gesellschaftliche Leben am Bahnhof. Heute positioniert es sich neu als elegante Bar mit angeschlossenen Salon- und Banketträumen. Ein klassischer Restaurantbetrieb gehört bewusst nicht mehr zum Konzept.
Das «Au Premier» liegt im historischen Südtrakt. Nach einer längeren Phase des Leerstands im Zuge des grossen Umbaus am HB wurde die Fläche im Obergeschoss des Hauptbahnhofs in enger Abstimmung mit Denkmalschutz und Vermieterschaft neu entwickelt. «Das ‹Au Premier› war schon immer ein Bindeglied zwischen Bahnhofhalle und Bahnhofstrasse», sagt Wiebke Kuhlmei, Mitglied der Geschäftsleitung bei «Candrian». «Diese Verbindung wollten wir erhalten und gleichzeitig eine zeitgemässe Nutzung schaffen, die zum heutigen Bahnhof und zu den Gästen passt.»
Heute gliedert sich das «Au Premier» in eine Bar sowie fünf flexibel nutzbare Räume. Diese eignen sich für Meetings, Bankette, Familienfeste oder vertrauliche Gespräche und lassen sich je nach Bedarf miteinander verbinden. Modernste Seminartechnik, schallisolierte Türen und eine durchdachte Belüftung treffen hier auf die historische Substanz des Hauses.
Kunst, die Zürich mit Europa verbindet
Für die architektonische Umsetzung zeichnete sich das Büro Aebi & Vincent verantwortlich. Die Handschrift ist bewusst «zurückhaltend»: klassisch, hochwertig, ohne modische Effekte. Historische Elemente wurden respektiert, neue Materialien gezielt eingesetzt. Besonders prägend ist die Bar selbst: eine runde Bar aus rosafarbenem Marmor mit Zinkoberfläche, flankiert von Lederbänken und grossen Kuppelfenstern. Von jedem Platz aus eröffnet sich der Blick auf die Bahnhofstrasse.
Ergänzt wird das Interieur durch grossformatige Arbeiten des Künstlers Adrian Scheidegger. Seine Gemälde nehmen Bezug auf europäische Gärten, die vom Zürcher Hauptbahnhof aus erreichbar sind. Eine leiste, poetische Verbindung zwischen Zürich und Europa.
Leichte Küche, Cocktails und Champagner
Gastronomisch versteht sich das «Au Premier» bewusst als Bar. Eine eigene Küche gibt es nicht. Die Speisen werden in der hauseigenen Manufaktur von «Candrian» im Hauptbahnhof frisch produziert. Das Angebot reicht von Tatar und Sushi über Sandwiches bis hin zu Patisserie. Begleitet wird dies von einer kuratierten Auswahl an Champagnern, Weinen und klassischen Cocktails. Die Lokalität ist ideal für ein leichtes Mittagessen, einen Zwischenstopp vor dem Abendessen oder einen Absacker mit Freundinnen oder Arbeitskollegen,
Das Publikum im «Au Premier» ist so divers wie der Ort selbst. Morgens und tagsüber prägen Reisende und Geschäftsleute das Bild, am Abend trifft man auf lokale Gäste zwischen 30 und 55 Jahren, oft auf dem Weg zu einem Dinner in der Stadt. Auch ehemalige Gäste des früheren «Au Premier» finden hier wieder einen vertrauten Ort.
Für «Candrian» ist das «Au Premier» mehr als ein neues Projekt. Die Wurzeln des Unternehmens reichen über 100 Jahre zurück und sind eng mit dem Zürcher Hauptbahnhof verbunden. Entsprechend versteht man den Ort als Ankerpunkt. Reservationen sind in der Bar nicht vorgesehen.
Au Premier
Bahnhofplatz 15, 8001 Zürich
2. Obergeschoss
+41 44 217 15 15, [email protected]
aupremier.ch