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Warum die Süßkartoffel gar keine Kartoffel ist

Kartoffel
Süßkartoffel

Die Süßkartoffel ähnelt in Aussehen und Zubereitung der klassischen Kartoffel. Botanisch ist die Knolle mit ihrem süßlich bis leicht nussigen Aroma aber gar nicht mit unserer Lieblingsbeilage verwandt.

Auf den ersten Blick meint man doch, dass die Süßkartoffel auf jeden Fall eine Kartoffel sei. Umso verwunderlicher ist es aber, wenn man erfährt, dass die beiden bis auf ihre Herkunft wenig gemeinsam haben.

Trotz ihres Namens sind Süßkartoffeln botanisch gesehen nämlich keine echten Kartoffeln. Während die »normale« Kartoffel ein Nachtschattengewächs ist – wie auch Tomaten oder Paprika – gehören Süßkartoffeln zu den Windengewächsen. In tropischen Regionen wachsen sie oft als Kletterpflanze oder Liane und benötigen viel Wärme, um gedeihen zu können. Die »klassische« Kartoffel ist dagegen weniger empfindlich gegenüber kühleren Temperaturen. Obwohl beide aus Südamerika stammen, ist die botanische Verwandtschaft sehr gering.

Farbe auf dem Teller

Süßkartoffeln schmecken leicht süßlich, fast nussig, und ihr Fruchtfleisch kann orange, gelb, violett oder rosa sein. Anders als die klassische Kartoffel ist die Textur weicher, lässt sich gut pürieren und eignet sich für Pommes, Aufläufe, Currys oder sogar süße Gerichte. Und auch Ernährungsphysiologisch sind beide Knollen ähnlich wertvoll. Süßkartoffeln enthalten jedoch deutlich mehr Beta-Carotin und Vitamin A, während der Gehalt an Mineralstoffen wie Kalium, Zink und Kalzium weitgehend dem der Kartoffel entspricht. Außerdem liefern Süßkartoffeln mehr Zucker und Ballaststoffe, wodurch sie länger sättigen.

Die Zubereitungsmöglichkeiten sind nahezu identisch: Süßkartoffeln können gekocht, gebacken, gebraten oder püriert werden. Sie sind roh essbar, lassen sich geraspelt in Salaten verwenden und müssen nicht einmal zwingend geschält werden. Dank ihres geringen Fettgehalts und ihrer vielen sekundären Pflanzenstoffe – etwa antioxidativer und entzündungshemmender Wirkstoffe – sind sie eine sehr gesunde Beilage.

Eine Weltenbummlerin

Historisch gesehen ist die Süßkartoffel eine echte Weltenbummlerin. Ursprünglich stammt sie aus Südamerika, wo sie schon seit Jahrhunderten von indigenen Völkern angebaut wurde. Mit den portugiesischen Seefahrern begann im 16. Jahrhundert ihre große Reise: Sie brachten die Knolle nach Afrika, von dort aus verbreitete sie sich nach Asien und schließlich nach Europa. Über die Jahrhunderte hat sie sich auf der ganzen Welt etabliert und gehört heute auch in unseren Küchen längst zum festen Repertoire.


Redaktion
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