Wiener Würstelstände nun offiziell UNESCO-Kulturerbe
Die Aufnahme der Wiener Würstelstandkultur in die UNESCO-Liste ist seit heute bestätigt: Neben der Praxis der »Neujahrs-Entschuldigungskarten« aus Tirol, dem »Schifferlsetzen« in der Steiermark und der »Seitelpfeife« zählt die österreichische Variante des Imbissstands zu den Neuaufnahmen im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Es bedurfte nicht vieler Argumente, um die UNESCO-Kommission davon zu überzeugen, dass die »Wiener Würstelstandkultur« einen Platz im Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes verdient hat. Erst vor einem halben Jahr wurde der Antrag eingereicht, seit heute ist die Listung offiziell bestätigt. Gegründet wurde dafür eigens ein Verein mit rund 30 Mitgliedern rund um Josef Bitzinger (»Bitzinger an der Oper«), Patricia Pölzl (»eh scho wuarscht«) und René Kachlir (»Zum scharfen René«).
Alltagskultur
Bürgermeister Michael Ludwig zum neuen Unesco-Status der Wiener Würstelstände: »Dieser Titel ist eine Anerkennung für alle Wienerinnen und Wiener, die mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Charme die Würstelstände zu mehr als nur einem Imbiss machen - zu einem Treffpunkt, an dem sich Lebensfreude und Kultur begegnen.« Die Geschichte der Wiener Würstelstände reicht bis in die k.u.k.-Zeit zurück, als mobile Garküchen Veteranen eine Einkommensquelle boten. Ab 1969 durften sich die fahrbaren Imbisse an festen Standorte niederlassen. Würstelstände haben auch einen Platz in der Popkultur gefunden, wie in Friedrich Torbergs »Tante Jolesch« oder HC Artmanns »Im Schatten der Burenwurscht«.
»Dass die UNESCO nun den Wiener Würstelstand als Kulturerbe auszeichnet, ist eine schöne Bestätigung der Arbeit unserer Standler und mehr als verdient. Die Würstelstände gehören zu Wien, wie die Heurigen und die Kaffeehäuser. Sie sind nicht nur eine kulinarische Institution, sondern auch soziale Treffpunkte. Und viele Standbetreiber verlassen sich nicht nur auf die Tradition, sondern entwickeln ihr Gewerbe durch neue Angebote weiter. Daher freue ich mich sehr über die Entscheidung der UNESCO und dass wir die Würstelstandler auf ihrem Weg zum Kulturerbe unterstützen konnten“, sagt Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien.