Wiener Würstelstände als immaterielles Kulturerbe: Wie realistisch eine Anerkennung ist

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Würstelstände wollen den Status immaterielles Kulturerbe erhalten, am Freitag will man den Antrag bei der UNESCO einbringen. Während ähnliche Versuche in der Vergangenheit scheiterten, rechnet man sich nun gute Chancen aus.

Die Ankündigung ging durch alle Medien: Die Wiener Würstelstände wollen immaterielles UNESCO-Kulturerbe werden. Gegründet wurde dafür eigens ein Verein mit rund 30 Mitgliedern rund um Josef Bitzinger (»Bitzinger an der Oper«), Patricia Pölzl (»eh scho wuarscht«) und René Kachlir (»Zum scharfen René«).

Angekündigt wurde zunächst recht vage, die Bewerbung »demnächst« einbringen zu wollen. Wie Pölzl nun verrät, soll es am Freitag, den 14. Juni, so weit sein. Gearbeitet wird an dem Antrag bereits seit Monaten.

Für ein wenig Zähneknirschen sorge daher, dass in zahlreichen Medien nun fälschlicherweise berichtet wird, man wolle »Weltkulturerbe« oder »Welterbe« werden: »Das sind vielleicht die Pyramiden von Gizeh, aber sicher nicht unsere Würstelstände.«, scherzt Pölzl.

Breite Unterstützung für Anerkennung

Es ist nicht der erste Versuch, die Aufnahme der Wiener Würstelstandkultur in die UNESCO-Liste zu erreichen. Bisherige Ankündigungen und Bemühungen verliefen jedoch im Sand. Was diesmal anders ist? »Es ist ein ganz neuer Anlauf mit einem neuen Verein und einer breiteren Unterstützung. Die Sache hat Dynamik bekommen. Ich glaube, wir können was bewegen«, sagt Bitzinger.

Zu den Unterstützern zählen Bürgermeister Michael Ludwig und Präsident der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck. Am Mittwoch unterschrieben sie die Unterstützungserklärung medienwirksam beim Würstelstand Bitzinger vor der Oper. Wovon man laut Bitzinger auch profitiert: Den frischen Wind durch junge Kolleginnen und Kollegen innerhalb des Vereins.

Wann es eine Entscheidung geben könnte

Wie man bei der UNESCO erklärt, gab es zuletzt 2021 eine Einreichung, die jedoch rückgestellt wurde. »Ablehnungen sind selten. Anträge werden jedoch rückgestellt, weil weitere Informationen benötigt werden oder eine Überarbeitung nötig ist«, erklärt eine Sprecherin. Ein überarbeiteter Antrag wurde beim Versuch im Jahr 2021 offenbar nicht eingereicht.

Entschieden wird auch über den neuen Antrag von einem Fachbeirat, der zwei Mal jährlich zusammenkommt. Die nächste Sitzung werde gegen Ende des Jahres stattfinden. Fans der Wiener Würstelstände dürfen also durchaus hoffen, auch, wenn es eine erste Entscheidung erst in einigen Monaten geben wird.


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Verena Richter
Autor
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