Die »Bitzinger«-Würstelstände« zählen zu den bekanntesten in Wien

Die »Bitzinger«-Würstelstände« zählen zu den bekanntesten in Wien

Wiener Würstelstände sollen immaterielles UNESCO-Kulturerbe werden

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Mehrere Wiener Würstelstände haben einen Verein gegründet, um in das UNESCO-Verzeichnis aufgenommen zu werden. Von der Stadt Wien kommt nun Unterstützung.

Die Wiener Kaffeehauskultur, die Wiener Heurigenkultur oder der Wiener Walzer haben bereits den Status als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Kultstatus haben schon längst auch Wiens Würstelstände, die Falstaff-Community wählt jährlich die beliebtesten der Stadt.

Nun sollen auch sie den Status als immaterielles Kulturerbe erhalten. Mehrere Betreiber und Betreiberinnen rund um Josef BitzingerBitzinger an der Oper«), Patricia Pölzl (»eh scho wuarscht«) und René Kachlir (»Zum scharfen René«) haben einen Verein gegründet, der sich um die Aufnahme in die Welterbe-Liste bemüht.

Unterstützt werden sie nun offiziell von Bürgermeister Michael Ludwig und dem Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck. Bei einem gemeinsamen Medientermin erklärte Ludwig: »Die Wiener Würstelstände sind untrennbar mit dem Herzen unserer Stadt verbunden und sind mehr als nur Verkaufsstellen für Speisen. Sie gehören zur Identität und Geschichte der Stadt. Sie sind auch ein sozialer Knotenpunkt und stärken die Gemeinschaft und das Miteinander in Wien.«

Die Bewerbung zur Aufnahme der »Wiener Würstelstandkultur« in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich samt Unterstützungserklärungen wird demnächst offiziell eingebracht.

Ursprung der Würstelstände

Die Würstelstände in Wien gehen auf die ursprünglich fahrbaren Garküchen und Verkaufsstände aus der k.u.k-Zeit zurück. Sie sollten Kriegsinvaliden ein Einkommen sichern. Der fixe Würstelstand ist eine relativ junge Errungenschaft, die Stadt Wien erlaubte erst 1969 fixe Standorte.

Foto beigestellt

Der älteste noch bestehende Würstelstand wurde 1928 eröffnet und ist am Döblinger Gürtel (»Würstelstand Leo«) nach wie vor in Betrieb. In seiner langen Geschichte hat es der Wiener Würstelstand sowohl in die Literatur als auch in die Popkultur geschafft: Er kommt in der »Tante Jolesch« von Friedrich Torberg ebenso vor wie in HC Artmanns »Im Schatten der Burenwurscht«. Elisabeth T. Spira schuf der Wiener Institution mit ihrer Folge der Alltagsgeschichten »Am Würstelstand« 1995 ein Fernseh-Denkmal.

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Redaktion
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